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Fußball regional US-Girl Katie zwischen Wietzer Pfosten
Sport Fußball regional US-Girl Katie zwischen Wietzer Pfosten
15:41 04.08.2010
Von Jürgen Poestges
US-Fußballspielerin aus der Soccer-League trainiert beim TSV Wietze Quelle: Peter Müller
Wietze

Kurze Sporthose, T-Shirt – nur die Handschuhe zeigen, dass sie Torhüterin ist. In den USA ist man eben hart im Nehmen. Kleine kurze Trippelschritte macht Katie Downin vor ihrem Tor, hochkonzentriert fliegt sie nach jedem Ball, der auf ihren Kasten zufliegt. „So sind halt die Jungs. Die schießen aus allen Lagen!“ Die 22-Jährige zeigt ihr strahlendstes Lächeln. „Aber es hat echt Spaß gemacht hier“, sagt die Torhüterin, die normalerweise in Chicago beim FC Rockford das Tor hütet. Das Frauen-Fußball-Team aus der College Soccer League hat derzeit Pause. Und so nutzte sie den Besuch mit ihrer Familie in Celle, um mit den Männern des TSV Wietze aus der 1. Kreisklasse zu trainieren.

Zustande gekommen ist der Kontakt über Wietzes Co-Trainer Jörg Klindworth. Er arbeitet bei Motortech in Celle, Katies Vater Joe ist Repräsentant der Firma in Chicago und informiert sich eine Woche lang über neue Technologien und Produkte, während seine Ehefrau Barbara und Tochter Katie die Tage in Celle und Umgebung genießen.

Eigentlich, so erzählt Klindworth, sollte Katie beim Hockey im Tor stehen, doch sie zog es eher zum Fußball. Und sorgte dann in Wietze dafür, dass einige Spieler Liegestütze absolvieren musste. „Wer kein Tor schießt, muss pumpen“, war die klare Ansage von TSV-Trainer Ulrich Busse an seine Jungs. Und Katie Downin auf dem Posten – kaum ein Ball entging ihr. Tjak Klindworth, TSV-Torhüter und Sohn des Co-Trainers, durfte die ein oder andere gute Aktion des Gastes bewundern.

„Wir fangen in Chicago erst Ende August wieder mit dem Training an. Da war es für mich schon schön, dass ich hier mitmachen durfte“, sagt die 22.-Jährige. „Und ich habe einiges gelernt. Es ist interessant, mal zu sehen, wie hier so ein Training abläuft. Bei den harten Schüssen, die hier manchmal auf das Tor kommen, musste ich ein wenig meine Angst überwinden.“ Probleme hatte sie lediglich mit der Sprache. „Ich kann kein deutsch, die Spieler wenig englisch. Da fällt es schwer, sich abzusprechen. Fußball ist nun mal ein Teamsport.“

Allerdings hat diese Stippvisite des US-Girls bei den Wietzer-Kickern einmal mehr gezeigt: Fußball ist international, man versteht sich halt auch ohne Worte.