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Fußball regional SC Wietzenbruch und TuS Celle FC treffen erstmals in einem Punktspiel aufeinander
Sport Fußball regional SC Wietzenbruch und TuS Celle FC treffen erstmals in einem Punktspiel aufeinander
15:58 28.09.2017
Wietzenbruchs Mario Becker (rechts, hier in der Aufstiegssaison gegen Garßen) ist nur einer von insgesamt fünf Spielern seiner Mannschaft, die schon für den TuS Celle FC gespielt haben. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Ein Derby, das die Celler Fußballszene elektrisiert und am Samstag am Alten Kanal in Wietzenbruch voraussichtlich für einen Zuschauerrekord sorgen wird. In einer weiteren Partie trifft TuS Eschede am Sonntag zu Hause auf den SV Essel.

SC Wietzenbruch –TuS Celle FC(Samstag, 16 Uhr)

Noch vor wenigen Jahren hätte man es für unmöglich gehalten, dass sich der SC Wietzenbruch und der große Nachbar TuS Celle FC, deren Heimspielstätten nur rund 2000 Meter Luftlinie auseinanderliegen, einmal in einem Punktspiel gegenüberstehen würden. "Zur Oberligazeit der Blau-Gelben hätten wir uns schon einiges einfallen lassen müssen, um sie dazu zu bewegen, mal ein Freundschaftspiel gegen uns auszutragen", blickt SCW-Trainer Stephan Bergmann zurück. Doch die Zeiten haben sich geändert – und wie.

Der SC Wietzenbruch, über lange Jahre nur eine graue Maus in der Kreisliga, ist erwacht und förmlich aufgeblüht. Am Ende einer bravourösen Saison stand die Kreismeisterschaft und der Aufstieg in die Bezirksliga. Und hier macht das Bergmann-Team weiter, wo es in der Kreisliga aufgehört hat. Nach einem fulminanten Saisonstart steht der Liga-Neuling mit 15 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz – nur einen Zähler hinter Tabellenführer Germania Walsrode. "Wir wissen, wo wir herkommen und werden ganz sicher nicht abheben. Aber dass wir zu diesem Zeitpunkt schon neun Punkte mehr haben würden als der TuS FC, damit hat keiner gerechnet", sagt Bergmann.

Bei der Frage nach dem Favoriten in diesem Derby hält sich der SCW-Coach zurück. "Ich erwarte ein kampfbetontes Spiel auf Augenhöhe. Wir sind gewillt, dem Publikum unsere gute Entwicklung zu zeigen", so Bergmann. Dass mit Mathias Winkler, Kais Manai, Mario Becker, Benjamin Zeising (noch verletzt) und Eike Mach gleich fünf Akteure des SCW die Fußballschuhe auch einmal für den TuS FC schnürten, dürfte dem, vor allem von den Wietzenbrucher Fans herbeigesehnten, "Spiel des Jahres" zusätzliche Würze verleihen. "Wir werden alles raushauen, was drin ist, um unsere Wiese als Sieger zu verlassen", kündigt der selbstbewusste SCW-Coach an.

Etwas gedämpfter ist die Gefühlslage beim TuS Celle FC, der nach dem Abstieg aus der Landesliga nun seine zweite Bezirksliagsaison spielt. Das legendäre Fußballzitat "Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu" könnte die Situation beim Team von Thomas Crocoll, das mit ganzen sechs Punkten nur knapp über dem ersten Abstiegsrang steht, kaum besser beschreiben. Dumme Punktverluste und eine nie dagewesene Personalmisere gehen Hand in Hand. "Irgendwann müssen wir den Bock mal umstoßen und uns für unsere guten Leistungen belohnen", fordert Crocoll.

Crocoll geht davon aus, dass sein Team dem hochmotivierten Gastgeber Paroli bieten kann. Personell entspannt sich die Lage etwas, denn Ayhan Cango, Benjamin Grund und Onur Ekinci kehren ins Team zurück. Andreas Gerdes-Wurpts (dreiwöchige Rotsperre) und Dennis Ly (Rückenprobleme) werden hingegen weiterhin fehlen. "Wir müssen das Glück auch mal erzwingen. Eine weitere Niederlage wäre schon blöd", so Crocoll. Gerade im Derby gegen die alten Bekannten.

TuS Eschede –SV Essel(Sonntag, 15 Uhr)

Mit dem SV Essel kommt ein Team in den Brunshagen, das für sein schnelles Kombinieren und seine körperliche Robustheit bekannt ist. "Gegen diesen unangenehmen Gegner müssen wir eng und kompakt stehen. Ganz wichtig ist, dass wir frühzeitig unsere Ordnung finden und kein schnelles Gegentor bekommen", weiß Eschedes Trainer Sven Ewert. Nach zwei Remis zuletzt wollen die Schwarz-Weißen auch ein drittes Mal ungeschlagen bleiben. "Taktisch haben wir uns zuletzt eigentlich ganz gut präsentiert. Wichtig ist, Essel nicht ins Spiel kommen zu lassen", so Ewert.

Die personelle Lage hat sich noch verschlechtert, denn nun muss er auch noch auf Malcolm Kleedehn (Gelb-Rot-Sperre) und Kai Klapproth (Oberschenkelverletzung) verzichten. "Im Moment habe ich nur elf Mann auf dem Zettel. Ganz eng sieht es bei den Abwehrspielern aus. Aber jammern nützt nichts – wir müssen es so nehmen, wie es kommt", sagt der Trainer des Tabellendreizehnten.

Von Jochen Strehlau