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Fußball regional Treueschwüre und Rücktritte bei TuS Celle FC
Sport Fußball regional Treueschwüre und Rücktritte bei TuS Celle FC
17:43 17.12.2017
Dieses Duo in leitender Position ist beim TuS Celle FC Vergangenheit: Cheftrainer Thomas Crocoll (rechts) muss im Abstiegskampf ohne seinen Bruder Heiko auskommen. Der stellvertretende Vorsitzende gab sein Amt auf.
Celle Stadt

Ohne die permanente Bewegung auf allen Ebenen wäre der TuS Celle FC nicht der Verein, den man kennt. Erst jüngst machten Gerüchte die Runde, dass Torjäger Andreas Gerdes-Wurpts den Fußball-Bezirksligisten zur Winterpause verlassen würde. Diese Mutmaßung stellte sich schnell als falsch heraus, denn die „Lebensversicherung“ der Blau-Gelben bekannte sich in aller Deutlichkeit zu Mannschaft und Verein.

„Diese Gerüchte sind absoluter Blödsinn. Ich bin auf jeden Fall in der gesamten Rückrunde für den TuS FC am Ball und will dem Team mit hoffentlich vielen Toren bei der Sicherung des Klassenerhalts helfen. In dieser schwierigen sportlichen Situation einfach wegzubleiben – das könnte ich den Jungs nicht antun“, so der 37-jährige Bremer, der den Spaß am Fußballspielen in der Herzogstadt nach eigenen Angaben nicht verloren hat.

Aufgrund hoher beruflicher Belastung und des großen Zeitaufwands für die Fahrten nach Celle hält sich der Ex-Regionalligaspieler unter der Woche allerdings meist beim Bremer Verbandsligisten FC Oberneuland fit. Bruder Michael Gerdes, der im Sommer 2016 als Co-Trainer verpflichtet wurde, ist hingegen nicht mehr an der Nienburger Straße tätig. „Aufgrund einer beruflichen Veränderung passte es für Michael, dem von der Mannschaft viel Respekt entgegengebracht wurde, zeitlich nicht mehr. Sein Vertrag wurde jedoch nicht aufgelöst, sondern ruht nur“, sagt Cheftrainer Thomas Crocoll. Er hat mit Abwehrspieler Nils Speckmann, der Crocoll bereits tatkräftig unterstützt, schnell Ersatz gefunden. Das hatte allerdings zur Folge, dass der 30-jährige nun sein Amt als Kapitän los ist. „Ein neuer Mannschaftsführer wird in Kürze gewählt“, kündigt Crocoll an.

Allerdings blieb der Celler Traditionsklub von anderen personellen Veränderungen nicht verschont. Der stellvertretende Vorsitzende Heiko Crocoll ist nicht mehr in Amt und Würden. Crocoll, der erst im Februar diesen Jahres Bruder Thomas als neuen TuS-Trainer und Sportlichen Leiter ins Boot geholt hatte, schmiss selbst die Brocken hin. Die Maßgabe, als Brüderpaar die Geschicke des Vereins gemeinsam in die richtigen Bahnen zu lenken, ist damit schon wieder hinfällig. Die genauen Gründe darüber bleiben etwas nebulös, aber scheinbar gab es nicht näher genannte Differenzen kaufmännischer Art mit Klubchef Wolfgang Lidle.

Dieser bleibt wie gewohnt gelassen und verweist auf Erfolge bei der Sponsorensuche sowie bei der wirtschaftlichen Konsolidierung des Vereins. So seien nicht nur die Verbindlichkeiten spürbar reduziert worden. „Durch gezielte Werbemaßnahmen haben wir die Zahl der Vereinsmitglieder auf derzeit exakt 104 erhöht und damit innerhalb weniger Monate verdoppelt“, sieht Lidle den Verein hier auf einem guten Weg. „Die Entschuldung des Vereins ist das oberste Ziel. Dieser Marschrichtung muss sich jeder unterordnen“, verdeutlicht der Jurist.

Die momentan mit nur drei Vorstandsmitgliedern sehr ausgedünnte Vereinsspitze soll schon im Februar im Rahmen einer außerordentlichen Vorstandssitzung wieder auf Sollstärke gebracht werden. Dennoch sieht Lidle den TuS FC insbesondere in Sachen wirtschaftlicher Konsolidierung absolut auf Kurs.

Bleibt also „nur noch“ die angespannte sportliche Lage des Bezirksligisten, der mit mageren 14 Zählern auf dem ersten Abstiegsplatz liegend in die Winterpause geht. Doch auch hier herrscht bei den Blau-Gelben große Zuversicht, sich in der Rückrunde ins gesicherte Mittelfeld retten zu können. Darüber hinaus hofft man auf den einen oder anderen Neuzugang. „Spruchreif ist da aber noch nichts“, hält sich Trainer Thomas Crocoll noch bedeckt.

Von Jochen Strehlau