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Fußball regional Zaunfreie Zone TuS-Stadion: Stadt will Sperrgitter entfernen
Sport Fußball regional Zaunfreie Zone TuS-Stadion: Stadt will Sperrgitter entfernen
19:21 11.02.2010
Celle Stadt

Die Mission Konsolidierung geht beim Fußball-Bezirksoberligisten TuS Celle FC in die nächste Runde: Während die Mannschaft unter ihrem neuen Trainer Rüdiger Halbe Spielplan-bedingt noch keinen Beitrag zum überlebenswichtigen Klassenerhalt leisten konnte, hat der ebenfalls neue Vorstand ­strukturell bereits vorgelegt: Künftig wird TuS FC seine Heimspiele wieder in einem Bauzaun freien und mittelfristig renovierten Günther-Volker-Stadion austragen können.

Celles 1. Stadträtin und Sportdezernentin Susanne Schmitt überbrachte dem FC-Vorstand im Rahmen einer Stadionbegehung die befreiende Botschaft: Die Sperrgitter entlang der Süd-, Nord- und Westtribüne – die von der Stadt infolge einer Mängelliste des „DFB-TÜV“ im vergangenen Herbst errichtet wurden – sollen bei nächster Gelegenheit abgebaut werden. Schilder sollen stattdessen das Betreten dieser Bereiche verhindern, solange die geforderten „Wellenbrecher“ und Einzelsitze noch nicht installiert sind. Damit bleibt es zwar bei der in Versammlungsstätten- Verordnung festgeschriebenen Zuschauergrenze von 3600 im eigentlich 10000 Besucher fassenden Stadion – die können dafür aber wieder einen barrierefreien Kick erleben. „Die Bauzäune sind der Fußballatmosphäre abträglich“, sagte Schmitt, außerdem sei es „hypothetisch“, dass momentan mehr als 3600 Zuschauer ein TuS-Heimspiel würden besuchen wollen, erklärte Schmitt die Entscheidung. Es reiche also, „wenn sich der Verein verpflichtet, die bestehenden Auflagen der Bauaufsicht einzuhalten“.

Die Glaubwürdigkeits-Offensive, die TuS FC-Vorsitzender Peter Hoop zum Amtsantritt seines Gremiums ausgerufen hatte, scheint damit zumindest in der Celler Stadtverwaltung erste Erfolge erzielt zu haben: Schmitt versicherte dem Vorstand, dass die Stadt die „weitere TuS-Entwicklung positiv begleiten“ wolle und verheimlichte nicht, dass das Vertrauen in den neuen TuS-Vorstand auch aus der Person des Vorsitzenden resultiere. „Ich habe Herrn Hoop als gewissenhaften und gründlich arbeitenden Unternehmer kennen gelernt.“

Von der zwischen Celler Politik und Verwaltung kontrovers diskutierten – angedachten – Mittelkürzung im städtischen Sportsektor war indes nur noch beiläufig die Rede. „Wir wollen den Vereinen nicht ans Leder“, versicherte Schmitt und stellte stattdessen in Aussicht, dass der TuS FC bei der Modernisierung des Stadions auf die Stadt zählen könne. Etwa 650000 Euro wird es kosten, die geforderten Sitze und Wellenbrecher einzubauen sowie die marode Flutlichtanlage wieder voll funktionstüchtig zu machen. Dies sei über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren denkbar, erklärte Schmitt.

Dieser Termin dürfte dem TuS FC-Vorstand unterdessen kaum ungelegen kommen. Schließlich entspricht er exakt dem ausgegeben sportlichen Fünfjahresplan der Blau-gelben: Dem Aufstieg in die 4. Liga.

Von Eike Frenzel