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Fußball regional TuS Celle 92 fegt mit Energieleistung Hertha BSC aus der Halle
Sport Fußball regional TuS Celle 92 fegt mit Energieleistung Hertha BSC aus der Halle
14:18 27.03.2017
Von Oliver Schreiber
Tobias Hippler (großes Foto) rückte für den erkrankten Philipp Floritz an Position eins beim TuS Celle 92. Einen perfekten Abschied vom eigenen Publikum feierte Yannick Dohrmann, der den letzten Punkt holte. Quelle: Michael Schäfer; Alex Sorokin (Archiv)
Celle Stadt

Die Ausgangslage hätte schlechter eigentlich nicht sein können. Die Tischtennis-Asse des TuS Celle 92 mussten vor dem Spitzenspiel gegen den Dritten Hertha BSC Berlin eine Hiobsbotschaft nach der anderen verkraften. Zunächst sorgte die Nachricht, dass die Nummer eins Philipp Floritz ausfallen würde, für lange Gesichter. Der Punktegarant bekam in der Nacht vor der Partie in seinem Hotelzimmer derart starke Magenkrämpfe, dass der Notarzt alarmiert werden musste.

Und direkt vor dem Spiel sorgte der überraschend deutliche 6:0-Erfolg des ärgsten Konkurrenten TTC GW Bad Hamm beim eigentlich heimstarken TTC Ruhrstadt Herne für reichlich Gesprächsstoff unter den rund 125 Zuschauern in der Sporthalle der Altstädter Schule. Da Hamm tags zuvor auch den TSV Schwarzenbek 6:2 bezwungen hatte, war klar, dass die Blau-Gelben die Tabellenführung auf jeden Fall eingebüßt hatten. „Für uns war Philipps Ausfall natürlich eine Katastrophe. Genauso wie Hamms Ergebnisse“, erklärte Mannschaftskapitän Nils Hohmeier.

Doch was nun folgte, war eine unglaubliche Trotzreaktion und Energieleistung der Blau-Gelben. Die Berliner wurden von den ersatzgeschwächten Cellern in gerade einmal eineinhalb Stunden Spielzeit mit 6:0 von der Platte gefegt.

Die beiden Doppelpartien zeigten früh, dass die 92er keineswegs daran dachten, trotz des Fehlens ihrer „Lebensversicherung“ Floritz den Aufstiegskampf aufzugeben. Sowohl Tobias Hippler/Hohmeier als auch Cedric Meissner/Yannick Dohrmann besiegten ihre Kontrahenten jeweils glatt in drei Sätzen und brachten die Hoffnung in die Altstädter Schule zurück.

Dieser perfekte Start in die Partie pushte die „jungen Wilden“ zusätzlich. Hippler, der trotz seiner am nächsten Tag anstehenden Abiturklausur im Fach Politik voll fokussiert auf Tischtennis war, spielte gegen Sebastian Borchardt stark auf und bezwang ihn deutlich. Am Nebentisch stellte Hohmeier unter Beweis, dass er auch ohne Floritz‘ Ausfall eigentlich ins obere Paarkreuz gehört. Er dominierte Deniz Aydin nach Belieben. Zur 15-minütigen Pause stand es somit 4:0 für Celle – die Fans rieben sich verwundert die Augen.

Und es ging so weiter. Meissner wiederholte seinen Triumph aus der Vorwoche und behielt in fünf Sätzen gegen Ali Serdar Gözübüyük die Oberhand. Beim nahezu unfassbaren Spielstand von 5:0 bekam Dohrmann seinen finalen großen Auftritt vor eigenem Publikum. Der 24-Jährige, der zur neuen Saison zu Oberligist MTV Eintracht Bledeln wechselt, machte den „Poldi-Abgang“. Im Stile von Lukas Podolski, der in seinem letzten Spiel für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das Siegtor gegen England schoss, sorgte Dohrmann, der für Floritz ins Team gerückt war, für die Entscheidung in dieser überraschend einseitigen Partie.

Am kommenden Wochenende kommt es nun zum Fernduell um die Meisterschaft und den direkten Aufstieg. Die Celler müssen in ihren Auswärtspartien in Schwarzenbek und Siek zwei Spiele gegenüber den punktgleichen Hammern (in Lampertheim und bei Hertha BSC) aufholen. „Wir werden alles versuchen, aber Hamm ist sicherlich klar im Vorteil“, meint Teammanager Dieter Lorenz. Immerhin: Auch der Zweite hat noch eine Chance auf den Aufstieg, es wird auf Grund der Konstellationen in der 2. Bundesliga und der 3. Liga Süd auf jeden Fall Relegationsspiele geben, wie Lorenz bestätigte.

TuS Celle 92 – Hertha BSC Berlin 6:0. Cedric Meissner/Yannick Dohrmann – Deniz Aydin/Andy Römhild 11:9, 11:5, 11:7; Tobias Hippler/Nils Hohmeier – Sebastian Borchardt/Ali Serdar Gözübüyük 11:4, 11:7, 11:3; Hippler – Borchardt 14:12, 11:8, 8:11, 11:6; Hohmeier – Aydin 11:6, 11:9, 11:4; Meissner – Gözübüyük 11:7, 8:11, 8:11, 11:9, 11:4; Dohrmann – Römhild 8:11, 20:18, 11:8, 11:3.