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Fußball regional Stunde null beim SV Nienhagen
Sport Fußball regional Stunde null beim SV Nienhagen
19:47 03.07.2017
Von Heiko Hartung
Nienhagen

Doch aus dem Neustart auf höchster Kreisebene wird nichts: Leistungsträger wie Alexander Tiegs, Naser Dullaj (TSV Burgdorf), Timon Vogel (VfL Westercelle) Ole Christian Eckart (MTV Eintracht Celle) oder Tim Voges (Treubund Lüneburg) suchen eine höhere sportliche Herausforderung, Routiniers wie Christian Grabowski, Christopher Hempel, Dimitri Tews oder Jan Merkert sehen sich reif für die Alte Herren. „Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, bis zuletzt gehofft, dass wir die Mannschaft voll kriegen, aber es hat nicht geklappt“, berichtet Knauer enttäuscht. Beim Trainingsauftakt stand der 46-Jährige mit drei, vier Leuten auf dem Platz.

Am Montag zog Spartenleiter Volker Lieberam die Notbremse: „Wir haben dem Kreisverband mitgeteilt, dass wir unsere Kreisliga-Elf zurückziehen“, so der 42-Jährige. „95 Prozent der Spieler aus der ersten Mannschaft sind weg, da muss ich nicht die Zweite hochziehen, um jede Woche auf die Mütze zu bekommen“, sagt Lieberam. „Für uns beginnt jetzt die Stunde null.“

Lieberam selbst wird die verbleibenden Spieler in der 2. Kreisklasse trainieren. „Wir wollen oben mitspielen“, umreißt er das Saisonziel. Für Knauer ist dagegen nach vier Jahren Schluss am Jahnring: „Ich sehe keine Perspektive und lasse deshalb lieber anderen den Vortritt.“ Er selbst habe kein neues Engagement bei einem anderen Verein in der Hinterhand. „Ich habe ja bis zuletzt dafür gekämpft, den Kader zusammenzustellen.“

Der überraschende Rückzug der Nienhäger brachte Celles Spielausschussvorsitzenden Achim Prüße am Montag ordentlich ins Rotieren. „Ich musste mich erstmal beim Landesverband in Barsinghausen erkundigen, wie die Situation zu handhaben ist“, so Prüße. Denn normalerweise sei es üblich, in so einem Fall die rangniedere Mannschaft abzumelden. Doch der Niedersächsische Fußballverband (NFV) gab grünes Licht: Laut Prüße treten in der Kreisliga in dieser Saison 14 statt 15 Teams an. Weil die Meldefrist abgelaufen ist und die Saison offiziell seit 1. Juli läuft, können die Ligen nicht mehr neu zusammengesetzt werden. Damit steht der SV Nienhagen als erster Kreisliga-Absteiger fest, von den verbleibenden Vereinen steigt am Ende nur ein weiterer ab. Klubs, die laut Spielplan gegen Nienhagen antreten müssten, haben stattdessen spielfrei.

Aber auch auf die unteren Ligen im Fußballkreis Celle bis hinab zur 4. Kreisklasse hat der Rückzug der Elf vom Jahnring Auswirkungen: „Es wird jeweils drei Aufsteiger geben, um im kommenden Jahr wieder die Sollstärke in der Kreisliga zu erreichen“, erklärt Prüße. Aktueller Nebeneffekt: Für die Spieler des TuS Hohne-Spechtshorn entfällt die Qualifikation zum Kreispokal A, sie stehen kampflos in der erste Hauptrunde.

Was Verbandsfunktionär Prüße etwas sauer aufstößt, ist der späte Zeitpunkt des Rückzugs. „Wenn ich zwei Wochen früher davon erfahren hätte, hätte man noch nachträglich Vereine von unten hochziehen können.“ Knauer bittet jedoch um Verständnis: „Ich wollte einfach nicht so früh aufgeben und hatte immer die Hoffnung, dass sich genügend Spieler für Nienhagen entscheiden.“ Leider kam es anders.