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Fußball regional Northeim schießt Celle ab: 2:8-Debakel für MTV Eintracht
Sport Fußball regional Northeim schießt Celle ab: 2:8-Debakel für MTV Eintracht
11:40 02.10.2017
Von Oliver Schreiber
Northeims Melvin Zimmermann läuft auf Eintracht-Torwart Andreas Mikroulis zu, Bastian Stech(rechts) kann nicht mehr eingreifen. Die Celler kassierten in 25 Minuten sieben Gegentreffer. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

„Das tut natürlich richtig weh, vor allem zu Hause vor eigenem Publikum. Wir sind nach den beiden schnellen Toren zum 2:2 und 2:3 komplett zerbrochen. Dann hat Northeim seine ganze Qualität gezeigt mit tollen Kombinationen, Laufwegen und einem höllischen Tempo. Da haben wir unsere Grenzen aufgezeigt bekommen“, erklärte Trainer Hilger Wirtz.

Northeims sportlicher Leiter Philipp Weißenborn, der das im Urlaub weilende Trainerduo an der Seitenlinie vertrat, sprach bei der Pressekonferenz von „der besten Halbzeit, die sein Team bisher gespielt habe“ – und spendete den Cellern Trost. „Wir haben trotz des hohen Ergebnisses schon gegen schwächere Mannschaften gespielt. Ich hoffe, ihr bleibt drin“, sagte Weißenborn Richtung Wirtz.

Die Partie begann denkbar ungünstig für den MTVE. Schiedsrichter Moritz Geweke zeigte in der 13. Minute nach einer Notbremse von Eintracht-Torwart Andreas Mikroulis im Strafraum zu Recht auf den Punkt und beließ es bei einer Gelben Karte für den Keeper. Den Elfmeter verwandelte Thorben Rudolph sicher.

Doch die Gäste aus Südniedersachsen brachten die Blau-Weißen schnell wieder zurück ins Spiel. Schlussmann Jannik Strüber semmelte nach einem etwas zu lang geratenen Pass von Björn Lohmann in die Spitze über den Ball, Christoph Gaete von Wersebe bedankte sich für dieses Geschenk und schob die Kugel in der 17. Minute zum 1:1-Ausgleich ins leere Tor.

Die Celler hielten die Begegnung zunächst noch einigermaßen offen, mit zunehmender Spieldauer übernahmen aber die Northeimer, die in der vergangenen Saison knapp am Regionalliga-Aufstieg gescheitert waren, das Kommando. Eintracht profitierte allerdings hier noch von der Abschlussschwäche des FCE – und schlug selbst eine Minute vor dem Pausenpfiff eiskalt zu. Eine Maßflanke von Yannik Ehlers drosch Valentin von Behr mit Wucht und guter Technik aus zwölf Metern zur überraschenden Führung in die Maschen.

Nach dem Seitenwechsel verballerte Northeim zunächst weiter gute Einschussmöglichkeiten, Eintracht blieb ebenfalls gefährlich und hätte durch einen 20-Meter-Schuss von Marvin Janke fast auf 3:1 gestellt (54.). Vier Minuten später läutete dann einer schneller Northeimer Angriff den Anfang vom Ende ein. Silvan Steinhoff, vorher noch „Mister Chancentod“, vollendete nach einem Pass in die Spitze zum 2:2. Keine 120 Sekunden später klingelte es erneut im Celler Gehäuse. Melvin Zimmermann nutzte ein Durcheinander in der MTVE-Hintermannschaft zum 2:3.

Das saß. Von diesem Doppelschlag erholte sich der Aufsteiger nicht mehr und taumelte über das Spielfeld. Northeim erhöhte nochmal die Schlagzahl und nahm Eintracht regelrecht auseinander. Rudolph aus spitzem Winkel (65.), Verteidiger Christian Horst mit zwei fast identischen Kopfballtoren nach Eckbällen (70. und 75.) sowie Zimmermann (76.) trafen beinahe nach Belieben und ohne Gegenwehr. Ein Ringrichter beim Boxen hätte diesen ungleichen Kampf nach dem siebten Volltreffer wohl abgebrochen. Doch die Northeimer ließen nicht ab von ihrem Opfer und waren heiß auf weitere Treffer. Doch trotz vieler guter Angriffe in höchstem Tempo fiel „nur“ noch ein weiteres Tor durch Rinat Nazyrov in der 83. Minute.

„Wir waren nur noch Statisten. Es war klar zu erkennen, dass wir Ausfälle von Leistungsträgern nicht kompensieren können. Wenn du dir in 25 Minuten sieben Dinger fängst, sagt das alles. Die Truppe war einfach zu unerfahren, um mit derart starken Northeimern mitzuhalten“, gab Wirtz unumwunden zu. „Aber wir wussten, dass auch so etwas mal passieren kann. Wir müssen uns jetzt schütteln – und dann geht es weiter.“