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Fußball regional Zauberfuß rettet Punkt für Fußball-Landesligist MTV Eintracht Celle
Sport Fußball regional Zauberfuß rettet Punkt für Fußball-Landesligist MTV Eintracht Celle
20:31 25.10.2015
Von Christoph Zimmer
Ein seltenes Bild: Gegen die defensiven Lüneburger waren Henry Struwe (rechts) und MTV Eintracht Celle nur selten ernsthaft in der Abwehr gefordert. Quelle: Alex Sorokin (2)
Celle Stadt

Der geknickte Gesichtsausdruck von Yannik Ehlers war verdächtig. Es kommt nämlich selten vor, dass ein Linksverteidiger in der Landesliga einen Freistoß aus 22 Metern bemerkenswert leichtfüßig direkt in den linken Winkel schießt und trotzdem so unglücklich aussieht. Aber Ehlers und seine Kollegen vom MTV Eintracht Celle waren mit sich und ihrem Auftritt unzufrieden. Sie hatten das Spiel optisch dominiert und dennoch nicht restlos überzeugt. Und es war ein schlechtes Zeichen, dass nach ihrem 1:1 (0:1) im Heimspiel gegen den SV Eintracht Lüneburg nur die Gäste jubelten. „Vor dem Tor haben uns die entscheidende Idee und die letzte Konsequenz gefehlt“, sagte Ehlers.

Der 19 Jahre alte Linksverteidiger gewährte tiefe Einblicke in das Innenleben seiner Mannschaft, deren Ansprüche nach dem Aufstieg in die Landesliga und dem furiosen Saisonauftakt gewachsen sind. „Aus meiner Sicht war der Punkt zu wenig“, sagte Ehlers stellvertretend für seine Kollegen. „In den letzten Spielen hat uns die Ruhe gefehlt, um die Angriffe konsequent zu Ende zu spielen.“

Tatsächlich war das Spiel lange erschreckend einseitig. Chancen für die Gastgeber waren aber Mangelware. Abgesehen von zwei Möglichkeiten des agilen Henry Struwe, der einmal die Latte traf (2.) und einmal freistehend scheiterte (28.), brachten die Gastgeber die kompakte Defensive der Lüneburger aus dem Spiel heraus nicht in Verlegenheit. Das ärgerte auch Frank Weber. „Wir waren nicht geil genug darauf, ein Tor zu schießen und die Aktionen zu Ende zu spielen“, befand der Trainer von MTV Eintracht Celle über die fehlende Entschlossenheit. Auch für ihn war „der Punkt zu wenig, wenn wir uns nach oben in der Tabelle orientieren wollen“. Dass seine Mannschaft nach dem Unentschieden auf Platz drei in der Tabelle vorrückte, stimmte ihn auch nicht versöhnlich.

Lüneburg hatte im gesamten Spiel nur eine richtige Torchance. Nach einem langen Ball von David Mehl von der linken Seite war Sebastian Völcker zur richtigen Zeit am richtigen Ort und ließ Torhüter Christof Rienass keine Chance – 0:1 (44.). Innenverteidiger Malte Marquardt war zur richtigen Zeit am falschen Ort und hatte Völcker in seinem Rücken den Platz gelassen, den der Angreifer zur Führung brauchte. „Wenn er am Mann bleibt, passiert gar nichts“, sagte Weber. Erneut wurde der Aufsteiger für einen Fehler bestraft. „In der Landesliga wird so eine Unachtsamkeit eiskalt bestraft.“

Es war Ehlers vorbehalten, mit seinem direkten Freistoß zum Ausgleich kurz nach der Pause für einen halbwegs versöhnlichen Sonntagnachmittag zu sorgen (55.). „Ich habe das Selbstvertrauen, mir den Ball zu nehmen. Wenn er dann auch noch reingeht, ist es um so schöner“, sagte der Beauftragte für ruhende Bälle an der Strafraumgrenze. Es war bereits der dritte direkt verwandelte Freistoß des Linksverteidigers in dieser Saison, die bislang immer zu Punkten führten. „Ein sensationeller Treffer. Er hat sehr viel Gefühl in seinem linken Fuß“, sagte Weber über seinen Zauberfuß, der auf der linken Seite einen guten Eindruck hinterließ.

Nach dem Ausgleich ließen die Gastgeber den Ball weiter gut laufen, auch wenn das Spielgerät bei den schlechten Platzbedingungen hin und wieder versprang und die gefälligen Kombinationen unterbrach. Richtige Torchancen gab es auch in der Schlussphase nicht, in der die Gastgeber auf den Siegtreffer drängten. Das Ergebnis ist bekannt. Und die Erkenntnis aus diesem Spiel auch. „Wir können uns nicht in jedem Spiel darauf verlassen, dass Yannik einen Freistoß direkt verwandelt“, sagte Weber.