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Fußball regional Reform zur Förderung von Talenten
Sport Fußball regional Reform zur Förderung von Talenten
09:52 18.08.2010
Von Christoph Zimmer
Celle Stadt

Er gibt sich besonders große Mühe, die neue Spielklassenreform als eine tolle Erfindung zu verkaufen. „Das ist eine richtig gute Sache“, findet Eckart Borges, der Vorsitzende des Jugendausschuss im NFV-Kreis Celle. „Denn der Grundgedanke dabei ist ganz einfach: Es geht darum, die begabten Nachwuchsspieler früh und leistungsbezogen zu fördern.“ In der neuen Saison gibt es – in Niedersachsen ausschließlich im NFV-Bezirk Lüneburg – nur noch Jahrgangsmannschaften. Das heißt konkret: In einer Mannschaft sollen nur noch Spieler eines Jahrgangs spielen. Und: Aufstiege sind schon im Dezember möglich.

Die entscheidenden Änderungen im Überblick: In der Bezirksliga gibt es für die Nachwuchsmannschaften von U15 bis U18 zunächst eine Qualifikationsrunde, die von August bis Dezember ausgespielt wird. Danach geht es entweder in einer Aufstiegsrunde um den Standortwechsel in die Landesliga – oder für die anderen Mannschaften in der Abstiegsrunde um den Verbleib in der Bezirksliga. Dazu kommen – in die Abstiegsrunde – im Januar die Halbjahres-Meister aus den Kreisen. „Da wird es eine leistungsbezogene Verschiebung geben“, erklärt Borges. „Die besten Mannschaften können so früher auf höherem Niveau spielen.“ Und ihre Spielklasse gewissermaßen mitnehmen – sechs Monate früher als üblich.

In der Bezirksliga der U14 steigen die besten drei Teams der Abschlusstabelle bereits im Dezember in die Landesliga auf. Die anderen Mannschaften spielen bis zum Saisonende in der Bezirksliga weiter – dann ebenfalls mit den Aufsteigern aus den Kreisen.

Die U19-Mannschaften spielen von August bis Juni in der Bezirksliga. Die Staffelsieger nehmen am Ende der Saison an einer Endrunde zur Ermittlung des Bezirksmeisters teil – einen Aufsteiger in eine höhere Spielklasse gibt es nicht.

Nicht betroffen von den zeitlichen Änderungen sind die Landesligen von U16 und U18. Wer sich am Ende der Saison auf dem ersten Tabellenplatz wiederfindet, darf, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, in die Niedersachsenliga aufsteigen. Einen Aufsteiger wird es in den Landesligen der U15 und U17 nicht geben – die Tabellenersten dürfen sich aber über den Titel des Bezirksmeisters freuen.

Doch so viel ändert sich gar nicht. Und bedingungslose Gegenliebe wird der Spielklassenreform auch nicht entgegengebracht. „Die ganz große Erfindung ist es nicht“, sagt beispielsweise Bernd Schäfer. „Es wird in erster Linie den Vereinen zu gute kommen, die viele gute Spieler in den verschiedenen Jahrgängen haben. In der Leistungsspitze kann besser gearbeitet werden“, so der DFB-Stützpunkttrainer. Er hat aber auch erkannt, dass sich für die vielen kleinen Vereine gar nicht so viel ändern wird. „Da wird es Schwierigkeiten geben, die personellen Anforderungen zu erfüllen.“ Soll heißen: Sie werden weniger Mannschaften haben, und die mit jüngeren Spielern auffüllen müssen.