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Fußball regional Mit Kampf und Krampf: TuS Celle FC feiert ersten Sieg seit Ende September
Sport Fußball regional Mit Kampf und Krampf: TuS Celle FC feiert ersten Sieg seit Ende September
18:58 23.11.2014
Von Oliver Schreiber
Stades Dusty Breuer foult Celles Mathias Winkler - im Strafraum. Den fälligen Strafstoß verwandelte - Nils Rogge zur 1:0-Führung für den TuS FC. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Verkehrte Welt bei Fußball-Landesligist TuS Celle FC: Nach sieben sieglosen Spielen in Folge mit nur einem Punkt gelang den Blau-Gelben beim 2:1 gegen TuS Güldenstern Stade der erste Dreier seit September. Doch so richtig zufrieden war keiner. Vor allem nicht Trainer Hilger Wirtz, der nach dem Abpfiff sichtlich verärgert erst einmal in der Kabine verschwand, um sich zu beruhigen.

„Natürlich ist es schön, dass wir endlich wieder gewonnen haben. Aber soll ich als Trainer nach so einer Leistung zufrieden sein? Das war ganz schwach, spielerisch der absolute Tiefpunkt“, zürnte der TuS-Coach sichtlich frustiert. Zum Glück für die Celler offenbarten auch die Gäste, warum sie sich tief im Süden der Tabelle befinden. „Not gegen Elend“ charakterisierte einer der insgesamt rund 200 Zuschauer das Duell der Kellerkinder – und hatte mit dieser Einschätzung vollkommen Recht.

Der Ball „flipperte“ die meiste Zeit durch die Gegend, beide Teams feierten ein echtes Fehlpass-Festival. Ruhe am Ball, Spielübersicht, Kombinationen über mehrere Stationen? Fehlanzeige.

Immerhin erwies sich der TuS FC ausnahmsweise mal als effektiv und hatte auch das notwendige „Schlachtenglück“. In der 13. Minute ließ Stades Frederik Klintworth eine Großchance zur Führung aus. Vier Minuten später leistete dann Dusty Breuer dem Gastgeber Schützenhilfe, als er ziemlich unbeholfen Mathias Winkler, der kurz zuvor mit einem Drehschuss knapp am Tor vorbei die erste nennenswerte Celler Einschussmöglichkeit hatte, im Strafraum zu Fall brachte. Den berechtigten Elfmeter verwandelte Kapitän Nils Rogge sicher zur 1:0-Führung.

Das war‘s dann aber auch erstmal – beide Teams erwärmten die Fans nicht gerade mit fußballerischen Finessen. Dementsprechend deutete sich das 2:0 für die Celler in der 38. Minute nicht gerade an. Johann Ehrentraut lief nach einem Stellungsfehler in der Stader Hintermannschaft allein aufs Tor zu, scheiterte allerdings zunächst an Keeper Patrick Bartsch. Der Abpraller landete direkt vor seinen Füßen, mit einem Querpass bediente er Kirill Weber, der diese Vorlage verwertete und mit seinem elften Saisontreffer auf 2:0 erhöhte.

Mit diesem einigermaßen beruhigenden Vorsprung ging es in die Pause. Doch die Führung gab den Hausherren keine Sicherheit. Im Gegenteil. TuS ließ die harmlosen Gäste durch eigene Unzulänglichkeiten zurück ins Spiel kommen. Hinzu kam, dass die Celler ihre Konter nicht konsequent zu Ende spielten oder zu überhastet abschlossen wie Winkler (65.) oder Weber (74.). Ab der 70. Minute begann dann das große Zittern, weil Güldenstern durch Christopher Eggers zum Anschlusstreffer kam. Doch irgendwie rettete TuS den lange ersehnten Sieg im letzten Heimspiel des Jahres über die Zeit – einmal klärte Rogge in höchster Not auf der Torlinie, ein anderes Mal bewahrte Torwart Tjark Klindworth sein Team vor dem Ausgleich.

„Wir müssen uns dringend steigern, wenn wir die Klasse halten wollen. Mit so einer Leistung gewinnst du normalerweise kein Spiel. Aber unterm Strich sind wir natürlich erleichtert, dass wir endlich mal wieder gewonnen haben. Das Ergebnis war das einzige, was heute gepasst hat“, sagte Wirtz – und rang sich dann doch noch ein kleines Lächeln ab.