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Fußball regional Schlussakkord mit Selbstironie beim MTV Eintracht Celle
Sport Fußball regional Schlussakkord mit Selbstironie beim MTV Eintracht Celle
18:10 21.05.2018
Von Oliver Schreiber
Eintrachts Bester: Henry Struwe (rechts) enteilt Göttingens Florian Evers. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Die Eintracht blieb damit auch im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen. Doch diese Serie kam letztlich zu spät. Auch gegen Schlusslicht Göttingen wurde wieder ein Problem deutlich, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zog: Der MTVE machte es den Gegnern oftmals viel zu leicht, zu Toren zu kommen. Bei den Treffern der Gäste durch Rafael Sieghan (40.), Yannick Hogreve (71.) und Florian Evers (84., Foulelfmeter) leisteten die Blau-Weißen durch Schnitzer und ungeschicktes Zweikampfverhalten tatkräftig Schützenhilfe.

Nichtsdestotrotz hätte Eintracht dieses Spiel gewinnen müssen – trotz einer grottenschlechten ersten Halbzeit mit vielen Fehlpässen und technischen Unzulänglichkeiten. Doch die Führung durch den starken Henry Struwe nach einem der wenigen guten Angriffe und Vorarbeit durch Adrian Zöfelt sowie Hilger von Elmendorff brachten die Celler nicht in die Pause – Sieghan egalisierte für die Göttinger, die zudem in Durchgang eins Pech bei einem Schuss von Ali Ismail hatten, bei dem der Ball gleich zweimal den Innenpfosten küsste. Bei den Hausherren zirkelte Yannik Ehlers einen Freistoß an die Unterkante der Latte.

Nach dem Seitenwechsel und einer Schrecksekunde, als Göttingens Lamine Diop direkt nach Wiederanpfiff eine hundertprozentige Chance vergab, machte eine stark verbesserte Eintracht mächtig Druck Richtung Göttinger Tor. In der 51. Minute hebelte Christopher Nachtwey mit einem leicht verzögerten Zuspiel auf Adrian Zöfelt die Abseitsfalle der SVG aus. Zöfelt passte auf Henry Struwe, der allein auf Keeper Lukas Billhardt zulief, ihn ausspielte und zum 2:1 einschob. Nur sechs Minuten später revanchierte sich Rechtsaußen Henry Struwe, als er Zöfelt in der Mitte mustergültig bediente und dieser eiskalt vollstreckte.

Die Celler hatten gleich mehrfach den vierten Treffer auf dem Fuß (Bastian Hattendorf, Nachtwey), bekamen dann aber praktisch aus dem Nichts den 3:2-Anschlusstreffer (71.). Diesen Schaden reparierte der MTVE aber wieder, als Kai-Lennart Schmidt eine Kopfballverlängerung im Anschluss an eine Ecke über die Linie drückte – der Linienrichter aber fälschlicherweise eine Abseitsstellung erkannt haben wollte und der Treffer keine Anerkennung fand. Eine klare Fehlentscheidung.

Richtig war aber die Hinausstellung des Göttingers Jan-Niklas Linde, der Zöfelt an der Seitenauslinie böse umsenste und die Rote Karte sah (85.). Es war nicht der erste Versuch Lindes, einen Celler umzutreten. Doch leider ließ Schiedsrichter Marcel Klein, der viele Zweikämpfe falsch bewertete, ihn zuvor gewähren. Dass die Gastgeber die drei Punkte nicht ins Ziel retteten und vor dem Platzverweis den Ausgleich kassiert hatten, lag aber an der eigenen Unzulänglichkeit.

„Die erste Halbzeit war saumäßig von uns, in der zweiten Halbzeit hätten wir das Spiel dann für uns entscheiden können. Aber dann darfst du dir eben nicht solche Patzer erlauben“, meinte Wirtz nach dem Schlussakkord einer sehr lehrreichen Saison.

Martin Cordua schlägt Alarm. „Die Stimmungslage im Celler Jugendfußball hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Es herrscht Misstrauen und überzogenes Konkurrenzdenken. Ein egoistischer Verdrängungswettbewerb ist an die Stelle eines sportlich fairen Wettstreits getreten“, mahnt der Fußball-Jugendleiter des ESV Fortuna Celle. Cordua prangert dabei in erster Linie das „aggressive Abwerben“ von Talenten an, die zu einer Konzentration der Jugendspieler bei einigen wenigen Vereinen führe und die Existenz von Jugendmannschaften in kleineren Klubs gefährde. „Daher rege ich einen runden Tisch an, an dem diese Problematik einmal erörtert wird. Es geht hier nicht darum, einzelne Vereine an den Pranger zu stellen. Sondern darum, eine gemeinsame Linie zu finden“, erläutert Cordua, der zugleich auch Kreisauswahltrainer ist.

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