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Fußball regional Spielabbruch überschattet Kreisliga-Spieltag in Celle
Sport Fußball regional Spielabbruch überschattet Kreisliga-Spieltag in Celle
22:09 29.03.2015
Fußball-Kreisliga: TuS Bröckel - SV Altencelle, Niklas Michels, Oliver Seinsch (rechts), Mario Schulze (im Hintergrund) Quelle: Benjamin Westhoff
Bröckel

Der Kreisliga-Spieltag wurde von einem sehr negativen Ereignis überschattet: Nach einer persönlichen Bedrohung kurz vor dem Spielende brach der Schiedsrichter die Partie zwischen Wietzenbruch und Eversen/Sülze beim Stande von 3:0 für die Gäste ab. Auch beim SV Dicle herrschte großer Unmut, die kurdischen Fußballer fühlten sich zum wiederholten Male verschaukelt.

SV Garßen –

SV Dicle Celle

2:2 (0:2)

Dicles Trainer Davut Ekinci war nach Spielschluss kaum zu beruhigen. Ihn ärgerte die Elfmeterentscheidung in der Schlussphase der Partie, die zum Ausgleich für die Hausherren führte. „Wir werden in jedem Auswärtsspiel verpfiffen – da macht Fußball keinen Spaß mehr“, motzte Ekinci. Der Coach hat das Gefühl, dass sein Team in der Kreisliga unerwünscht sei und deswegen die entsprechenden Entscheidungen gefällt würden. Er ging sogar so weit, von Diskriminierung und Rassismus zu sprechen.

„Hier steht nicht mehr der Fußball im Vordergrund“, so Ekinci. Garßens Trainer Falk Elbers verstand die Aufregung nicht, denn der Elfmeter wurde aus seiner Sicht völlig zu Recht gegeben. Sein Team spielte eine ganz schlechte erste Halbzeit und fand erst durch die Einwechslung der beiden Jugendspieler Maximilian Senn und Philipp Baumann nach der Pause ins Spiel. „Die Jungs haben für viel Schwung gesorgt“, so Elbers zufrieden.

TuS Eschede –

MTV Ahnsbeck

4:0 (3:0)

Mit einem lupenreinen Hattrick in der ersten Halbzeit sorgte der überragende David Schlawer schnell für die Entscheidung in einem einseitigen Spiel. „Ahnsbeck hatte nicht eine nennenswerte Torchance“, meinte TuS-Trainer Jörg Rienass. Gegen stark ersatzgeschwächte Gäste erzielte Schlawer bereits mit dem ersten Angriff das erste Tor. Mit der Hacke verlängerte er einen Hereingabe zum 1:0 (2.) in die Maschen. Wie defensiv der MTV ausgerichtet war, zeigte sich bereits durch die Aufstellung. Die etatmäßigen Stürmer Christopher Lemp und Marcel Döhrmann fanden sich als Innenverteidiger wieder. Der MTV war ausschließlich auf Schadensbegrenzung aus und war mit der klaren Niederlage gut bedient. Eschede sieht sich mit dem Sieg gut gerüstet für die Spitzenpartie am Ostersamstag in Eversen.

SC Wietzenbruch –

TuS Eversen/Sülze

abgebrochen

Beim Stande von 3:0 für die Gäste aus Eversen wurde die Begegnung in der 87. Spielminute von Schiedsrichter Jannik Heitmann abgebrochen. Der erste Durchgang verlief noch völlig normal und ohne große Ereignisse. Nach vielen verbalen Entgleisungen der SCW-Akteure im gesamten Verlauf der zweiten Halbzeit brachte eine Bedrohung das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen. „Du kommst nicht lebend vom Platz“, soll ein Hausherren-Spieler zum Spielleiter gesagt haben. Der Chef der Celler Schiedsrichter Michael Frede wurde vom Schiedsrichter über diesen Vorfall informiert. „Über das weitere Vorgehen wird das Sportgericht entscheiden“, sagte Frede. Wietzenbruchs Trainer war fassungslos über diesen Vorfall. „Das hat auf dem Fußballplatz nichts verloren“, so Celal Carut.

TuS Eicklingen –

ESV Fortuna Celle

5:1 (3:0)

Völlig bedient war ESV-Trainer Sascha Klein von der Darbietung seiner Mannschaft beim TuS Eicklingen. „Das einzig Positive war heute, dass die Duschen warm waren“, frotzelte Klein. Besonders erzürnte ihn die mangelhafte Einstellung seiner arrivierten Akteure, die alles vermissen ließen. „Wer Ambitionen hat, höher zu spielen, muss sich hinterfragen, ob er das Zeug dazu hat“, meinte Klein.

Eine Viertelstunde lang war es noch ganz ansehnlich, was die Fortunen zeigten. Nach dem ersten von vier Treffern durch Michel Moormann nach einer guten halben Stunde war aber keine Reaktion mehr zu erkennen. „Eicklingen ist erfahren genug, unsere Schwächen eiskalt auszunutzen“, wusste Klein.

SG Eldingen –

MTV Langlingen

1:3 (1:1)

Eldingens Trainer Werner Köller trauerte drei verlorenen Punkten nach, die sein Team durch eigene Fehler leichtfertig hergegeben hatte. Im ersten Durchgang waren die Hausherren spielbestimmend und gingen auch durch Christian Lübbe verdient in Führung (27.)

Nach einem langen Ball, der von Dirk Pelzer zum Ausgleich für die Gäste (31.) ins eigene Tor gelenkt wurde, verlor die SG völlig die Spielkontrolle. „Danach lief bei uns nicht mehr viel zusammen“, sagte Köller. Fortan wollte kein Spieler einen Fehler begehen und agierte zu ängstlich. Durch einen Doppelschlag von Timo Landscheidt sicherte sich Langlingen einen wichtigen Erfolg im Abstiegskampf.

TuS Hohne-Sp. –

TSV Wietze

3:2 (1:1)

Einen ganz wichtigen Erfolg im direkten Duell mit einem Abstiegskonkurrenten sicherte sich Hohne. Durch den Erfolg haben sich die Hausherren weiter von unten abgesetzt und haben jetzt acht Punkte Vorsprung zu den Abstiegsrängen. „In einem schwachen Spiel waren wir der glückliche Gewinner“, war TuS-Coach Peter Bartosch ehrlich. Nach einer beschaulichen ersten Halbzeit kam in der Schlussphase sehr viel Hektik in die Partie. Nach einer Gelb-Roten Karte für Tobias Wöhlk witterte Wietze die Siegchance und riskierte mehr. Als beide Teams je einen Treffer erzielt hatten, gelang den Hausherren der „Lucky Punch“ durch Tobias Minzlaff in der letzten Spielminute. Einen Freistoß von Martin Helke drückte Minzlaff im Nachschuss zum 3:2 (90.) über die Linie.

TuS Bröckel hält Altencelle auf Distanz

Mit einem glücklichen 1:0-Sieg gegen den SV Altencelle hat der TuS Bröckel den dritten Platz verteidigt und bleibt erster Verfolger des Führungsduos.

BRÖCKEL. Eigentlich hatte das Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga keinen Sieger verdient. Dass in dem umkämpften Match dann doch noch ein Treffer fiel, war einem strittigen Elfmeter kurz vor Schluss geschuldet. „Da darf es nie einen Strafstoß geben, Christoph Schlote spielt klar den Ball“, erzürnte sich SVA-Coach Claus Netemeyer. Bröckels Kapitän Mario Schulze nahm das Geschenk an und versenkte den Elfmeter zum 1:0 (88.).

Bei regnerischem Wetter war der Platz entsprechend aufgeweicht und ließ kein ansehnliches Spiel aufkommen. Zu Beginn der Begegnung gab es auch kaum nennenswerte Torraumszenen, das Geschehen lief vornehmlich im Mittelfeld ab, wo um jeden Ball gekämpft wurde. Altencelle stand tief und ließ die Hausherren gewähren, die ihrerseits aber keine Lücke fanden, um in die gefährliche Zone vor dem Tor zu kommen.

Nach einer Viertelstunde nahm das Spiel an Fahrt auf. Auf beiden Seiten gab es einige Versuche, zum Erfolg zu kommen. In dieser Phase zeichneten sich beide Torhüter mehrfach aus. Zur Pause nahm Bröckels Trainer Bernd Schäfer zwei Wechsel im offensiven Bereich vor, die sofort für neuen Schwung sorgten. Besonders der lange verletzte Lukas Ahammer war permanent brandgefährlich. Er setzte seine Nebenleute geschickt ein, hätte aber auch selbst treffen können. Jannick Rienass im Altenceller Tor war hier mehrmals glänzend zur Stelle.

In den letzten 20 Minuten agierten beide Kontrahenten mit offenem Visier. Dadurch, dass beide Abwehrreihen gelockert wurden, waren viele Chancen zu sehen. „Wenn die Torhüter nicht so stark gehalten hätten, wäre das Spiel wahrscheinlich 4:4 ausgegangen“, meinte Bröckels Trainer Bernd Schäfer. Fast im Minutentakt waren brenzlige Situationen zu verzeichnen. Ahammer auf der einen und Oliver Seinsch auf der anderen Seite hatten gute Gelegenheiten zu treffen.

Als dann alle mit einem gerechten Unentschieden rechneten, kam die entscheidende Szene: Lukas Ahammer wurde von Pascal Migura mit einem Steilpass in den Strafraum geschickt. Altencelles Schlote war mit dem langen Bein zur Stelle und traf wohl sowohl den Ball als auch den Stürmer. Der umstrittene Elfmeterpfiff und die Rote Karte für Schlote waren der Schlusspunkt der Spitzenpartie.

Von Jens Tjaden