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Fußball regional Stillstand auf Celler Rollkunstbahn
Sport Fußball regional Stillstand auf Celler Rollkunstbahn
18:13 10.10.2017
Von Carsten Richter
Quelle: Carsten Richter
Celle Stadt

Celle. Veranstalter war MTV Eintracht Celle. Noch heute bietet der Verein Trainingsmöglichkeiten an – die Kurse haben nach den Sommerferien sogar noch an Zuspruch gewonnen. Doch vom Glanz früherer Zeiten ist nichts mehr übrig, die Außenbahn an der Burgstraße ist völlig marode. „Turniere können hier nicht mehr stattfinden“, sagt Seisselberg, der als Geschäftsführer des Niedersächsischen Rollsport- und Inlinerverbandes unter anderem die norddeutschen Rollsporttage nach Celle geholt hat und für seinen langjährigen Einsatz 2012 das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam. Doch das ist längst Vergangenheit. Aufgrund der Unebenheit des Belags haben sich Pfützen auf der Bahn gebildet. Durch das teilweise rostige Geländer wächst Unkraut. Die Holzbank, die früher eine Sitzgelegenheit bot, ist morsch; ein Balken ist herausgerissen.

„Seit 20 Jahren ist hier Stillstand“, stellt Seisselberg konsterniert fest. Das internationale Rollhockeyturnier 1997 markierte das Ende einer Ära. Die Bahn wurde seitdem nicht mehr von der Stadt gepflegt, Sport ist längst nur noch in der Halle möglich. Die winterliche Kälte hat dem Bodenbelag über die Jahre hinweg erheblich zugesetzt.

Gerne würde der MTVE wieder Turniere nach Celle holen, doch es fehlt an geeigneten räumlichen Möglichkeiten. „Wir möchten auch wieder draußen üben“, sagt Trainerin Susanne Kuley-Müller. Eine Außenbahn gebe es noch in Braunschweig, erzählt sie. Doch die rund 30 Kinder von 5 bis 14 Jahren, die derzeit am Training teilnehmen, regelmäßig dorthin zu befördern, ist kaum umsetzbar. Also bleibt nur das Training in der alten Burghalle. Dort aber sei die Zeitspanne arg begrenzt, berichtet Kuley-Müller. Grund ist die angespannte Sporthallensituation in der Stadt. „Im Winter wird sich die Lage noch zuspitzen. Dann wird in der Halle auch Fußball und Hockey gespielt“, so Kuley-Müller.

Auch sie ist seit Jahrzehnten mit dem Rollkunstlauf verbunden. Seit 1966 ist sie in dem Sport aktiv, an ihre Kinder hat sie die Leidenschaft weitergegeben. „Die Zeit der großen Turniere ist vielen noch gut in Erinnerung“, erzählt sie. „Noch oft werde ich darauf angesprochen.“

Rollkunstlauf als generationenübergreifendes Hobby – so erlebt es auch Seisselberg. „Das Interesse wird in der Familie weitergegeben“, berichtet das Celler Urgestein, der über den Sport sogar seine Frau kennen gelernet hat. Seine Kinder sind längst mit dem „Rollkunstlauf-Virus“ infiziert. Enkeltochter Leentje ist gerade mal fünf Jahre alt, flitzt aber schon wie ein Profi über die Bahn. „Mit zwei Jahren stand sie das erste Mal auf den Rollen“, sagt ihr Vater Mirco Lischka. Nachdem sie die bunten Kleider der Läuferinnen gesehen hat, wollte sie den Sport auch selbst ausprobieren. Ein Sport, der ganz offenbar ansteckend ist. Die Celler Glanzzeiten aber kennt sie nur von alten Fotos.