Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional Nach geplatzter Fusion: Wirtz wird Trainer von MTV Eintracht Celle
Sport Fußball regional Nach geplatzter Fusion: Wirtz wird Trainer von MTV Eintracht Celle
01:41 09.05.2015
Hilger - Wirtz Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Es gibt keine Fusion zwischen dem TuS Celle FC und der Fußballabteilung des MTV Eintracht Celle – das ist der einzige Satz, hinter den man nach der abgebrochenen Mitgliederversammlung des TuS Celle FC ein Ausrufezeichen setzen kann. Was sonst bleibt, sind ganz viele Fragezeichen – zumindest beim noch ranghöchsten Celler Verein.

Denn nicht nur der Vorstand wird den Verein spätestens nach dieser Saison verlassen, sondern auch ein Großteil der ersten Mannschaft inklusive Trainer und die Jugendteams. „Hilger Wirtz wird in der kommenden Saison gemeinsam mit Frank Weber unsere erste Mannschaft trainieren“, bestätigte Sebastian Brammer, Abteilungsleiter des MTV Eintracht Celle, „die beiden Trainer haben sich abgestimmt.“

Wirtz bestätigt den Wechsel. „Ich habe als Trainer natürlich auch Ambitionen. Bisher habe ich immer 4. oder 5. Liga trainiert, Landesliga sollte es schon Minimum sein. In dieser Konstellation bei Eintracht zusammen mit Frank sehe ich gute Perspektiven“, so Wirtz.

Während sich Brammer durch Wirtz einen neuen Impuls für die Mannschaft erhofft, steht der TuS FC ohne Trainer dar – und wohl auch ohne Spieler. „Es laufen Gespräche mit einigen Spielern“, sagte Brammer, „es sieht gut aus, aber es fehlen noch die finalen Zusagen.“ Vermutlich werden Tjark Klindworth, der Sohn des scheidenden 3. Vorsitzenden des TuS FC, Jörg Klindworth, und Hilger von Elmendorff, Sohn von Hilger Wirtz, in der kommenden Saison, das blau-weiße Trikot überstreifen.

Und das im Günther-Volker-Stadion? „Ziel muss es sein, dass die höchstspielende Mannschaft im Stadion spielt“, sagte Brammer, „aber wir akzeptieren natürlich bestehende Verträge.“ Der TuS Celle FC hat mit der Stadt einen solchen Nutzungsvertrag. Doch was passiert, wenn der TuS FC nur noch Kreisklasse spielt – nach derzeitigem Stand wohl die wahrscheinlichste Möglichkeit. „Die Angelegenheit wird im Rechtsamt geprüft“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Fischer, „wir müssen aber abwarten, wie sich die Situation letztlich darstellt. Vielleicht übernimmt auch die Stadt wieder das Nutzungsrecht.“

Nach CZ-Informationen haben weitere Spieler aus dem derzeitigen TuS-Kader bereits ihre Zusage bei Hannoveraner Vereinen gegeben, unter anderem Lennart Steinkuhl beim SV Ramlingen-Ehlershausen.

„Wir können die Entscheidung beim TuS FC nicht beeinflussen, aber es wurde eine Chance verpasst, alles auf größere Beine zu stellen“, sagte Brammer, „es wäre angebracht, dass diejenigen, die am lautesten geschrien haben, jetzt auch Verantwortung übernehmen.“

Seinen Verein sehe er aber dennoch auf einem guten Weg. „Wichtig ist, dass wir jetzt den Aufstieg in die Landesliga eintüten – dafür müssen wir von den letzten drei Spielen zwei gewinnen“, so Brammer. Eine zweite Mannschaft in der Kreisliga – wie geplant – wird es nach der Absage der Celler Fußball-Hochzeit allerdings nicht geben. „Wir müssen nun sehen, dass unsere zweite Mannschaft aus der 2. Kreisklasse weiter durchmarschiert“, sagte Brammer, der im Jugendbereich dennoch die Kräfte bündeln will. „Das wollen wir unter unserem Dach versuchen“, so Brammer, „in einzelnen Altersklassen sind auch Spielgemeinschaften denkbar.“

Mit diesen Aussagen trifft er vermutlich auf offene Ohren der meisten Fusionsgegner. „Wir haben schon vor Jahren gesagt, dass man im Jugendbereich zusammenarbeiten sollte“, hatte TuS-Mitglied Benjamin Stammen bereits auf der Versammlung betont, „da hat kein Mitglied etwas gegen.“

Von Christopher Menge und Oliver Schreiber