Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional So schmeckt der Frühling: Für MTV Eintracht und TuS Celle FC läuft es rund
Sport Fußball regional So schmeckt der Frühling: Für MTV Eintracht und TuS Celle FC läuft es rund
18:27 08.04.2016
Von Heiko Hartung
Celle Stadt

Obwohl sie auf einem Abstiegsplatz stehen, hält Eintracht-Trainer Hilger Wirtz viel von den Lüneburgern, die immerhin amtierender Vizemeister sind und überdies im Bezirkspokalfinale stehen: „Ich finde die fußballerisch einfach gut, nur die Erfahrung fehlt ihnen.“ Das gilt streng genommen auch für seine eigene Elf: Die Zuschauer am Eintracht-Platz werden am Samstag die beiden vom Altersschnitt her jüngsten Mannschaften der Liga zu sehen bekommen.

Mit Hilger von Elmendorff, mit 19 Jahren einer der Jüngsten, fehlt dem Aufsteiger aus Celle ausgerechnet einer der auffälligsten Spieler der vergangenen Monate. Eine Oberschenkel-Zerrung sorgt dafür, dass der achtfache Torschütze sein erstes Saisonpunktspiel verpassen wird. Für ihn könnte Tim Struwe vom rechten Flügel auf die offensiv interpretierte Sechserposition ein- oder Malte Marquardt aus der Innenverteidigung aufrücken. Zudem fehlt dem MTVE Stürmer Engin Cavildak berufsbedingt.

Auf der gegnerischen Seite steht ein weiterer Youngster im Fokus: Tim Franke, ebenfalls erst 19 Jahre alt und frisch aus der A-Jugend aufgerückt, schoss bereits 14 Tore für Treubund. „Beim 0:0 im Hinspiel haben wir ihn gut im Griff gehabt. Das müssen wir wieder hinkriegen“, fordert Wirtz.

Erst einmal verlor MTV Eintracht auf eigenem Platz. Das soll auch gegen Lüneburg so bleiben. „Zu Hause dürfen wir nichts mehr liegen lassen, sonst wird es eng“, sagt Wirtz mit Blick auf den angepeilten Aufstieg.

Beim abstiegsgefährdeten TuS Celle FC ist Aufstieg zwar kein Thema, dafür hat der sehnliche Wunsch nach dem Klassenerhalt durch sieben Punkte aus den jüngsten drei Partien neue Nahrung erhalten. Aber die Serie des Gegners vom Sonntag ist noch eindrucksvoller: Durch vier Siege und ein Remis in den letzten fünf Spielen katapultierte sich Ottersberg aus der abstiegsgefährdeten Zone auf Platz fünf, besiegte dabei sogar das Top-Team Hagen/Uthlede mit 3:1. „Die sind in Sachen Klassenerhalt aber noch nicht durch und werden keinen Gang zurückschalten“, glaubt TuS-FC-Trainer Sandy Peter Röhrbein, der wieder auf Sören Radeke (Gelbsperre), Faysel Khmiri und Jerrymie Bahtiri (beide Muskelprobleme) zurückgreifen kann.

Die drei Rückkehrer bereiten Röhrbein jedoch Kopfzerbrechen: Fraglich ist, ob er seine zuletzt siegreiche Elf aus dem Lüneburg-Spiel auseinander reißen soll. „Letztlich entscheidet wohl das Bauchgefühl“, so der Geschäftsführer und Coach in Personalunion. Immerhin: Radeke erzielte beim 1:0 im Hinspiel kurz vor der Winterpause den Siegtreffer.

Was Röhrbein gegen Ottersberg Zuversicht gibt: „Die Spieler merken, dass der Ligaverbleib keine Utopie ist und nehmen die Situation an.“ Frühlingsgefühle statt Winterdepression also bei TuS FC und Eintracht – und damit beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wochenende.

Neuer Stürmer für TuS: Freitagabend haben die Blau-Gelben noch kurzfristig einen neuen Angreifer verpflichtet. Der zuletzt vereinslose Idrissa Sow, der davor bei Regionalligist BSV Rehden unter Vertrag stand, soll Schwung in die Offensive bringen. Der 24-Jährige wurde in der Jugend unter anderem beim TSV 1860 München ausgebildet und ist sofort spielberechtigt. „Das ist im Prinzip ein Vorgriff auf die neue Saison. Aber man sollte nicht zu viel von ihm erwarten, er hat fast ein Jahr kein Mannschaftstraining absolviert“, erklärt Röhrbein.