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Fußball regional SG Eldingen top – SV Dicle flop
Sport Fußball regional SG Eldingen top – SV Dicle flop
17:59 02.07.2014
Von Uwe Meier
Kreisvorsitzenden Jens-Holger Linnewedel - zeichnete zusammen mit dem Bezirksvorsitzenden - Hans-Günther Kuers die Vereinsvertreter mit Marcus Schüler (SG Eldingen), Sievert Asmussen (TuS Hermannsburg) - und Tobias Gotthusen (SV Meißendorf) für das gezeigte Fair-Play-Verhalten mit Ballprämien aus. Quelle: Horst Friebe
Celle Stadt

„Fair geht vor.“ Dieser Gedanke wird bei einigen Fußball-Spielern aber auch Teams in Stadt- und Landkreis Celle klein geschrieben. Zwar ist in der gerade zu Ende gegangenen Spielzeit die Summe der gelben (2013/2014: 4404 – 2012/2013: 4647), gelb-roten (266 – 318) und roten Karten (158 – 167) im Vergleich zur Vorsaison leicht zurückgegangen. Und auch die Anzahl der Vorfälle, mit denen sich das Sportgericht befassen musste, hat einen Rückgang zu verzeichnen. Doch eine halbwegs akzeptable Bilanz sieht anders aus.

„Von Einsicht und positiver Entwicklung ist nichts zu erkennen“, sagt Michael Frede als Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses und beklagt einen teilweise respektlosen Umgang mit den Unparteiischen. Er erhofft sich von der Maßnahme, dass in der kommenden Saison auch gelbe und gelb-rote Karten persönliche Strafen nach sich ziehen können, eine Verbesserung der Situation. „Man darf aber nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt auch positive Aspekte“, so Frede. „Aber das wird nicht immer so wahrgenommen.“ Was allerdings auch daran liegen könnte, dass sich die Spieler dann so verhalten, wie es eigentlich sein sollte und wie es zu einem sportlichen fairen Wettstreit gehört.

Dazu gehören wie schon in den vergangenen Jahren die Altherren der SG Eldingen, die mit einem Quotienten von 0,03 die Aufstellung der fairsten Mannschaften anführen. Hinzu gesellt sich das Team des SV Meißendorf II (0,90) als die fairste von insgesamt 78 Herrenmannschaften im Fußballkreis. Der SVM II wies einen Straf-Quotienten von nur 0,90 Punkten auf. Aus den 44 Kreisvereinen ist der TuS Hermannsburg (0,92) der fairste Verein bei der Saisonauswertung. Und das mit einem erfreulichen Aspekt: Die Hermannsburger schafften es mit einem Riesensprung vom 38. Platz in der Vorsaison bis auf die Fair-Play-Spitzenposition. Zur Errechnung des Quotienten werden die über die Saison gesammelten Strafpunkte durch die Anzahl der Begegnungen geteilt. Für eine gelbe Karte gibt es einen Punkt, gelb-rot (2), rot (5) sowie für andere Unsportlichkeiten wie zum Beispiel Spielabbrüche oder Nichtantretens gibt es zehn Punkte auf das Strafkonto.

Die negative Bestmarke stellt der SV Dicle auf. Auf Platz 44 der Fair-Play-Liste stehend, hat sich der Klub von der Herrenwiese zum Rest des Feldes ein gewisses Polster „verschafft“. Nach 177 gelben Karten, 14 gelb-roten Karten und 12 roten Karten sowie insgesamt 11 weiteren Unsportlichkeiten beträgt der Quotient der beiden Dicler Mannschaften 6,95. Er ist damit fast doppelt so hoch wie der der davor platzierten Klubs vom FC Firat Bergen (43./3,87) und TuS Celle FC (42./3,72).

Dicles Vorsitzender Davut Ekinci sieht diese Bilanz mit gemischten Gefühlen. „Ich will hier niemanden in Schutz nehmen. Aber wir wurden im Vergleich zu anderen Teams auch ungerecht behandelt“, so Ekinci. „Sicher haben wir Spieler, die sich in manchen Situationen nicht unter Kontrolle haben. Doch wenn man in einem Spiel neun gelbe Karten, drei gelb-rote Karten und eine rote Karte erhält, kann das nicht allein an den Spielern liegen.“

Er fordert deshalb einen runden Tisch, an dem die auftretenden Probleme besprochen und möglichst abgestellt werden. Dazu ist man beim NFV Kreis Celle derzeit offenbar nicht bereit. „Jeder Verein sollte erstmal in seinem Verein über diese Dinge nachdenken und die entsprechenden Pappenheimer selbst aussortieren, bevor man von anderen etwas einfordert“, meint zumindest der Spielausschussvorsitzende Achim Prüße.