Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional „Stimmung wie auf einem Volksfest“
Sport Fußball regional „Stimmung wie auf einem Volksfest“
13:37 26.06.2012
Von Christopher Menge
Stolz pr‰sentiert Deutschland-Fan Siegfried Heinse die Eintrittskarten und die Fan-Artikel der Europameisterschaft 2012 in der Ukraine. Quelle: Christopher Menge
Celle Stadt

„Wenn die Hymnen gespielt werden, kribbelt es im ganzen Körper“, erzählt Siegfried Heinse mit leuchtenden Augen. Der Celler war bei der Europameisterschaft in der Ukraine live dabei und feuerte die deutsche Mannschaft bei den 2:1-Siegen gegen die Niederlande und gegen Dänemark an. Seit 1972 hat der 67-Jährige sieben Europameisterschaften vor Ort miterlebt.

„Es war wie ein Volksfest, tausende Ukrainer, Niederländer und Deutsche haben zusammen gefeiert“, berichtet Heinse, „die Stimmung war sehr gut und vor allem friedlich.“ Mit einem Sonderflug von Hannover aus war der Celler über den Fanclub der deutschen Nationalmannschaft nach Charkow gereist. Nach zweieinhalb Stunden Flugzeit war der Fan-Tross am Ziel, sodass noch genug Zeit blieb, sich auf der Fanmeile mit anderen Fans auszutauschen und Fotos zu schießen. Direkt nach dem Spiel ging es zurück nach Hannover. „Auf dem Rollfeld standen 70 Flugzeuge, die alle gleichzeitig los wollten“, berichtet Heinse, „da kam es dann zu Verzögerungen.“ Auch das DFB-Team kam verspätet im Quartier in Danzig an.

Die zweite Tour zum Spiel Deutschland gegen Dänemark in Lemberg hatte es in sich. „Die reine Fahrtzeit beträgt 40 Stunden mit dem Bus“, berichtet Heinse. Samstagmorgen um 6 Uhr ging es in Hannover los, hinter Warschau übernachteten die 54 Deutschland-Fans, ehe es am Spieltag weiter Richtung Lemberg ging. „Man kennt sich, der harte Kern der deutschen Fans ist mit dem Bus gefahren“, erzählt der DFB-Fan, der von der Atmosphäre in Lemberg angetan war. „In der Altstadt war eine tolle Stimmung mit Tanz und Gesang“, so Heinse. Zwei Stunden nach dem Spielende fuhr der Bus zurück nach Hannover, wo er Montag Abend ankam. „Die Reisestrapazen waren schon heftig, aber es hat trotzdem Spaß gemacht“, sagt der Pensionär.

Vorher hatte sich Heinse noch mit den Fan-Artikeln der Euro 2012 eingedeckt. „Für die zweite Herren des VfL Westercelle, in der ich 20 Jahre lang gespielt habe, habe ich einen EM-Ball gekauft“, sagt Heinse, der bei der Sicherheitskontrolle vor dem Stadion in Lemberg noch ein besonderes Erlebnis hatte. „Vor dem Stadion wurden Flyer verteilt, auf denen die Freilassung Julia Timoschenkos gefordert wurde. Der Sicherheitsbeamte sagte mir dann, dass das politische Propaganda sei“, berichtet der Fußballfan. Mehrere Sicherheitsbeamte kamen und diskutierten, ließen Heinse dann aber doch mit Flyer ins Stadion.

Im Vergleich zu den vergangenen EM-Turnieren waren die Eintrittspreise bei den Spielen in Polen und der Ukraine human. Je nach Kategorie musste Heinse zwischen 30 und 70 Euro hinblättern. „Das ist verhältnismäßig günstig, damit sich das die Ukrainer auch leisten können“, erklärt der Fußballfan, der inzwischen 229 Länderspiele live gesehen hat. Und die nächste Reise ist schon wieder geplant. Am 15. August geht es nach Frankfurt zum Spiel gegen Argentinien. Und wenn die Hymnen gespielt werden, dann beginnt wieder das Kribbeln...