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Fußball regional Reife Meisterleistung: MTV Eintracht Celle gewinnt Landesliga-Spitzenspiel
Sport Fußball regional Reife Meisterleistung: MTV Eintracht Celle gewinnt Landesliga-Spitzenspiel
07:35 27.03.2017
Von Oliver Schreiber
Malte Marquardt (vorne) und Co. ließen in der Defensive kaum gegnerische Chancen zu.Die Celler verteidigten - geschickt und diszipliniert. Quelle: Michael Schäfer (Archiv)
Celle Stadt

Das Spiel war bereits seit fast einer Stunde beendet. Doch die Kicker des Fußball-Landesligisten MTV Eintracht Celle saßen vor ihrer Kabine, als wäre die Partie gerade eben erst abgepfiffen worden. Sie dachten gar nicht daran, die dreckigen und schweißgetränkten Klamotten auszuziehen und zu duschen. Stattdessen wurde der 2:0-Sieg im Spitzenspiel beim FC Hagen/Uthlede ausgiebig gefeiert – das ein oder andere „isotonische Getränk“ durfte da natürlich auch nicht fehlen. Schließlich musste der Nährstoffhaushalt nach einer intensiven und anstrengenden Begegnung wieder auf Vordermann gebracht werden.

„Das haben sich die Jungs redlich verdient. Ganz dickes Kompliment. Das war wirklich eine reife Leistung. Wir haben hier bewiesen, dass wir zu Recht da oben stehen“, lobte Trainer Hilger Wirtz seine Schützlinge. Diese drei Punkte waren echte Big Points im Kampf um Meisterschaft und Oberliga-Aufstieg, die Celler bauten ihren Vorsprung gegenüber Hagen auf sechs Zähler aus. Zusätzlich für gute Stimmung sorgte die Nachricht, dass auch TuS Harsefeld (nur 0:0 zu Hause gegen TV Meckelfeld) im Dreikampf um die Spitze gepatzt hatte. Doch Wirtz trat gleich mal kräftig auf die Euphoriebremse. „Das wird uns auch noch passieren. Niemand soll jetzt denken, dass wir einfach so durch die Landesliga marschieren. Wir werden auch noch Spiele haben, in denen es nicht so läuft. Und dann gewinnst du eben mal nicht“, warnte Wirtz vor Übermut.

Doch selbstverständlich durften seine Jungs den Moment erst einmal genießen. Vor mehr als 500 Zuschauern – darunter rund 60 lautstarke mitgereiste Celler Fans – legte Eintracht seine Meisterprüfung ab. Gegen den Gastgeber als bestes Heimteam der Liga ließ der MTVE in der Defensive kaum etwas anbrennen. Auch die sehr schlechten Platzverhältnisse brachten die spielerisch und technisch starken Gäste nicht aus der Ruhe. „Die Jungs waren wirklich super aufmerksam. Es gab sehr viele lange Bälle und Standardsituationen. Da mussten wir schon höllisch aufpassen und haben das sehr gut hinbekommen“, berichtet Wirtz.

In der ersten Halbzeit erspielte sich keine der beiden Mannschaften Vorteile, Chancen waren Mangelware. Aber dann schlug Eintracht im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt zu. In der 23. Minute verwertete Innenverteidiger Lars Lutschewitz per Kopf eine Standardsituation zur Führung. Yannik Ehlers hatte auf den langen Pfosten geflankt, dort stand Lutschewitz goldrichtig und köpfte ein.

Dieser Treffer hinterließ Wirkung bei Hagen, die Celler gingen mit dem 1:0 im Rücken in die Pause. Nach dem Seitenwechsel kam von den Hausherren nicht mehr viel. Ganz im Gegensatz zu den Blau-Weißen, die es versäumten, ihre Konter sauber auszuspielen beziehungsweise ihre Einschussmöglichkeiten zu nutzen. Torjäger Felix Krüger hatte unmittelbar nach Wiederanpfiff zwei „dicke Dinger, die er sonst eigentlich im Schlaf macht“, wie Wirtz befand. Doch das holprige Geläuf machte auch ihm zu schaffen.

Dafür war der 23-Jährige dann aber in der 80. Minute zur Stelle und sorgte für die Entscheidung. Der eingewechselte Henry Struwe passte von der linken Seite nach innen auf Krüger, der von der rechten Seite einlief und mit einem präzisen Schuss vollstreckte. „Da war der Deckel drauf. Das hätten wir aber auch schon früher haben können“, sagte Wirtz. Aber das war letztlich egal. Bei der rund zweistündigen Heimreise im Bus wurde kräftig weitergefeiert. Da waren dann auch alle geduscht und umgezogen ...