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Fußball regional Wütende Westerceller
Sport Fußball regional Wütende Westerceller
16:14 15.04.2018
Von Oliver Schreiber
Quelle: David Borghoff
Westercelle

Die VfL-Trainer Heiko Vollmer und Axel Güllert liefen sofort aufs Spielfeld, um die Gemüter der eigenen Spieler zu beruhigen. Sie selbst hatten nur ein süß-saures Lächeln für diese Entscheidung des Unparteiischen übrig. „Bei so einer Situation kannst du das Spiel nicht abpfeifen. Aber wir müssen das so hinnehmen. Unterm Strich geht das Unentschieden in Ordnung“, meinte Vollmer. „Eigentlich brauchen wir in unserer Situation ja drei Punkte. Aber wir haben hier immerhin gegen eine Spitzenmannschaft gekickt. Insofern war das auch ein Punkt für die Moral. Was er wert ist, werden wir wohl erst am Saisonende sehen“, erklärte Güllert.

Die Ansetzung des Schiris war – gelinde gesagt – fragwürdig, da Schreuder aus Ottersberg kommt und für den TSV Etelsen pfeift. Sowohl Ottersberg als auch Etelsen sind direkte Konkurrenten des VfL im Kampf um den Klassenerhalt. Für alle Beteiligten entstand so eine äußerst heikle Ausgangsposition. Für die Westerceller, die die Entscheidungen des Schiedsrichters natürlich besonders argwöhnisch beurteilten und selbst dann zweifelten, wenn Schreuder richtig lag. Und auch für den Schiri selbst, der so völlig unnötig unter großem Druck stand. Sowohl Vollmer als auch Güllert waren an der Seitenlinie stets gefordert, auf und auch außerhalb des Spielfeldes die Gemüter immer wieder zu beruhigen und den Fokus auf das Spiel zu lenken, was ihnen auch bestens gelang.

Denn die Hausherren lieferten eine disziplinierte und engagierte Leistung ab. In der Defensive stand der VfL fast über die gesamte Partie stabil, nach vorne blieb es bei Nadelstichen, die sich fast ausschließlich auf die erste halbe Stunde der Begegnung reduzierten. Vor allem zu Beginn waren die Westerceller hellwach. Bereits in der 3. Minute hätte Kai Broschinski nach einer schönen Kombination die Führung erzielen können, wurde aber wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung zurückgepfiffen.

Der VfL bleib am Drücker. Broschinski, in der Anfangsphase überragend, steckte in der 10. Minute einen Pass durch die Rotenburger Abwehrkette, Philip Boie lief von links ein und schoss freistehend eiskalt an Keeper Henner Lohmann vorbei ins lange Eck – 1:0.

Die Gäste agierten erstaunlich passiv, Westercelle entschied alle wichtigen Zweikämpfe für sich. Eine scharfe Boie-Hereingabe klärten die Rotenburger in höchster Not vor dem einschussbereiten Broschinski (13.). Jener Broschinski stand kurz nach dieser Szene nach einem Solo frei vor Lohmann und versuchte die Kugel am Torwart vorbeizuspitzeln, der wehrte jedoch per Fuß ab.

Allmählich berappelte sich der Favorit aus Rotenburg und übernahm sukzessive das Kommando. Der Ausgleich vier Minuten vor der Pause durch Toni Fahrner per Volleyschuss aus 18 Metern nach einer missglückten Abwehraktion von Timo Papendieck war dann auch nicht unverdient, da sich der RSV zuvor schon einige Chancen erspielt hatte.

Nach dem Seitenwechsel beschränkte sich Westercelle auf die Defensive, die dem allerdings auch überschaubarem Druck der Rotenburger mühelos standhielt. Der VfL selbst hatte aber auch nur noch eine vorzeigbare Einschussmöglichkeit, bei einer abgefälschten Flanke von Daniel Weiß verfehlten aber in der Mitte Freund und Feind den Ball (57.). So tat sich in der zweiten Halbzeit außer vielen intensiven Zweikämpfen nicht mehr viel – bis zum letzten Pfiff des Schiedsrichters.

Der erste Akt des Doppelspieltages in der Fußball-Kreisliga wurde am Freitagabend über die Bühne gebracht. Überraschenderweise gab es schon wieder einen Spielausfall. Das Gastspiel des MTV Langlingen beim FC Firat Bergen musste ausfallen, da der mit Flutlicht ausgestattete B-Platz unter Wasser stand und das Spiel auf dem A-Platz wegen fehlenden Lichtes nicht ausgetragen werden konnte. Das Duell soll übernächsten Sonntag nachgeholt werden. Der SV Dicle hat die fünfte Niederlage der Rückrunde kassiert und verliert allmählich den Kontakt zu den rettenden Tabellenplätzen.

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Das große Ziel Klassenerhalt ist bei Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle praktisch ad acta gelegt. Dafür ist die Lage trotz noch neun ausstehender Spiele nahezu hoffnungslos. Zehn Punkte beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer – und das Restprogramm hat es in sich. Sechsmal geht es noch gegen Teams aus den Top Acht der Liga. Und zweimal gegen Mannschaften, die noch ums Überleben kämpfen. Eine davon ist der MTV Gifhorn, bei dem die Blau-Weißen am Sonntag (15 Uhr/live bei sporttotal.tv) antreten müssen. „Das ist schon ein ganz schönes Brett. Aber Aufgeben ist für uns keine Option. Natürlich ist die Situation nicht leicht für uns. Wir müssen uns jetzt kleine Ziele stecken und noch mitnehmen, was möglich ist“, erklärt MTVE-Cheftrainer Hilger Wirtz.

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