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Fußball regional TuS Celle FC lässt Pokaltraum platzen
Sport Fußball regional TuS Celle FC lässt Pokaltraum platzen
19:50 14.05.2015
Von Christoph Zimmer
Spielszenen Bezirkspokal-Finale: SG Ahlerstedt/O. TuS Celle FC. Ahlerstedts doppelter Torschütze Niklas Nissen (Mitte) Quelle: Karsten Wisser
Celle Stadt

Als die Ahlerstädter Mannschaft unmittelbar nach dem Schlusspfiff ausgelassen im Mittelkreis tanzte und den Gewinn des Bezirkspokals feierte, stand Hilger Wirtz wie versteinert mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und beobachtete das menschliche Jubelknäuel. „Wenn man so weit gekommen ist, will man auch den Pokal gewinnen“, sagte der Trainer des TuS Celle FC nach dem am Ende klar mit 1:4 (1:2) verlorenen Endspiel beim Landesligakonkurrenten aus Ahlerstedt. „Nicht nur bei mir, auch bei den Spielern ist die Enttäuschung riesengroß.“

Das Finale hätte für den TuS Celle FC kaum schlechter losgehen können. Nach einem Freistoß von Ahlerstedts Sascha Müller nutzte Niklas Nissen ein Abstimmungsproblem zwischen Torhüter Tjark Klindworth und Innenverteidiger Nils Rogge nach nur 80 Sekunden mit dem Kopf zur frühen Führung für die Gastgeber. Es war die erste Chance dieses Endspiels vor rund 650 Zuschauern im Auetalstadion. „Es ist bitter, gleich mit einem Rückstand in die Partie zu gehen“, sagte Wirtz.

Es sollte noch bitterer kommen. Denn auch die zweite Chance des Spiels nutzte Ahlerstedt zum Torerfolg durch Nissen. Erneut hinderte Kapitän Rogge seinen Gegenspieler nicht entscheidend – 0:2 (15.). Nach dem Stotterstart zeigte die Mannschaft aber eine gute Reaktion. Die Gäste kombinierten gefällig und kamen zu guten Chancen durch Hilger Wirtz von Elmendorff, Mathias Winkler und Rogge. „Wir sind nach dem Doppelschlag gut zurückgekommen“, sagte Wirtz zurecht.

Das galt vor allem für Rogge, der sich nach seinen frühen Fehlern viele Bälle eroberte und das Spiel seiner Mannschaft immer wieder beschleunigte – und nach einem Zuspiel von Winkler mit einer Direktabnahme zum 1:2 kurz vor der Pause zurück ins Spiel brachte (45.).

Aber die Hoffnungen auf den Pokalgewinn angesichts der ungewissen Zukunft des Vereins hielten nicht lange. Denn nach der Pause wirkten die Celler häufig übermotiviert in ihren Aktionen. Sie entschieden sich für lange Bälle, Einzelaktionen und andere zweitbeste Lösungen. „Wir haben keinen einfachen Fußball mehr gespielt und dadurch viele Fehler gemacht“, sagte Wirtz. „Vielleicht wollten wir zu viel.“

Es war Klindworth, der die Celler mit einigen guten Paraden nach der Pause im Spiel hielt. Besonders stark waren seine Reaktionen innerhalb weniger Sekunden gegen Dimitri Fiks, der zweimal frei vor dem Torhüter auftauchte (60.). Im Spiel nach vorne fehlte seinen Mitspielern diese Entschlossenheit. „Wir haben die Bälle vorne nicht lange halten können, um richtig Druck gegen diese schnellen und agilen Spieler aufzubauen“, sagte der Torhüter.

Ahlerstedt nutzte die Räume geschickt gegen die Gäste, bei denen sich das Fehlen wichtiger Spieler deutlich bemerkbar machte. „Wir haben nicht den Fußball gespielt, den wir können“, sagte Wirtz mit Blick auf die Verletztenliste. Die könnte nach dem Pokalspiel noch länger werden, nachdem Lennart Steinkuhl mit einer Knieverletzung vorzeitig ausgewechselt werden musste (65.). „Hoffentlich ist es nichts Schlimmes“, sagte Wirtz.

Die beiden Treffer zum 1:3 durch Fiks (67.) und zum 1:4 durch Müller (85.) fielen wenig später jeweils nach Kontern über die linke Seite. Es war die Entscheidung in der zweiten Halbzeit, in der lediglich der eingewechselte Kai Broschinski aus der Drehung einen Torschuss abgab.

Das Gute an der Niederlage ist der Zeitpunkt, wenn man das überhaupt so sagen darf. „Wir haben gar nicht die Möglichkeit, lange darüber nachzudenken“, sagte Klindworth. Denn bereits an diesem Samstag ist Jahn Schneverdingen um 18 Uhr im letzten Heimspiel der Saison zu Gast. Und da braucht die Mannschaft einen Punkt, um den Klassenerhalt in der Landesliga endgültig perfekt zu machen. „Wir wollen uns nicht auf unser Torverhältnis verlassen“, sagte Klindworth.