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Fußball regional „Schlechteste Saisonleistung“: TuS Celle FC verliert 1:4 in Jeddeloh
Sport Fußball regional „Schlechteste Saisonleistung“: TuS Celle FC verliert 1:4 in Jeddeloh
09:49 09.09.2013
Von Christoph Zimmer
Danny Feldmann (hier im Spiel in Göttingen) - und seine Mannschaftskollegen bekamen nach - der schlechten Leistung in Jeddeloh ihr Fett weg. Quelle: Hubert Jelinek
Celle Stadt

Jörg Klindworth fehlten nach dem Spiel fast die Worte. „Das war bisher unsere schlechteste Saisonleistung“, polterte der Sportliche Leiter des TuS Celle FC nach dem erschreckend schwachen 1:4 (0:0) am Sonnabend in der Oberliga beim SSV Jeddeloh. Was ihn derart aufregte, war nicht die dritte Niederlage in dieser Spielzeit an sich, sondern der leidenschaftlich leidenschaftslose Auftritt seiner Mannschaft. „Ein paar Spieler haben anscheinend immer noch nicht begriffen, dass sie in der Oberliga spielen“, sagte Klindworth, „sie müssen langsam verinnerlichen, dass zehn gute Minuten in dieser Spielklasse einfach nicht reichen.“

Nach dem Freundschaftsspiel gegen die Bundesligaprofis des VfL Wolfsburg am letzten Donnerstag sind die Celler wieder im harten Oberligaalltag angekommen. Das hatten sie vor allem einem früheren Profi zu verdanken – Julian Lüttmann. Der 31 Jahre alte Angreifer wurde erst in der Woche vom VfB Oldenburg verpflichtet, für den er in der letzten Saison 13 Tore in der Regionalliga Nord erzielte. Bei seinem ersten Einsatz für Jeddeloh gelang Lüttmann, der als Vertragsamateur nicht an die Wechselfrist gebunden war, nach der ereignisarmen ersten Halbzeit gleich ein Hattrick (50., 71., 88.). „Jetzt haben wir gesehen, warum er so oft getroffen hat“, sagte Klindworth anerkennend.

Dabei hätte Lüttmann nach der Pause gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Das sahen neben Klindworth auch die mitgereisten Zuschauer so. Gleich dreimal habe Lüttmann seine Gegenspieler in Kopfballduellen mit dem Ellbogen niedergestreckt, so der Sportliche Leiter. Gelb sah er später wegen Ballwegschlagens. „Dafür fehlt mir das Verständnis“, sagte Klindworth entnervt. Nach dem 2:0 durch Jeddelohs Kapitän Christian Hillje (64.) hatte der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Björn Lambach, der nach einem feinen Zuspiel von Engin Kiy vollendete (67.), nur kosmetischen Charakter. „Wir haben keinen Zugriff bekommen“, sagte Klindworth nach dem dritten Spiel in Folge ohne Sieg.

Folgen dürfte der Auftritt der Mannschaft haben. „In der Woche werden wir darüber reden müssen“, kündigte Klindworth das eine oder andere Gespräch an, nachdem sich einige Spieler in der hektischen und von vielen Nicklichkeiten geprägten zweiten Halbzeit von der Unruhe auf dem Platz anstecken ließen. „Sie haben reklamiert und lamentiert und sich nicht auf das Fußballspielen konzentriert“, ärgerte sich Klindworth. Dass die Mannschaft Qualität hat, steht für ihn fest. Fest steht für ihn aber auch, „dass sie das auf dem Platz zeigen muss“. Wenn das nicht der Fall sein sollte, „wird sich der eine oder andere Spieler auch mal auf der Bank wiederfinden“.

Für das Heimspiel gegen Aufsteiger Wunstorf am kommenden Freitag um 20 Uhr fordert er die Mannschaft auf, „ein anderes Gesicht“ zu zeigen. Denn die Lage ist bedrohlich. „Wir sind jetzt schon in der Situation, dass wir punkten müssen, wenn wir nicht ganz unten rein rutschen wollen.“