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Fußball regional Mit britischer Hilfe: Wathlinger Sportschützen wollen in die 1. Bundesliga aufsteigen
Sport Fußball regional Mit britischer Hilfe: Wathlinger Sportschützen wollen in die 1. Bundesliga aufsteigen
12:55 04.11.2014
Von Oliver Schreiber
Zielrichtung 1. Bundesliga: Die Wathlinger Sportschützen - Cedric Cammann (großes Foto) sowie (von links) Torben Wolf, - Dmitriy Dashevskiy, Jan-Oliver Waßmann, Andre Armgart, - Philip Aranowski und Christian Oehns wollen den Aufstieg - endlich realisieren. Dabei helfen sollen ihnen zwei britische - „Importe“: Coral Kennerley und Kristian Callaghan. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Wathlingen

Zweimal schrammten die LuftpistolenSportschützen des SV Freischütz Wathlingen zuletzt hauchdünn am Aufstieg in die Erstklassigkeit vorbei – im Februar fehlte ihnen gerade einmal ein Ring für das große Ziel. Jetzt beschreiten die Wathlinger neue Wege. Mit Kristian Callaghan und Coral Kennerley sollen zwei britische Schützen mit ihrer Treffsicherheit dafür sorgen, dass der Traum wahr wird.

„Unser Ziel ist es ganz klar, den Meistertitel zu verteidigen und in die Bundesliga aufzusteigen. Eine andere Zielsetzung wäre auch Blödsinn, nachdem wir zweimal so knapp gescheitert sind und uns nun verstärkt haben. Aber jeder Wettkampf muss erst einmal geschossen werden, die Favoritenrolle ist da nicht unbedingt immer aussagekräftig“, erklärt Erhard Oehns, der zusammen mit Klaus-Dieter Brand die Mannschaft trainiert.

Sowohl der 21-jährige Callaghan als auch die 20-jährige Kennerley schießen für das britische Nationalteam. Sie betreten Neuland, denn die Wettkampfform mit direkten Duellen wie in Deutschland gibt es in Großbritannien nicht. Beide Schützen werden zu den Wettkämpfen auf eigene Kosten anreisen. Callaghan ist Engländer und lebt in Reading, die in Nairobi geborene Kennerley ist Waliserin und wohnt in Swansea. Die Kontakte zu den beiden Briten haben die Wathlinger Schützen Cedric Cammann und Jan-Oliver Waßmann bei internationalen Wettkämpfen geknüpft. Da pro Wettkampf immer nur ein Ausländer eingesetzt werden darf, wechseln sich Callaghan und Kennerley ab.

„Beide kennen die besondere Drucksituation nicht, wenn man in einem direkten Duell für die Mannschaft punkten muss. Es ist etwas anderes, wenn man praktisch nur für sich selbst schießt. Die Ringzahl ist bei einem Zweikampf oftmals schwächer, weil die Nerven eine größere Rolle spielen“, erläutert Oehns.

Die Drucksituation ist vergleichbar mit der beim Elfmeterschießen im Fußball – nicht gerade eine Stärke der Briten. „Das stimmt, aber ich hoffe trotzdem, dass sie dem Druck gewachsen sind“, sagt Oehns lachend.

Der Kader der Wathlinger bleibt ansonsten unverändert. Oehns und Brandt können somit auf insgesamt zehn Schützen zurückgreifen. Laut Setzliste schießt Kennerley (Schnitt: 379 Ringe) an Position eins, dahinter folgen Christian Oehns (378), Callaghan (375), Philip Aranowski (374), Waßmann (371), Cammann (371), Dimitriy Dashevskiy (371), Andre Armgart (367), Torsten Schwarz (365) und Torben Wolf (361).

Der SVW ist – gemessen an den durchschnittlichen Trefferquoten – eindeutig Favorit in der 2. Bundesliga Nord. Dementsprechend offensiv wird auch das Ziel Meisterschaft und damit Titelverteidigung ausgegeben. In diesem Jahr würde Platz eins sogar für den direkten Aufstieg reichen, da die 1. Liga von acht auf zwölf Teams aufgestockt wird. Dadurch könnten sich die Wathlinger das nervenaufreibende Aufstiegsschießen, bei dem sie zuletzt zweimal knapp scheiterten, ersparen.

Gleich zum Saisonauftakt am Sonntag ab zehn Uhr geht es in Rendsburg in die Vollen. Wathlingen muss sich mit Gastgeber PC Rendsburg und um 14 Uhr mit dem SV Schirumer Leegmoor messen. „Ich schätze, dass das unsere beiden härtesten Konkurrenten sind, da müssen wir uns gleich beweisen. Die Mannschaft hat viel trainiert und da Top-Leistungen gezeigt. Jetzt muss sie das auch in den Wettkampf übertragen“, so Oehns. Damit die Mission Aufstieg endlich erfüllt wird – mit britischer Hilfe.