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Fußball regional Westercelle schlägt Eschede 3:0 und steht im Bezirkspokal-Achtelfinale
Sport Fußball regional Westercelle schlägt Eschede 3:0 und steht im Bezirkspokal-Achtelfinale
20:39 30.07.2017
Von Heiko Hartung
Eschede

Vor dem Vereinsheim des TuS Eschede steht ein Container mit Bauschutt, die Umkleidekabinen und Duschen werden seit einigen Wochen saniert. Auch die Spieler des Fußball-Bezirksligisten packten bei der Entkernung mit an, kloppten Fliesen von den Wänden – echte Drecksarbeit.

Auch im Bezirkspokalspiel gegen den VfL Westercelle waren sich die Jungs von TuS-Coach Sven Ewert für nichts zu schade. Am Ende half der starke kämpferische Einsatz gegen den Landesligaaufsteiger aber nichts: Westercelle siegte vor etwa 200 Zuschauern verdient mit 3:0 (0:0) und steht als letzter Celler Vertreter im Achtelfinale. Alle drei Tore fielen erst in der Schlussphase, als den Gastgebern die Kräfte schwanden. „Wir wussten, dass es ein Geduldsspiel werden würde. Aber abgesehen von unserer Abschlussschwäche haben wir das gut gemacht“, räumte VfL-Coach Axel Güllert ein.

Für Eschede fing die Partie unglücklich an: David Schlawer musste nach einem Schlag auf den Oberschenkel (2.) raus . Das schwächte die linke Seite der Escheder, wenngleich Ersatzmann Pascal Dehrmann (bislang 2. Herren) seine Aufgabe sauber löste. Sah auch Ewert so: „Pascal hat sich auf der Außenbahn gut durchgebissen.“

Trotzdem drückte Westercelle gegen tief stehende Schwarz-Weiße vehement. Doch auch die besten Chancen gingen nicht rein. Einerseits weil Eschedes Schlussmann Kai John durch starkes Stellungsspiel glänzte, vor allem aber weil den VfL-Angreifern die Coolness vor dem Tor fehlte. So scheiterte Mittelstürmer Kai Broschinski erst frei vor John (9.), später brachte er das Kunststück fertig, aus vier Metern fast ebenso hoch über das Tor zu zielen (34.). Auch Timo Papendieck (14.) und Nils Wittenberg (20. und 28.) hatten die Führung auf dem Fuß.

Eschede kam aus seiner defensiven Grundordnung heraus nie in Überzahlsituationen. Die einzige Spitze Maik Kirchhoff, der in der Runde zuvor gegen den TuS Celle FC noch mit einem Dreierpack geglänzt hatte, stand auf verlorenem Posten und hatte in Pascal Peschke zudem einen kompromisslosen Aufpasser an der Seite.

Nach der Pause brachten Güllert und sein Trainerkollege Heiko Vollmer ihren Torjäger Marcel Sefczyk ins Spiel, der leicht angeschlagen zunächst geschont worden war. Auch Dennis Seidel sorgte für frischen Wind im VfL-Mittelfeld. Zudem füllte Westercelles Kapitän Daniel Weiss seine Rolle als Antreiber immer besser aus. Daraus resultierte eine weitere Drangphase der Gäste, die zu einem schönen Kopfballtreffer von Wittenberg führte. Der Schiedsrichter pfiff jedoch wegen Abseitsstellung ab (68.). Zuvor war Wittenberg per Kopf und mit dem Fuß zweimal kläglich gescheitert.

Das hätte sich fast gerächt: Der Ex-Escheder Marcel Döhrmann riss Kirchhoff an der Strafraumgrenze um, den Freistoß von Florian Schöning lenkte VfL-Keeper Jannick Heuer mit den Fingerspitzen an die Latte (71.). „Für das Foul hätte man Rot geben müssen. Döhrmann war letzter Mann“, kritisierte Ewert. Und die nächste haarige Szene folgte sogleich: Nach einem Ballverlust von Peschke liefen drei Escheder allein auf Torwart Heuer zu, doch auch hier wurde auf Abseits entschieden (77.). Ein fragwürdiger Pfiff.

Als Joker Sefczyk im Gegenzug eiskalt vor dem Escheder Tor blieb und die Führung erzielte (78.), war die Gegenwehr der Gastgeber gebrochen. Till Heuchert (79.) und der starke Timo Papendieck (89.) machten den Sack zu. „Wir gehen erhobenen Hauptes vom Platz, das haut uns nicht um“, sagte Eschede-Coach Ewert und verschwand in Richtung Tennisheim. Dort duschen die Kicker bis zum Ende der Bauarbeiten im eigenen Kabinentrakt. Anfang September soll alles fertig sein. Ganz so viel Zeit hat Ewert nicht mehr, die letzten kleinen Baustellen in seiner Elf abzuschließen. In zwei Wochen beginnt die Meisterschaft in der Bezirksliga.

TuS Eschede: John – Söhl, Heidenreich, Kleedehn, Schöneck (88. Isert), Claassen, Schlawer (10. Dehrmann), Kirchhoff, Gierke (81. Soltendieck), von der Ohe, Schöning.

VfL Westercelle: Heuer – Peschke, Thies (81. Linke), Papendieck, Broschinski (58. Sefczyk), Weiss, Heuchert, Döhrmann, Lampe (46. Seidel), Boie, Wittenberg.

Tore: 0:1 Sefczyk (78.), 0:2 Heuchert (79.), 0:3 Papendieck (89.).