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Fußball regional Viele Ideen, wenig Zeit
Sport Fußball regional Viele Ideen, wenig Zeit
15:41 22.04.2013
"Ausgerechnet - Fußball": Rita - Grabowski bleibt - sich treu. Quelle: Isabell Prophet
Celle Stadt

„Ich kann nicht stillsitzen“, ist einer der ersten Sätze, den Rita Grabowski über sich selbst sagt. Das ist nicht zu übersehen. Grabowski hat vor mehr als drei Jahren den Fußballverein Celle United gegründet und als nächstes will sie nur noch die Welt retten, sagt die 53-Jährige. Aber der Reihe nach.

Was macht Rita Grabowski für Celle United? „Alles”, sagen gleich mehrere ihrer Jungs. Philipp Jatta wird konkreter: „Sie ist wie eine zweite Mama für uns. Mama-Straße, 1a. Besorgt das Geld, die Bälle, Handschuhe.“ Und dank ihr können sie in der Hölty-Halle trainieren, ergänzt Bryan White. Und ohne sie? Jatta sagt: „Ohne sie gehen wir sofort pleite.“

Vor 24 Jahren kam sie von Ehlershausen nach Celle. „Im nächsten Jahr feiere ich Silberhochzeit mit dieser Stadt“, sagt sie. Hier setzt sie sich für Jugendliche ein: „Ich will sie von der Straße holen.“

Und so fing es 2009 auch an. Grabowski engagierte sich bei der Bürgerstreife in Neuenhäusen und in der Heese. In der Ondermarkstraße gab es Ärger. Jugendliche trafen sich des Nachts dort, die Anwohner fühlten sich belästigt. Grabowski ging hin und fragte die nächtlichen Störer, was sie gern tun würden. „Fußball spielen“, lautete die prompte Antwort.

Ausgerechnet Fußball. Damit hatte Grabowski ja nun so gar nichts am Hut. Also suchte Grabowski ein paar Sponsoren, organisierte einen Platz für das Training. Und dann war Celle United aus der Taufe gehoben. Grabowskis Augen funkeln, wenn sie von ihren Jungs spricht.

Dabei sind Deutsche, Deutsch-Russen, Kurden, Türken, Engländer. Gemeinsam treffen sie sich zum Kicken, die Mannschaft tritt in der Freizeitliga an. Und die Jungs wollen mehr. Am liebsten würden sie am offiziellen Punktspielbetrieb teilnehmen. Doch der Weg in die unterste Kreisklasse ist teuer. Die Mannschaft braucht einen neuen Trainer, sie braucht Trainingszeit auf einem richtigen Fußballplatz. Zurzeit kann die Mannschaft nur in der Halle trainieren. Auf den Sportplätzen haben andere Vereine Vorrang, beklagt Grabowski. Außerdem muss sie noch Geld auftreiben, um die Beiträge zur Liga zu finanzieren, Schiedsrichter, Versicherung.

Rita Grabowski hat noch eine Menge vor. Am liebsten würde sie ein Restaurant eröffnen, in dem junge Menschen das Küchenhandwerk lernen können. Und eine Karaokebar. Und eine Anlaufstelle für junge Mädchen, die Probleme in der Familie haben. So viele Ideen, so wenig Zeit.

Von Isabell Prophet