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Fußball regional VfL Westercelle liefert filmreife Vorstellung ab
Sport Fußball regional VfL Westercelle liefert filmreife Vorstellung ab
19:59 10.05.2018
Von Heiko Hartung
Einer von vier A-Junioren in der Startelf: Westercelles Calvin „Calli“ Smith (links) lieferte als Außenverteidiger eine starke Partie ab und ließ Lüneburgs Tormaschine Tim Franke (rechts, 31 Saisontore) zusammen mit Innenverteidiger Luca Siegesmund alt aussehen. Da staunte auch Treubund-Coach Olaf Lakämper (im Hintergrund). Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

„Wir sind wieder da“, schrie VfL-Siegtorschütze Laube nach dem Abpfiff in die Runde seiner Mitspieler, die sich im Mittelkreis in den Armen lagen. Nach dem Erfolg bleiben die Schwarzgelben zwar auf einem Abstiegsplatz, aber die rettenden Plätze sind nun wieder zum Greifen nah. Nicht zuletzt wegen Laube, der einen Foulelfmeter etwa 20 Minuten vor Ende mit Wucht eiskalt in die Lüneburger Maschen drosch. „Mit Drucksituationen kann ich gut umgehen“, sagte Laube hinterher lapidar.

Aber das war lediglich das Happy End eines Krimis, dessen Drehbuch nur der Fußball schreiben kann: Zur Halbzeit hätte kaum jemand einen Pfifferling auf einen Sieg des VfL Westercelle gesetzt. Hinten stand der Fußball-Landesligist, der mit vier A-Jugendlichen (mit Calvin Smith, Luca Siegesmund und Niklas Brandt gleich drei davon in der Vierer-Abwehrkette sowie Niklas Pautsch auf der linken Außenbahn) und einem Durchschnittsalter von nur 22,4 Jahren im Kader gegen den haushohen Favoriten aus Lüneburg angetreten war, zwar ordentlich. Aber der Angriff fand praktisch nicht statt. Null Torschüsse, nicht mal ein Eckball sprang bis zur Pause für die Elf der Trainer Heiko Vollmer und Axel Güllert heraus.

Treubund, dessen Torjäger Tim Franke mehr Saisontreffer erzielt hat, als Westercelle bis dahin insgesamt, ließ den Ball gefällig durch die Reihen laufen. Die Partie spielte sich praktisch nonstop in der Westerceller Hälfte ab. Aber im letzten Drittel rund um den eigenen Strafraum stand die VfL-Abwehr bombensicher, den Rest erledigte der starke Torwart Jannick Heuer. „Erstaunlich, wie abgeklärt unsere Junioren das runtergespielt haben“, freute sich Trainer Güllert. Vor allem Innenverteidiger Siegesmund bestach bei seinem Landesliga-Debüt durch starkes Stellungs- und Kopfballspiel. Von seinem vielgerühmten Gegenspieler Tim Franke war so gut wie gar nichts zu sehen. „Die ersten fünf Minuten war ich nervös, aber dann hat es nur noch Bock gemacht“, meinte Siegesmund (18), der mit seiner Lockenpracht ein wenig an Marouane Fellaini von Manchester United erinnert.

Einmal kam Treubund aber doch durch: Hattendorf wackelte an der Strafraumgrenze zwei, drei Gegner aus und schob mit Links ins lange Eck. Nach der Pause brachten die Trainer Arnas Saulys für Nils Wittenberg im Sturm – ein Wechsel der sich auszahlte: Saulys brachte endlich Schwung in den VfL-Angriff und bereitete beide Treffer indirekt, aber maßgeblich vor: Vor dem Ausgleich gelang ihm nach starker Balleroberung der öffnende Pass auf Maurice Thies, den Querpass drückte Broschinski über die Linie – „mit meinen neuen Schuhen“, wie der VfL-Torjäger (acht Treffer) anmerkte. Vor dem 2:1 schickte Saulys erneut Thies auf die Reise, der nur durch ein Foul zu stoppen war. „Ich war heiß auf meinen Einsatz. Der Trainer hat gesagt: Mach was“, meinte Saulys. Und das tat er.

Dann blieb Laube vom Punkt eiskalt und es folgte eine Endphase, die nichts für schwache Nerven war. Doch so sehr der Aufstiegsaspirant auch drückte, Westercelle blieb ruhig, konzentriert – und erfolgreich. In der Schlussphase kam mit Tom Schaper sogar noch der fünfte A-Junior auf den Platz. „Endlich einen Großen der Liga geschlagen“, jubelte Coach Vollmer. Nur schade, dass die Kamera noch nicht installiert war. Die filmreife Vorstellung der Westerceller hätte bestimmt eine gute Einschaltquote gehabt.

Ein Unentschieden, das sich wie ein Sieg anfühlt. Bis zur 87. Minute schien es als ob die Fußball-Frauen des ESV Fortuna Celle sich mit drei Punkten in ihrem letzten Regionalliga-Heimspiel von ihren Fans verabschieden. Trauer über den späten 3:3-Ausgleichstreffer (1:1) durch den SV Meppen II? Nicht bei Fortuna. „Die gesamte Mannschaft hat gekämpft“, sagt Fortunas dreifache Torschützin Lisa Zimmermann. Und auch ESV-Trainer Klaus Verseck pflichtet seiner Kapitänin bei: „Bei den Ausgangsbedingungen, gegen diesen Gegner – das hat die Mannschaft richtig gut gemacht.“

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