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Fußball regional Triumph bei Nienhäger Hallenturnier: MTV Eintracht Celle als Meister des Dramas
Sport Fußball regional Triumph bei Nienhäger Hallenturnier: MTV Eintracht Celle als Meister des Dramas
14:25 12.01.2014
Von Oliver Schreiber
Der beste Hallenspieler: Engin Cavildak vom FC Firat Bergen (links) – hier im Duell mit Torben Vogel vom MTV Eintracht Celle – zeigte seine - überragenden technischen Fähigkeiten. Quelle: Alex Sorokin
Nienhagen

Diesen kleinen Seitenhieb konnte er sich nicht verkneifen. „Kaum ist der Trainer weg, läuft‘s“, sagte Andreas Leihbacher, Teammanager von Fußball-Bezirksligist MTV Eintracht Celle, unmittelbar nach dem Schlusspfiff des Nienhäger Hallenturnieres, das seine Mannschaft soeben mit 3:2 gegen SV Ramlingen-Ehlershausen II (Bezirksliga Hannover) für sich entschieden hatte. Zu diesem Zeitpunkt weilte der etatmäßige Trainer Frank Weber nicht mehr in der Halle, weil er einen privaten Termin hatte. Ab dem Halbfinale übernahm Leihbacher das Coaching – mit Erfolg.

„Großes Kompliment an die Jungs, sie haben ein tolles Turnier gespielt. Das gibt auch Selbstvertrauen für die Rückrunde. Allerdings hat hier nicht das spielstärkste Team gewonnen. Das war für mich Firat Bergen“, erklärte Leihbacher – und stand mit seiner Meinung nicht alleine da.

Denn die gelobten Berger blieben bei der 27. Auflage des Traditionsturnieres sowohl in der Hinrunde als auch in der Endrunde in elf Spielen (zehn Siege) ungeschlagen. Im Halbfinale gegen den MTVE zog der Tabellenzweite der Kreisliga erst im Neunmeterschießen den Kürzeren. Immerhin durfte sich Firat nach einem Sieg im Shootout gegen Oberligist TuS Celle FC mit Rang drei trösten. „Das ist schon bitter, Neunmeterschießen ist halt immer Glückssache. Aber wir haben ein hervorragendes Turnier gespielt, ich kann der Truppe nur ein großes Lob zollen“, meinte Trainer Celal Carut.

Das Semifinale gegen Eintracht sorgte bei den rund 500 Zuschauern für Begeisterung und war an Spannung kaum zu überbieten. Osan Kaska brachte Firat in Führung, Manuel Brunne egalisierte. 30 Sekunden vor dem Abpfiff erzielte Jiyan Alin den vermeintlichen Siegtreffer für die Celler. Aber Bergen konterte noch einmal, Björn Ronneburger schoss mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit doch noch den Ausgleich. Auch im Neunmeterschießen schenkten sich beide Teams nichts. Der zehnte Schuss von Veysi Yavsan, den der bärenstarke MTVE-Keeper Christof Rienass abwehrte, brachte die Entscheidung.

Im zweiten Spiel der Vorschlussrunde zog der TuS FC gegen die in der Halle traditionell starken Ramlinger dann mit 3:5 den Kürzeren. Die Blau-Gelben, die mit ihrer ersten Mannschaft antraten, mussten permanent Rückständen hinterherrennen. Die Treffer von Tino Schröder und Engin Kiy (2) reichten am Ende nicht aus, um dem RSE doch noch den Weg ins Finale zu versperren. „Schade, dass es nicht für das Finale gereicht hat. Für mich war es selbstverständlich, dass wir uns als ranghöchste Celler Mannschaft bei diesem Turnier präsentieren. Grundsätzlich bin ich mit unserem Auftritt zufrieden“, erklärte Oliver Purcha, der das Team zusammen mit Eike Mach betreute.

Das Duo bereitet den TuS FC zur Zeit auf die Rückrunde vor – allerdings wohl nicht mehr lange. „In der kommenden Woche soll eine Entscheidung über den neuen Trainer fallen“, so Purcha.

Der Oberligist verhinderte in der Vorrunde frühzeitig einen möglichen Titel-Hattrick des Gastgebers SV Nienhagen (Bezirksliga). Im letzten Gruppenspiel gewann TuS das Derby gegen Eintracht mit 3:1 und wurde dadurch sogar noch Erster. Bei einer Niederlage wäre der SVN, der den TuS FC in einem überaus hektischen und unschönen Spiel zuvor mit 2:1 geschlagen hatte, ins Halbfinale eingezogen. Den Nienhägern wurde der schlechte Start mit zwei Niederlagen gegen den MTVE und Kreisligist MTV Ahnsbeck zum Verhängnis. „Dadurch sind wir der Musik immer hinterhergelaufen. Schade, dass wir für unsere Aufholjagd nicht belohnt worden sind. Ich bin schon enttäuscht darüber, wir hätten hier sehr gerne mehr gerissen“, sagte SVN-Trainer Claus Netemeyer, dessen Truppe souverän durch die Vorrunde marschiert war.

Das Endspiel zwischen Eintracht und Ramlingen verlief ähnlich dramatisch wie das Halbfinale zwischen dem MTVE und Firat. Bei den Cellern liefen vor allem die beiden Angreifer Brunne und Alin zur Höchstform auf. Die werden übrigens demnächst weitere hochkarätige Konkurrenz im Angriff bekommen. Nach CZ-Informationen ist der Wechsel von Torjäger Fadil Yavsan vom MTV Soltau zu Eintracht so gut wie in trockenen Tüchern.

Diese Personalie schien das Sturmduo Brunne/Alin zu beflügeln. Jedenfalls traf Brunne nach schöner Kombination mit Alin im Endspiel zum 1:1 sowie auch zur 2:1-Führung. Nach dem Ramlinger 2:2-Ausgleich war es dann Marc Matthesius, der den MTVE eineinhalb Minuten vor Schluss zum Turniersieg beim Franz&Winter;-Cup schoss und seinem Klub 500 Euro Siegprämie sicherte. „Wir haben sehr viele schöne Spiele und Tore gesehen. Kompliment an alle 22 Mannschaften, die hier an drei Turniertagen ihr Bestes gegeben haben. Auch mit der Zuschauerresonanz sind wir sehr zufrieden“, bilanzierte Mitorganisator Volker Lieberam.