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Fußball regional TuS Celle FC verliert nach starker Leistung gegen Spitzenreiter
Sport Fußball regional TuS Celle FC verliert nach starker Leistung gegen Spitzenreiter
20:13 01.05.2015
Von Oliver Schreiber
Rund 25 in schwarz gekleidete TuS-Ultras demonstrierten friedlich gegen den geplanten Zusammenschluss mit dem MTV Eintracht Celle und - dem damit verbundenen - Ende des TuS Celle FC. Quelle: Benjamin Westhoff (3)
Celle Stadt

Rund 25 Ultras des TuS Celle FC feierten „ihre“ Spieler nach Abpfiff. Vom Gegner Heeslinger SC gab es jede Menge Lob für den starken Auftritt des abstiegsbedrohten Fußball-Landesligisten gegen den Spitzenreiter im Günther-Volker-Stadion. Das Dumme an der Sache: Es gab keinen Punkt dafür. Denn die Gäste entführten beim 2:1-Erfolg alle drei Zähler aus Celle.

„Natürlich ist es schön, wenn alle unsere Leistung anerkennen. Aber dafür können wir uns nichts kaufen. Es ist bitter, dass wir für unseren leidenschaftlichen und couragierten Auftritt nicht belohnt worden sind. Einen Punkt hätten wir mindestens verdient gehabt“, meinte TuS-Trainer Hilger Wirtz, der nach Spielschluss noch minutenlang frustriert neben seinem Assistenten Eike Mach auf seinem Stuhl sitzen blieb. Beide schüttelten ungläubig den Kopf und diskutierten über spielentscheidende Szenen.

Eine davon ereignete sich in der 56. Minute. Da hätten die Celler ihren 1:0-Halbzeitvorsprung auf 2:0 ausbauen können. Kodo Kadir machte bei seinem Solo fast alles richtig – bis auf den Abschluss. Denn statt den Ball in die Mitte auf die einschussbereiten Kirill Weber oder Mathias Winkler zu passen, versuchte er es aus 14 Metern selbst – sein Linksschuss ging aber am Tor vorbei. „Wir hatten viele gute Kontersituationen und haben die auch bis in Tornähe gut ausgespielt. Im Abschluss war das dann aber einfach schwach. Das muss man leider so deutlich sagen“, erklärte Wirtz.

Das hatte der TuS FC allerdings mit den Heeslingern gemeinsam. Der zeigte zwar stets, warum er an der Spitze der Tabelle steht. Die Angriffe waren durchdacht und auch immer gefährlich, im Abschluss fehlte aber die Präzision. Allerdings verteidigten die Celler ihr Tor auch leidenschaftlich mit allem, was sie hatten. Sie warfen sich in die Schüsse und bekamen immer irgendwie noch einen Fuß oder andere Körperteile dazwischen. Zudem rettete Torwart Tjark Klindworth zweimal mit sehenswerten Paraden.

Apropos sehenswert: Das war auch der Führungstreffer für die Hausherren in der 17. Minute. Nils Rogge und Weber kombinierten sich über die linke Angriffsseite durch bis zur Grundlinie, Rogges Flanke wurde von der Heeslinger Abwehr zu kurz abgewehrt. Oguzhan Cay rauschte mit Anlauf heran und hämmerte die Kugel direkt aus 20 Metern in den Giebel – ein Traumtor.

Weniger spektakulär war der Ausgleichstreffer der Heeslinger in der 68. Minute. Oliver Gerken setzte sich über die rechte Seite durch, flankte in die Mitte, wo Stephen Famewo mutterseelenallein einköpfen durfte. Der Knockout folgte dann elf Minuten später. Marco Sobolewski passte den Ball durch die Schnittstelle der Celler Viererkette, der gerade eingewechselte Darvin Stüve stand frei und spitzelte den Ball an Klindworth vorbei in die Maschen. „Da haben wir schön gepennt“, zürnte Wirtz, dessen Systemumstellung auf 4-5-1 mit drei „Sechsern“ im Zentrum sich bis dato ausgezahlt hatte.

Das bittere Ende eines niveauvollen und fairen Fußballspiels, die rund 250 Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. Die Blau-Gelben wurden auch von den Ultras unterstützt, die Stimmung im Stadion war gut wie lange nicht mehr. Die Proteste gegen den geplanten Zusammenschluss mit dem Rivalen MTV Eintracht Celle beschränkten sich auf drei Plakate mit den Aufschriften „Tradition darf nicht sterben“, „7. Mai: Nein zur Fusion“ und „No Hope with Hoop“. Ansonsten taten sie das, was Ultras tun sollten. Sie feuerten ihre Mannschaft an und trieben sie zur Höchstleistung. Leider ohne Happy End – aber mit viel Lob und Applaus.