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Fußball regional Sportpark Hambühren hinterlässt große Lücke in Celler Sportlandschaft
Sport Fußball regional Sportpark Hambühren hinterlässt große Lücke in Celler Sportlandschaft
17:23 02.10.2017
Von Heiko Hartung
Quelle: Heiko Hartung
Hambühren

HAMBÜHREN. Weil sich der Betrieb der stark modernisierungsbedürftigen Multisporthalle mit angeschlossener Gastronomie nicht mehr rentierte, hatten die Betreiber Pawel Liniewski und Martin Scholtz den Pachtvertrag zum 30. April auslaufen lassen. Seit der Schließung hat sich rund um die Anlage aus den 70er Jahren nichts getan. Das Aus hinterließ eine große Lücke in der Celler Sportlandschaft.

Denn das an einem Standort konzentrierte Sportstätten-Angebot suchte seinesgleichen im Celler Raum. „Zu uns kamen sogar Leute aus dem Heidekreis und der Region Hannover“, blickt Martin Scholtz zurück. Während sein Geschäftspartner Liniewski ausschied, führt der staatlich geprüfte Tennislehrer Scholtz die „Stop-and-Lob-Tennisschule“ weiter. Alles eine Nummer kleiner als zuvor: Waren vor der Schließung des Sportparks bis zu 170 Kinder und 70 Erwachsene im regelmäßigen Training, wurden im Sommer nur etwa 100 Kinder und Jugendliche trainiert.

Scholtz und zwei Angestellte unterrichteten auf den Tennisanlagen der Partnervereine in Hambühren, Oldau, Schwarmstedt, Fuhrberg und Brelingen in der Wedemark. Doch mit Beginn der herbstlichen Witterung ziehen die Tennisspieler wieder in die Halle – und erst jetzt wird die Schließung des Sportparks mit seinen drei Indoor-Plätzen richtig spürbar. Denn im gesamten Westkreis gibt es keine wetterunabhängige Alternative. „Wir hatten zuletzt eine Auslastung von 80 Prozent. Viele Tennisspieler bleiben jetzt auf der Strecke, weil sie anderswo keine Hallenzeiten mehr bekommen haben. Oder sie müssen weite Wege in Kauf nehmen“, sagt Scholtz.

Die nächsten Tennishallen sind in Bergen und Celle. Peter Harling, Betreiber des Tenniscenters Südheide in Groß Hehlen mit seinen acht Plätzen, bestätigt: „Nach der Schließung der Halle in Hambühren sind viele Spieler und Trainer aus Hambühren auf uns zugekommen. Alle konnten wir nicht aufnehmen, da wir gerade zu den Stoßzeiten komplett ausgebucht sind.“ Und auch in der Zwei-Feld-Halle des MTV Eintracht Celle an der Nienburger Straße war die Nachfrage groß: „Es sind eine ganze Menge Hambührener zu uns gekommen. Wir konnten alle unterbringen, allerdings hat nicht jeder seine Wunschzeit bekommen. Jetzt sind wir ziemlich ausgebucht“, berichtet Hans-Dieter Piechota, 2. Vorsitzender der Tennisabteilung und verantwortlich für die Hallenverwaltung. Des einen Leid, des anderen Freud: „Wir profitieren sehr von der Schließung“, meint Piechota.

Scholtz selbst hat sich mit seinen Trainingsgruppen ebenfalls in Groß Hehlen sowie in zwei Hallen in Burgwedel stundenweise eingemietet. „Dadurch haben wir im Wintertraining leider noch ein paar Kinder verloren. Aber das relativiert sich im Sommer wieder“, sagt der 37-Jährige.

Der einst im Sportpark ansässige Tennisverein RS Hambühren existiert auf dem Papier zwar noch, die meisten Mitglieder seien aber zum TC Hambühren gewechselt, so Scholtz. Auch der Wegfall der beiden Soccer-Courts wird die knappe Hallensituation verschärfen. Fußballteams von etlichen Celler Vereinen, aus Oldau, Hambühren oder Wietze mieteten sich im Winter im Sportpark ein und müssen nun Ausweichquartiere suchen. Squashspieler sind nach Lachendorf oder gar Hannover ausgewichen.

Endgültig abfinden mit der Situation möchte sich B-Lizenztrainer Scholtz nicht: „Ich habe Vorstellungen und Pläne, das Loch, das durch die Schließung des Sportparks entstanden ist, für die Tennis-Wintersaison zu schließen.“ Details mag er nicht nennen, aber eine Wiederbelebung des Sportparks sei kein Thema.

Das deckt sich mit den Aussagen der Besitzer: „Es gibt keine konkreten Pläne zur Nutzung der Halle und des umliegenden Geländes“, sagt Ernestina Lahmann-Kreye von der Firma „Kreye Immobilien“ aus Hannover, der die Immobilie gehört. Man suche aber keinen neuen Pächter, nur ein Verkauf komme in Frage, so Lahmann-Kreye. „Ich rechne stark mit einer künftigen Nutzung des Areals im industriellen Bereich.“ Bis dahin übernimmt das Unkraut das Regiment, wo einst der Sport regierte.