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Fußball regional TuS Celle FC chancenlos gegen Wölfe
Sport Fußball regional TuS Celle FC chancenlos gegen Wölfe
23:42 05.09.2013
Von Simon Ziegler
Wenn ein Naldo (links) antritt, muss ein Björn Lambach zu unlauteren Mitteln greifen, um ihn zu stoppen.
Celle Stadt

Der wohl glücklichste Zuschauer war gerade mal sieben Jahre alt. Alan Kiy, Cousin von TuS-Spielmacher Engin Kiy ergatterte kurz nach dem Abpfiff das Trikot von Wolfsburgs brasilianischem Fußball-Star Diego. „Ich habe ihn gefragt und er hat es mir gegeben. Das hänge ich mir zu Hause an die Wand“, sagte Alan stolz und streckte das VfL-Trikot mit der Nummer 10 in die Kamera.

Dutzende Kinder waren direkt nach dem Schlusspfiff auf den Platz geeilt, wollten Autogramme ergattern und Fotos von den Bundesliga-Stars machen. Vor allem auf Diego hatten sie es abgesehen. Der hatte überraschend durchgespielt. In der 85. Minute stellte er mit einem tollen Freistoß den 7:0-Endstand her. „Da kannst du nix machen“, sagte TuS-Torwart Tjark Klindworth, der Mitte der zweiten Halbzeit einen Diego-Freistoß toll pariert hatte. „Wenn der abzieht, hat man schon im Hinterkopf, was er für einen Schuss hat.“

Der VfL Wolfsburg – nach Hannover 96 (0:8) im Juli der zweite Bundesligaklub innerhalb weniger Wochen an der Nienburger Straße – war ohne seine Nationalspieler wie Luiz Gustavo oder Ivica Olic angereist. Die erste Elf konnte sich dennoch sehen lassen. VfL-Coach Dieter Hecking schickte mit den beiden Ex-Bremern Diego und Naldo oder dem früheren Nationalspieler Christian Träsch eine erstklassige Elf auf den Rasen des Günther-Volker-Stadions.

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Wolfsburg machte von Beginn an viel Druck, der TuS FC hielt kämpferisch voll dagegen. Mit dem Versuch eines Hebers von Kodo Kadir (8.) setzte der Oberligist sogar ein Offensiv-Zeichen. In der 13. Minute war es dann aber passiert. Daniel Caligiuri drang von links in den Strafraum ein und schlenzte den Ball ins lange Eck. Der Celler Torwart-Oldie Eike Mach, der in der ersten Halbzeit spielte, hatte keine Chance. Wolfsburg vergab in der Folge ein paar hochkarätige Chancen, insgesamt stand die Abwehr des Oberligisten aber sehr ordentlich. In der 20. Minute forderte der TuS FC vergeblich einen Elfmeter, als Kadir von Engin Kiy im Strafraum steil geschickt wurde und zu Fall kam.

Szenenapplaus der 785 Zuschauer brandete auf, als Björn Lambach den Wolfsburger Slobodan Medojevic vernaschte. Der Mittelfeldspieler drehte sich um die eigene Achse und tunnelte seinen Gegenspieler. Kurz vor der Pause erhöhte Caligiuri auf 2:0. Nach einem zu kurz geklärten Eckball schoss er den Ball in den Winkel. Caligiuri erhöhte in der 47. Minute auf 3:0, als er eine Flanke von Marcel Schäfer verwertete.

Spätestens nach dem 4:0 durch Naldo ließ der Celler Widerstand nach. Nachwuchsmann Kevin Scheidhauer traf noch doppelt, ehe Diego den Schlusspunkt markierte.

Wolfsburgs Coach Dieter Hecking war nach dem Spiel zufrieden. „Wir wollten das Spiel nutzen, um das ein oder andere zu sehen. Man hat gesehen, dass wir eine hohe Spiel- und Passqualität haben. Es ist wichtig, dass man aus so einem Spiel verletzungsfrei geht. Insofern wurde der Zweck erfüllt“, sagte Hecking, der in den 90er Jahren als Spieler mit 96 in Celle war. „Es waren immer spektakuläre Abende hier. Ich kann mich erinnern, wie ich als Spieler mit 96 in Celle vor 10.000 Zuschauern gespielt habe.“

Auch die TuS-Spieler konnten mit dem Ergebnis gut leben. „Es hat viel Spaß gemacht. Am Ende waren es zwei oder drei Tore zu viel“, sagte Kapitän Lars Lutschewitz. „Dafür dass es ein Bundesligist war, haben wir ganz gut gespielt“, sagte Neuzugang Servet Kizilboga.