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Fußball regional VfL Westercelle zahlt bei Landesliga-Heimpremiere Lehrgeld
Sport Fußball regional VfL Westercelle zahlt bei Landesliga-Heimpremiere Lehrgeld
19:54 20.08.2017
Von Heiko Hartung
Quelle: Oliver Knoblich
Westercelle

Dass fast alle Spieler des VfL Westercelle sofort nach dem Schlusspfiff der ersten Heimpartie in der Fußball-Landesliga in der Kabine verschwunden waren, lag nicht am ungemütlichen Schmuddelwetter allein. Am besten nichts hören und nicht sehen wollten die Akteure nach der verdienten 0:4-Niederlage am Sonntagnachmittag gegen Mitaufsteiger SV Ahlerstedt-Ottendorf. Auch nach einer heißen Dusche fiel es Kapitän Daniel Weiss schwer, Worte für den besonders in der zweiten Halbzeit schwachen Auftritt seiner Elf zu finden: „Ich habe keine Erklärung, warum wir so zurückhaltend gespielt haben. Das war das erste Heimspiel, da muss viel mehr von uns kommen. Das war ein gebrauchter Tag.“

Zweite Niederlage im zweiten Spiel gegen den zweiten Mitaufsteiger, dazu als einziges Team noch kein eigenes Tor geschossen – dem VfL weht der Landesliga-Wind von Beginn an rau um die Nase. Dabei hätte zumindest die Sache mit der Torlosigkeit nach zwölf Minuten Spielzeit abgehakt sein müssen. Doch der Treffer von Maurice Thies im Nachfassen nach Kopfballablage von Kai Broschinski wurde wegen Abseitsstellung abgepfiffen – schade, dass es im Amateurfußball keinen Videobeweis gibt, denn es roch stark nach einer Fehlentscheidung. Ob die Westerceller vor etwa 120 Zuschauern mit einer frühen Führung im Rücken die Partie zu ihren Gunsten hätten entscheiden können, ist aber fraglich. „Vielleicht kommen wir dann besser ins Spiel, aber an dieser Szene lag es nicht. Wir können froh sein, dass wir nicht sechs oder sieben Tore kassiert haben“, meinte auch VfL-Trainer Axel Güllert.

Denn die Gäste zeigten sich als abgezocktes Kollektiv, das früh presste und jede gelungene eigene Aktion lautstark bejubelte. Westercelle hingegen wirkte bisweilen ängstlich, verunsichert und nervös. „Wollt ihr mich veralbern. Das hier ist Landesliga, da muss man mehr Laufbereitschaft zeigen“, schimpfte denn auch Güllerts Trainerkollege Heiko Vollmer nach einer halben Stunde mit seinen Spielern. Beim 0:1 kurz vor der Pause hatte der VfL aber auch ein wenig Pech, als Torwart Jannick Heuer einen Schuss an die Latte lenkte und der Abpraller direkt vor die Füße von Ahlerstedts Jannes Wulff fiel, der locker einschob.

Nach der Pause liefen die vereinzelten VfL-Angriffe einzig und allein über Kapitän Weiss. Seine Eingaben von der Torauslinie nutzten Thies (56.) sowie der eingewechselte Nils Wittenberg (63.) aber nicht. Dafür nahm Ahlerstedt den Hausherren den Ball teilweise schon im Spielaufbau wieder ab und wirkte präsenter und spielerisch überlegen. Beim 0:2 (53.) durfte Thore Nissen nach einer Ecke unbedrängt einköpfen, auch beim 0:3 (60., Eick Gerken) und 0:4 (69., Niklas Niekerken) hatte Ahlerstedt leichtes Spiel, weil Westercelle den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekam. „Wir haben heute Lehrgeld bezahlt. So darf man sich nicht präsentieren“, kritisierte Coach Güllert nach dem Spiel. „Das ist ein Saisonstart, den sich keiner gewünscht hat.“

Nach den beiden verlorenen Aufsteiger-Duellen gegen Emmendorf und Ahlerstedt geht es für Westercelle nächste Woche los mit den Spielen gegen etablierte Landesligisten. „Da müssen wir aus den Fehlern lernen, die Ruhe bewahren und weiter Gas geben. Ich weiß, dass meine Mannschaft die Klasse für diese Liga hat“, meint Güllert. Immerhin: Mit Teutonia Uelzen empfängt der VfL eine Elf, die auch noch auf ihr erstes Erfolgserlebnis wartet. „Da können wir beweisen, das wir es besser können.“