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Fußball regional Wolfsburger Traditionself siegt beim Benefizspiel gegen SSV Scheuen 5:0
Sport Fußball regional Wolfsburger Traditionself siegt beim Benefizspiel gegen SSV Scheuen 5:0
18:05 26.05.2014
Kommt ein Präger geflogen: Die - Wolfsburger Legende ließ sich - von den „Celler Wölfen“ feiern und herzte - Petra Röder stellvertretend für alle - Fans innig. Links Scheuens bester Spieler: - Torwart Manuel Wassmann in Aktion. Quelle: Alex Sorokin (3)
Scheuen

„Mann“, flucht Robert Bachmann über den gesamten Platz. Mit Roy Prägers Schnelligkeit hat er nicht gerechnet. Der junge Scheuener lässt sich vom 42 Jahre alten "Wolf" an der Seitenlinie den Ball ablaufen.Präger hat es eben noch drauf: Der 1,74 Meter große Stürmer legte mit seiner Wolfsburger Traditionsmannschaft am Freitag gegen den SSV Scheuen vor über 300 Zuschauern einen überragenden Auftritt hin. Sein Anteil am doch eher nebensächlichen 5:0-Sieg seiner Wölfe war groß. „Präger ist am Ball schon eine Klasse für sich“, musste auch Defensivmann Frederik Henne zugeben, dem der wirbelige Präger ein paar Mal davon lief. Wie er das in dem Alter noch immer schafft? Als Leiter der Fußballschule des VfL müsse er auch ein paar Mal mittrainieren. „Die Form hab‘ ich gehalten – sieht man doch“, sagte Präger und zeigte lachend auf seinen flachen Bauch.Vom sympathischen Auftritt des Brandenburgers war auch der extra angereiste Fanclub Wolfsburgs, die „Celler Wölfe“, angetan. Sie feuerten den VfL hinter dem Tor an. Präger war von den Fans offensichtlich beeindruckt: Anstatt nach seinem Tor mit der Mannschaft zu feiern sprang der Torschütze über die Balustrade und herzte die Fans. „Ich finde es einfach Weltklasse, dass Fans von uns hier sind“, lobte der „Leitwolf“, der nach dem Spiel mit den Zuschauern in geselliger Runde zusammensaß.Der SSV Scheuen hielt in der ersten Halbzeit gegen die ohne den angekündigten Siggi Reich angetretene Traditionself noch gut mit, verlor durch viele Wechsel in der zweiten Halbzeit aber den Spielzugriff. Bester Spieler der Scheuener war eindeutig ihr Torwart Manuel Wassmann – das fand auch Roy Präger. Er nahm ihn nach dem Spiel zur Seite: „Du hast super gehalten, warum spielst du nicht höher?“, fragte er den 2. Kreisklasse-Keeper. Der 26-Jährige, der bereits für den VfL Westercelle in der Bezirksliga im Kasten stand, nahm das Kompliment gerne an. Leider sei er zu alt für Prägers Fußballschule: „Das geht aber runter wie Öl“, sagte er und konnte ein breites Grinsen nicht verbergen.So wie fast alle Spieler auf dem Platz: „Das ist ein einmaliges Erlebnis für den ganzen Verein“, sagte Wassmann. „Es macht ja auch riesig Spaß und motiviert, gegen solche gestandenen Spieler anzutreten.“ Der ehemalige Celler Bundesliga-Schiedsrichter Bernd Hauer hatte einen leichten Job: „Nachher haben wir sie aber auch müde gelaufen“, sagte Frank Plagge (103 Tore in 155 Spielen für Wolfsburg) von der Traditionself und grinste: „Wir sind eben ein verschworener Haufen.“Spaßiges Spiel – ernster Anlass: Der SSV Scheuen sammelte mit der Veranstaltung Spenden für an Mukuviszidose, einer Stoffwechselstörung, erkrankte Menschen – vor dem Hintergrund, dass die Tochter eines SSV-Spielers selbst davon betroffen ist. Dazu veranstaltete der Verein auch eine Tombola. Sponsoren spendeten ebenfalls. Wie viel Geld genau in Forschungsprojekte des Vereins Mukuviszidose fließt, ist laut Fußball-Spartenleiter Hans-Friedrich Niemann noch ungewiss. Die Einnahmen und Ausgaben müssten erst noch genau ausgerechnet werden.SSV Scheuen: Wassmann, Lemgo, Franke, Frederik Henne, Bartsch, Hofmann, Kohls, Eggers, Kampe, Bachmann, Nieber, Schmidt, Brosy, Hess, Temel, Florian Henne, Schulke.Kader VfL Wolfsburg: Lühr, Lazzara, Kragl, Wilhelm, Draber, Seeger, Stammann, Gültas, Präger, Plagge, Beiler, Ciganovic, Kettner.Tore: 0:1 Eigentor (41.), 0:2 Präger (52.), 0:3 Stammann (75.), 0:4 Seeger (83.), 0:5 Eigentor (85.).

Von André Batistic