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Fußball regional TuS und FC Unterlüß: Gemeinsame Nutzung des Stadions am Hochwald unter Auflagen
Sport Fußball regional TuS und FC Unterlüß: Gemeinsame Nutzung des Stadions am Hochwald unter Auflagen
17:51 06.05.2014
Von Heiko Hartung
Neben den Spielern des TuS Unterlüß (schwarze Trikots) könnte auch Ortsrivale FC Unterlüß in der neuen Saison im Stadion am Hochwald auflaufen. Quelle: Gert Neumann
Unterlüß

UNTERLÜSS. Im Streit um die Nutzung des Unterlüßer Stadions am Hochwald ist eine Lösung in Sicht. Bei einem ersten direkten Treffen von Vertretern der zerstrittenen Klubs TuS und FC Unterlüß näherten sich beide Seiten an. Alles deutet darauf hin, dass der Aufstiegsaspirant FC in der kommenden Saison seine Spiele in der 3. Kreisklasse am Hochwald austragen kann. Für morgen Abend ist eine weitere Gesprächsrunde geplant.

„Der Knoten lockert sich, wir reden miteinander“, sagt Andreas Kipper, 1. Vorsitzender des TuS Unterlüß. Fast die komplette Mannschaft des Fußball-Kreisligisten war nach Streitigkeiten Ende der vergangenen Saison abgewandert und hatte mit dem entlassenen TuS-Trainer Horst-Dieter Pilot die Fußballsparte beim FC Unterlüß reaktiviert. Seitdem spielen sie als Gastverein in Beckedorf – wollen aber unbedingt zurück ins heimatliche Dorf. „In Unterlüß zu spielen und zu trainieren hat für uns oberste Priorität“, sagt Mirco Baer, der für den FC die Verhandlungen um die Hochwald-Nutzung führt. Und eine Heimkehr nach Unterlüß wird nun immer realistischer. „Es sieht besser aus als noch vor einem halben Jahr. Beide Seiten sind kompromissbereit“, sagt Baer.

Pächter des Stadions am Hochwald ist der TuS Unterlüß. Deren Verantwortliche sperrten sich bislang gegen eine Nutzung der Anlage durch den Konkurrenten FC. Aus TuS-Sicht ist beim Weggang der Fußballer zum FC zu viel Porzellan zerschlagen worden. Es gab gegenseitige Anfeindungen und Vorwürfe. Auch ein Versuch von Gemeindevertretern, die Situation zu beruhigen, brachte keine schnelle Lösung.

Doch die ist nun in greifbare Nähe gerückt. „Es wird darauf hinauslaufen, dass der FC zu bestimmten Zeiten am Hochwald spielen darf“, sagt TuS-Klubchef Kipper. Er unterstreicht, dass man nicht aus Gnade oder auf Druck der Gemeinde handele. „Uns ist an einer Normalisierung der Situation gelegen – auch wenn es für uns einen organisatorischen Mehraufwand bedeutet.“

Der 52-Jährige betont jedoch, das es in diesem Fall klare Absprachen geben müsse, die das Nebeneinander regeln. So will der TuS beispielsweise nicht, das Heim-Pflichtspiele beider Klubs zeitgleich ausgetragen werden – obwohl die TuS-Herren, die als Absteiger in die 1. Kreisklasse feststehen, ihre Partien einige hundert Meter weiter auf dem Sportplatz Hohenrieth austragen. „Wenn der Verband die Spielpläne nicht derart gestalten kann, muss sich der FC um eine Spielverlegung kümmern“, so Kipper. Auch die Trainingszeiten, die Einbindung des FC in die Pflege der Anlage und die Reinigung der Umkleidekabinen müsse eindeutig festgelegt werden. Es gibt sogar Überlegungen, dem FC aufzuerlegen, bei jeder Nutzung eigene Tornetze aufzuhängen. „Wenn wir die Spielregeln bestimmen, ist das legitim“, findet TuS-Chef Kipper. „Die Regularien sind erträglich und sorgen dafür, dass unsere Interessen nicht verletzt werden. Wenn der FC nicht auf die Dinge eingeht, kann es noch scheitern.“

Doch beim FC ist man offenbar bereit, ebenfalls einige Kröten zu schlucken: „Die Forderungen des TuS bewegen sich im Rahmen des Erträglichen“, sagt FC-Verhandlungsführer Baer. Der 33-Jährige sieht allerdings „noch zwei bis drei Punkte, die zu K.o.-Kriterien werden könnten“. Er sei aber guten Mutes, dass man sich letztendlich einig werde.