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Fußball regional Verlieren ab sofort verboten: MTV Eintracht Celle und TuS FC unter Zugzwang
Sport Fußball regional Verlieren ab sofort verboten: MTV Eintracht Celle und TuS FC unter Zugzwang
19:21 21.04.2016
Von Oliver Schreiber
Celle Stadt

„Wir haben trotz unserer momentanen Tabellenführung sicherlich nicht die beste Ausgangsposition. Aber wir dürfen uns jetzt auch nicht verrückt machen lassen und uns zu sehr unter Druck setzen. Wir spielen eine tolle Saison und werden alles versuchen, um unsere Position zu verteidigen. Was dann am Ende dabei herauskommt, wird man sehen“, erklärt Eintracht-Coach Hilger Wirtz vor der Partie gegen den TuS Harsefeld.

Auch für den TuS FC heißt es ab sofort: Verlieren verboten. Um in der Endabrechnung sicher in der Liga zu bleiben, müssten die Blau-Gelben wohl auf 40 oder angesichts des Torverhältnisses gar auf 41 Punkte kommen. Bedeutet: TuS muss alle fünf noch ausstehenden Partien gewinnen – vier davon sind auswärts. „Natürlich ist unsere Chance minimal. Aber das wissen wir im Prinzip ja schon seit Januar. Nichtsdestotrotz geben wir nicht auf“, gibt sich TuS-Trainer Sandy Peter Röhrbein weiter kämpferisch.

MTV Eintracht Celle –

TuS Harsefeld

(Samstag, 17 Uhr)

Die Niederlage beim SV Eintracht Lüneburg (0:1) hat weh getan – vor allem wie sie zustande kam. Binnen zwei Minuten kurz vor der Pause geriet Eintracht durch ein Elfmeter-Gegentor sowie einen Platzverweis für Malte Marquardt auf die Verliererstraße. „Das war und ist natürlich bitter, weil wir Hagens Ausrutscher nicht genutzt haben und es nun praktisch selbst nicht mehr in der Hand haben. Und Maltes völlig überzogene Sperre von drei Spielen schwächt uns zusätzlich“, blickt Wirtz zurück.

Neben Marquardt muss er auch auf seinen Sohn Hilger von Elmendorff verzichten, bei dem seine Oberschenkel-Zerrung im Lüneburg-Spiel wieder aufgebrochen ist. Zudem fehlt Engin Cavildak berufsbedingt. Nichtsdestotrotz wollen die Blau-Weißen die Scharte auswetzen und ihrem Publikum etwas bieten. „Wir dürfen durch die Tabellenkonstellation nicht verkrampfen, sondern müssen uns auf das konzentrieren, was uns stark gemacht hat. Wir sind gerade zu Hause zu außergewöhnlichen Leistungen fähig. Das wollen wir auch gegen Harsefeld unter Beweis stellen“, sagt Wirtz.

Die vor der Saison hoch gehandelten Harsefelder, in der Vorrunde noch auf Augenhöhe mit den Cellern, haben sich zuletzt durch einen 2:0-Erfolg beim MTV Dannenberg Luft im Abstiegskampf verschafft. „Angesichts des Potenzials hätten sie gar nicht erst in die Situation kommen dürfen. Aber sie hatten viel Verletzungspech. Und dann kannst du in dieser ausgeglichenen Liga schnell mal nach unten durchgereicht werden. Aber wir wissen um ihre Stärke. Das wird ein ganz schweres Spiel für uns“, so Wirtz.

TSV Etelsen –

TuS Celle FC

(Sonntag, 15 Uhr)

Genauso wie Eintracht musste auch TuS mit der 1:4-Pleite gegen den Rotenburger SV einen herben Rückschlag hinnehmen. Die Lage im Abstiegskampf ist nahezu aussichtslos. Aber eben nur nahezu. Ein Fünkchen Hoffnung keimt dann doch noch. „Etelsen hat zuletzt nur einen Punkt aus vier Spielen geholt, die sind auch angeschlagen und haben Schwierigkeiten, mit der Drucksituation umzugehen. Wenn wir dort gewinnen, ziehen wir eine weitere Mannschaft richtig mit unten rein. Und gerade auswärts haben wir uns zuletzt leichter getan als zu Hause, zumal unsere Fans uns auch auf fremden Plätzen immer toll unterstützen“, erklärt Röhrbein.

Etelsen ist die Leiter nach einem furiosen Saisonstart mit fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen sowie 23:7 Toren sukzessive nach unten geklettert. Die Celler haben zwei ihrer vergangenen drei Partien auswärts gewonnen, zuletzt beim TSV Ottersberg (3:3) wäre es sogar ein weiterer Dreier geworden, wenn die Blau-Gelben die überlange Nachspielzeit nach der skurrilen Unterbrechung heil überstanden hätten.

Gerade jetzt bricht Röhrbein seine „Doppel-Sechs“ im Mittelfeld weg. Nils Speckmanns „Gelbsucht“ brachte ihm gegen Rotenburg die 15. Verwarnung in dieser Saison ein, er fehlt in Etelsen. Dies gilt auch für Kemal Yavuz, den es schlimm erwischt hat. Er fällt mit einem Kreuzbandriss, den er sich nach einem üblen – nicht geahndeten – Foul gegen den RSV zugezogen hat, lange aus. „Das trifft uns hart. Aber ich habe schon ein paar Lösungen im Kopf“, meint Röhrbein. Eine mögliche Alternative auf dieser Position könnte der Ex-Etelser Sören Radeke sein, mit dem sich Röhrbein intensiv über den Gegner ausgetauscht hat.