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Fußball regional Spitzenspiel in der 2. Handball-Bundesliga: SVG Celle zu Gast bei Borussia Dortmund
Sport Fußball regional Spitzenspiel in der 2. Handball-Bundesliga: SVG Celle zu Gast bei Borussia Dortmund
16:54 19.12.2013
Von Oliver Schreiber
Bogna Dybul geht morgen in Dortmund für den SVG Celle wieder - auf Torejagd. Die 23-jährige Polin hat ihre Grippe auskuriert. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Wenn der gemeine Sportfan den Namen Borussia Dortmund hört, denkt er unwillkürlich an den erfolgreichen Fußball-Bundesligisten. Und an das beeindruckende Stadion mit der größten Stehplatztribüne Europas – 25.000 Menschen feuern dort in gelb-schwarzen Gewändern ihren BVB an. Ehrfurchtsvoll wird diese Kulisse auch „gelbe Wand“ genannt, die jeden Gegner einschüchtern soll.

„Zum Glück betreiben wir ja eine andere Sportart – und das auch noch in der Halle“, sagt Christian Hungerecker, Trainer des Handball-Zweitligisten SVG Celle, vor der Auswärtspartie in Dortmund am Sonnabend (19 Uhr), lachend. „Aber unsere Aufgabe wird auch so schwierig genug“, so der 40-Jährige.

In der Tat. Denn beim BVB wird auch Damen-Handball auf hohem Niveau gespielt. Die Borussen haben ihren Kader aufgerüstet und wollen mit aller Macht zurück in die 1. Bundesliga. Der Aufstieg ist das erklärte Ziel. Die Dortmunderinnen (16:4 Punkte) liegen nach Minuspunkten gleichauf mit Spitzenreiter SVG (18:4) und würden mit einem Sieg an den Cellerinnen vorbeiziehen.

Die wiederum wären im Fall eines doppelten Punktgewinns „Weihnachtsmeister“ und würden die Tabellenführung mit ins neue Jahr nehmen. Erneut also ein echtes Spitzenspiel nach dem Triumph in der Vorwoche gegen den Zweiten HSG Bad Wildungen (34:28).

„Für uns ist es einfach eine tolle Sache, dass wir jetzt kurz vor Weihnachten solche Spitzenspiele bestreiten dürfen. Damit war vor der Saison ja nicht zu rechnen. Dortmund wird mit großem Selbstvertrauen in die Partie gehen. Wir aber auch“, erklärt Hungerecker. Zum Aufeinandertreffen mit der „gelben Wand“ kommt es im übertragenen Sinne aber doch. Denn der SVG muss gegen ein starkes Abwehrbollwerk des in gelb gekleideten Gastgebers anstürmen. Der BVB verfügt über die drittbeste Defensive der Liga (26 Gegentore im Schnitt) nach den Berliner Füchsen (22) – und dem SVG (25).

Die Dortmunder sind zudem äußerst heimstark – fünf Siegen steht nur eine Niederlage gegenüber. Aber genauso lautet auch die Celler Auswärtsbilanz. „Wenn man diese Faktoren zusammennimmt, kann man von einem Spiel auf Augenhöhe sprechen“, meint Hungerecker.

Eine Statistik sollte der Coach bei der Mannschaftsbesprechung lieber nicht erwähnen. In sechs Spielen gegen den BVB in der 1. und 2. Liga seit 2008 hat der SVG noch nie gewonnen – fünf Niederlagen, ein Remis.

Besonderes Augenmerk muss Celle auf die groß gewachsene Linkshänderin Anouk van de Wiel im rechten Rückraum legen. Die Niederländerin ist zwar erst 21 Jahre alt, aber bereits mit allen Wassern gewaschen. Sie hat die meisten Tore für Dortmund erzielt (60), führt aber auch die Sünderkartei der Liga mit den meisten Zeitstrafen an (13 in zehn Spielen). „Nicht nur durch sie kommen hohe Anforderungen auf uns zu. Wir müssen hinten kompakt stehen und dabei auch immer Kontakt zu van de Wiel halten“, sagt Hungerecker, der personell aus dem Vollem schöpfen kann.

Vor fanatischen BVB-Anhängern wie bei den Fußballern muss der SVG allerdings keine Angst haben. In der 2.500 Zuschauer fassenden Sporthalle im Stadtteil Wellinghofen verlieren sich im Schnitt nur 331 Fans. Da hat Celle (590) wesentlich mehr zu bieten und liegt hier hinter Sachsen Zwickau (621) ligaweit auf Rang zwei.

Eine Wechselwirkung zwischen der 2. Handball-Bundesliga der Damen und der höchsten deutschen Fußball-Klasse bei den Männern gibt es dann aber doch noch. Bogna Dybul hat ihre Grippe überwunden und wird für den SVG laufen. Allerdings scheint sie ihren Lebensgefährten Artur Sobiech angesteckt zu haben. Der Stürmer von Hannover 96 liegt flach und droht für das Spiel beim SC Freiburg auszufallen...