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Fußball regional Mission Wiedergutmachung misslungen: Eintracht Celle verliert erneut deutlich
Sport Fußball regional Mission Wiedergutmachung misslungen: Eintracht Celle verliert erneut deutlich
18:59 08.10.2017
Von Oliver Schreiber
Eintracht-Rechtsverteidiger Daniel Ruchatz (links) – hier im Spiel gegen Eintracht Northeim – wurde in Oldenburg ins Mittelfeld vorgezogen. Quelle: Michael Schäfer (Archiv)
Celle Stadt

„Das war ein echter Wirkungstreffer. Man hat gemerkt, dass die Jungs daran zu knabbern hatten – gerade nach dieser Klatsche gegen Northeim. Wir haben danach nie wieder ins Spiel zurückgefunden und kein Oberliga-Niveau gezeigt. Das muss man ganz ehrlich und deutlich so sagen“, meinte MTVE-Co-Trainer Frank Steinkuhl. Die Oldenburger, die durch diesen Sieg die Tabellenspitze übernahmen, waren sowohl fußballerisch als auch körperlich überlegen. Die Celler hatten auf dem für sie ungewohnten Kunstrasen Probleme, den Ball, der im Vergleich zum Spiel auf Naturgras wesentlich höher abspringt und viel schneller läuft, zu kontrollieren. Darunter litt die Passgenauigkeit und somit auch das Tempo. Die Folge war, dass die Blau-Weißen nach dem 0:1 keine strukturierten Angriffe hinbekamen und hatten erst in der Schlussphase wieder zwei Abschlüsse durch Bastian Stech und Adrian Zöfelt – doch da stand es bereits 0:4. „Wir hatten praktisch null Torgefahr. Zudem waren wir in den Zweikämpfen viel zu verhalten. So kannst du bei einem derart starken Gegner natürlich auch nichts holen“, erläuterte Steinkuhl.

Er und Cheftrainer Hilger Wirtz hatten einige Umstellungen im 4-2-3-1-System vorgenommen. Rechtsverteidiger Daniel Ruchatz rückte eine Position nach vorne ins Mittelfeld, seine Rolle nahm Innenverteidiger Bastian Stech ein. Der wiederum wurde durch Routinier Malte Marquardt ersetzt, der nach einer Magen-Darm-Grippe geschwächt auflief. Für Valentin von Behr und Christoph Gaete von Wersebe kamen Tim Runge und Hilger von Elmendorff ins Team, um mehr Ballkontrolle zu bekommen. Dies funktionierte anfangs auch gut. Von Elmendorff, der nach seiner langwierigen Schambeinentzündung erstmals wieder in der Startelf stand, passte nach einer Kombination über die linke Seite nach innen, der von rechts eingerückte Ruchatz verpasste in Mitte knapp (6.). Nur zwei Minuten später hatte Runge eine weitere kleinere Möglichkeit, die Gäste in Front zu bringen.

Doch dann kam der Keulenschlag mit dem 0:1 – und vorbei war es mit der Eintracht-Herrlichkeit. „Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen, beide Mannschaften hatten nach dem ersten Tor kaum noch gefährliche Aktionen nach vorne. Wir waren hier noch absolut im Spiel“, resümierte Steinkuhl.

Die Celler nahmen sich beim Pausentee vor, der Partie eine Wende zu geben. Doch dies ließen die Hausherren nicht zu. „Oldenburg hat in der zweiten Halbzeit gezeigt, warum sie da oben stehen. Sie haben uns immer wieder über außen ausgehebelt, sind in den Rücken unserer Abwehr gekommen und haben dann innen die nachrückenden Spieler in Abschlusspositionen gebracht. Nach diesem Muster fielen alle weiteren Treffer, es waren fast Kopien“, schilderte Steinkuhl. Joshua König (57.), Pascal Steinwender (61.) und Lubaca (77.) schraubten das Resultat auf 4:0.

„Es tut natürlich weh, wieder so deutlich verloren zu haben. Aber Jammern hilft jetzt auch nichts. Wir müssen weiter hart an uns arbeiten, um unser eigenes Niveau stetig zu erhöhen. Bis zur Winterpause müssen wir den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen halten. Nächste Woche gegen Gifhorn müssen, wollen und werden wir uns anders präsentieren“, sagte Steinkuhl. Dann steigt die nächste Mission Wiedergutmachung – vor eigenem Publikum.