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Fußball regional Pleite mit Pech und Pannen für Fußball-Landesligist TuS Celle FC
Sport Fußball regional Pleite mit Pech und Pannen für Fußball-Landesligist TuS Celle FC
17:53 09.11.2014
Von Oliver Schreiber
Abgeräumt: Lüneburgs Sascha Winter (am Boden) trifft erst den Ball – und dann Steven Neumann vom TuS Celle FC. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Das Bild direkt nach Spielschluss sprach Bände: Die Spieler von Fußball-Landesligist TuS Celle FC lagen auf dem Boden und verbargen ihre Gesichter hinter ihren Händen. Nur wenige Meter weiter tanzten die Gäste vom MTV Treubund Lüneburg Ringelreihen und feierten den insgesamt verdienten 2:1-Auswärtssieg. Für die Celler war es vor 155 Zuschauern die dritte Heimniederlage in Folge sowie das sechste Spiel in Serie ohne Sieg – die Blau-Gelben taumeln dem Abgrund entgegen.

„Wir haben eine richtig schlechte erste Halbzeit gespielt. Das war gar nichts. Da musst du dich dann am Ende auch nicht wundern, wenn du wieder mit leeren Händen dastehst. Das ist schon bitter“, meinte TuS-Trainer Hilger Wirtz treffend.

Es war eine Pleite mit Pech und Pannen. Pech, weil der frühe Rückstand in der 11. Minute aus einer klaren Abseitsposition der Lüneburger resultierte. Und weil Mathias Winklers Schuss unmittelbar nach dem Seitenwechsel nur am Pfosten landete – es wäre der 2:2-Ausgleich gewesen. Allerdings wäre der unterm Strich auch schmeichelhaft gewesen, da der TuS FC in der ersten Halbzeit komplett neben der Spur war. Viele Pannen im Spielaufbau sowie bei der Abstimmung in der Vierer-Abwehrkette sorgten dafür, dass die Lüneburger bisweilen leichtes Spiel hatten. „Wir haben sie durch unsere Fehler praktisch dazu eingeladen, uns weh zu tun. Lüneburg war physisch sehr stark und sehr präsent in den Zweikämpfen, daher geht der Sieg auch in Ordnung“, erkannte Wirtz fair an.

Die Celler zeigten allerdings auch wieder, dass die Moral intakt ist. Trotz des katastrophalen ersten Durchgangs kämpften sie sich in die Partie zurück und hatten die Möglichkeit, dem Spiel nach einem 0:2-Rückstand noch die Wende zu geben. „Da muss ich den Jungs ein Kompliment machen. Sie haben sich ins Spiel zurückgebissen und bis zum Schluss alles versucht. Natürlich müssen wir uns auch bei Tjark bedanken, der uns im Spiel gehalten hat“, lobte Wirtz seinen Torwart Tjark Klindworth. Und das völlig zu Recht. Gleich viermal vereitelte der Keeper hundertprozentige Torchancen.

Auch das 0:1 hätte der 22-Jährige fast noch verhindert. Nachdem der Schiedsrichter-Assistent eine klare Abseitsstellung von Lüneburgs Steffen Hattendorf übersehen hatte, lief dieser alleine auf Klindworth zu, der zunächst abwehrte. Im Nachsetzen traf dann aber Lennart Holzhütter (11.). In der 19. Minute tankte sich Max Hartmann über links durch, passte in die Mitte, wo Hattendorf gedankenschneller als sämtliche TuS-Abwehrspieler war und den Ball ins Netz grätschte.

Die Celler ließen so ziemlich alles vermissen, was Fußball ausmacht. Keine Handlungsschnelligkeit, falsche Laufwege, zu langsames Umschalten in beide Richtungen, Abstimmungsprobleme, einfache Ballverluste, etc. Die Liste ließe sich noch fortführen.

Doch das Schöne an dieser Sportart ist, dass sich das Blatt schnell wenden kann. Mit dem Halbzeitpfiff verkürzte Winkler nach einer schönen Kombination über Kirill Weber, Steven Neumann und Kodo Kadir zum 1:2. Und direkt nach dem Wiederanpfiff hatte erneut Winkler sogar den Ausgleich auf dem Fuß, der Pfosten stand dem 2:2 allerdings im Wege. Die Celler nahmen ihr Herz in beide Hände, rannten ständig an, waren aber in ihren Aktionen glücklos.

„Schade, dass wir nicht belohnt wurden. Wir haben vor der Saison gewusst, wie schwer es werden wird. Aber wir werden weiter alles reinwerfen, was wir haben. Und dann kommen auch irgendwann die Erfolge wieder“, so Wirtz kämpferisch.