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Fußball regional SV Nienhagen sucht gegen TuS Celle FC Flucht nach vorne
Sport Fußball regional SV Nienhagen sucht gegen TuS Celle FC Flucht nach vorne
10:42 12.11.2010
Von Oliver Schreiber
Der SV Nienhagen (gelbe Trikots) – hier mit Manuel Gebler (links) und Lars Lutschewitz im Luftkampf mit Südwinsens Michel Moormann – will den TuS Celle FC am heimischen Jahnring wie bereits im Vorjahr in der Landesliga schlagen. Quelle: nicht zugewiesen
Nienhagen

Unterschiedlicher könnten die Aussagen nicht sein. „Für uns kommt dieses Derby zum falschen Zeitpunkt.“ „Für uns kommt dieses Derby zum richtigen Zeitpunkt.“ So lauten die Einschätzungen der beiden Trainer vor dem heutigen Bezirksliga-Derby um 14 Uhr zwischen dem SV Nienhagen und dem TuS Celle FC. Verwunderlich dabei ist nur, dass es nicht die Celler sind, die nach zuletzt zwei Niederlagen in Serie gegen Abstiegskandidaten, den Sturz von Platz eins sowie der Demission von Coach Peter Gronau lieber ein anderes Mal zu diesem Duell angetreten wären, sondern die Nienhäger.

„Ein Trainerwechsel setzt bekanntlich zunächst einmal Kräfte frei. Die Truppe hat nun kein Alibi mehr und muss sich jetzt beweisen. Genau das macht sie doppelt gefährlich. Ich hätte lieber eine Woche früher gegen TuS gespielt“, erklärt SVN-Übungsleiter Michael Krienke.

Sein Gegenüber, TuS-Interimstrainer Kais Manai, ist hingegen gar nicht böse, dass jetzt ein heißes Derby ansteht. „In einem solchen Spiel gibt es keine Ausreden, da muss man keinen zusätzlich motivieren. Wir können mit einem Spiel vieles vergessen machen, was zuletzt schief lief und ersteinmal für Ruhe sorgen. Wir stehen in der Pflicht“, so Manai.

Der 38-Jährige schließt einen Einsatz als Spieler kategorisch aus – obwohl die Celler gerade ihn als erfahrenen Strategen dringend benötigen. „Eines geht nur: Spieler oder Trainer. Ich werde definitiv nicht spielen“, verdeutlicht der Tunesier, der bisher siebenmal für die Blau-Gelben traf. Noch häufiger netzte Marco Kirsch ein – zwölf Saisontore stehen bei ihm zu Buche. Und auch er wird fehlen. „Marco wird studienbedingt nicht dabei sein. Natürlich ist das ein herber Verlust, aber jetzt sind halt die Spieler aus der zweiten Reihe gefordert“, nimmt Manai die bisherigen Ergänzungsspieler in die Pflicht.

Die vordringlichste Aufgabe der Celler ist ohnehin die Stabilisierung der Defensive. Beim 4:5 gegen den MTV Soltau wurden hier die Schwächen mehr als deutlich. „Wir bekommen viel zu viele Gegentore. Die gesamte Mannschaft muss ihr Defensivverhalten verbessern und vor allem die Fehler minimieren. Nienhagen ist gut drauf, wir müssen und werden Vollgas geben“, so Manai.

Die Nienhäger, die im Vorjahr in der Landesliga noch unter der Leitung von Rolf Klindtworth das Heimderby gegen TuS mit 1:0 gewannen, suchen ihr Heil in der Offensive. „Wir suchen die Flucht nach vorne und schießen am Ende hoffentlich ein Tor mehr. Aber das wird schwierig, weil TuS mit Eike Mach ja bekanntlich den besten Torwart der Liga nach unserem Keeper Dimitri Tews hat“, sagt Krienke mit einem Augenzwinkern.

Der SVN hat sich intensiv auf das Duell mit dem TuS FC vorbereitet. „Aber wir bleiben natürlich trotzdem krasser Außenseiter. TuS hat die beste Mannschaft im Bezirk und ist auf allen Positionen bestens besetzt. Eigentlich haben wir keine Chance, aber die wollen wir nutzen“, stapelt Krienke tief.

Denn so ganz nebenbei könnten seine Schützlinge als derzeit Fünfter die Gäste (Dritter) mit einem Sieg überflügeln. Und: Nienhagen ist der inoffizielle Derbymeister mit 13 von 15 möglichen Punkten aus fünf Kreisduellen. „Das ist natürlich ein weiterer Anreiz. Und der Druck liegt bei TuS. Wenn sie gegen uns verlieren, war’s das wohl mit dem Aufstieg“, meint Krienke. Eine wohl zutreffende Aussage.