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Fußball regional Spielabbruch im Halbfinale des Pokals zwischen TuS Eschede und SV Dicle Celle
Sport Fußball regional Spielabbruch im Halbfinale des Pokals zwischen TuS Eschede und SV Dicle Celle
22:06 01.05.2015
Von Heiko Hartung
Fußball-Kreispokal, Halbfinale: SV Dicle Celle - TuS Eschede Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

So richtig mitbekommen hatte es kaum einer – weder die etwa 250 Zuschauer, die am Freitag auf die Celler Herrenwiese zum Halbfinale des Fußball-Kreispokals zwischen TuS Eschede und dem SV Dicle gekommen waren, noch die Spieler und Trainer beider Teams. „Ich weiß nicht, wie das Spiel gewertet wird oder ob es eine Wiederholung gibt“, war Dicles Trainer Davut Ekinci auch Stunden nach dem Spiel noch ratlos.

Seinem Gegenüber Jörg Rienass ging es nicht viel besser. „Normalerweise sehe ich uns im Finale. Aber wir müssen abwarten, was der Schiedsrichter in seinen Bericht schreibt und wie das Sportgericht entscheidet“, rätselt Eschedes Coach.

Das war passiert: Es lief bereits die Nachspielzeit und der große Favorit und Kreisliga-Spitzenreiter Eschede führte mit 2:1 vor einer Kulisse, die schon lange nicht mehr auf der Herrenwiese zu bestaunen war. Top-Torjäger Tim Runge hatte Eschede per Elfmeter in Führung gebracht (43. Minute). David Schlawer erhöhte auf 2:0 (65.), ehe Hayri Özden mit dem 1:2 (80.) der Anschlusstreffer für Dicle gelang.

Doch dann kam es in der 93. Minute zu einer unschönen Szene am Mittelkreis. Als TuS-Spieler Daniel Müller an der Ausführung eines Freistoßes gehindert wurde und sich Platz verschaffte, kam es zu einer Rudelbildung, in die auch Zuschauer verstrickt waren. In der Folge sah Dicles Taner Ekinci die rote Karte. Dann pfiff der bis dahin umsichtig leitende Schiedsrichter aus dem Raum Lüneburg die Partie ab – dachten zumindest die meisten. Doch in Wirklichkeit hatte Referee Louis Mourier die Partie abgebrochen und war in der Kabine verschwunden. „Ich habe den Schiedsrichter später angesprochen und er bestätigte mir den Abbruch“, berichtet der Spielausschuss-Vorsitzender des NFV-Kreises Celle, Achim Prüße, der vor Ort war. Die genaue Begründung bleibt zunächst unklar – und auch welcher Verein die Schuld zugesprochen bekommt und möglicherweise im Nachhinein zusätzlich bestraft wird.

Für Prüße gibt es mehrere Alternativen: „Wenn eine der beiden Mannschaften als Hauptschuldiger der Tumulte ausgemacht wird, kommt sicherlich das jeweils andere Team ins Finale. Vielleicht wird das Spiel aber auch wiederholt“, mutmaßt der Verbandsfunktionär. Aber was ist, wenn beide eine Teilschuld bekommen und bestraft werden? Im Punktspielbetrieb gibt es für so einen Fall eine 0:5-Wertung für beide Teams. Stünde Westercelle II dann kampflos als Pokalsieger fest? „Es liegt jetzt am Sportgericht, diesen gordischen Knoten zu lösen“, meint Prüße und hofft auf ein salomonisches Urteil: „Pfingstsamstag ist Finaltag. Es wäre schön, wenn wir dann ein Endspiel hätten.“