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Fußball regional Zoff um Ex-Trainer bei MPE Celle
Sport Fußball regional Zoff um Ex-Trainer bei MPE Celle
18:07 24.04.2013
Thorsten - Prinz Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Das Traineramt bei der Handball-Damenmannschaft hatte er nur für ein paar Wochen Anfang des Jahres inne. Dann haben sich die Oberliga-Spielerinnen des MTV Post Eintracht Celle von ihrem Trainer Thorsten Prinz (Foto) getrennt. „Abserviert“ – wie er es ausdrückt. Jetzt fordert Prinz eine Entschädigung für die Zeit bis zum Saisonende. „Ich habe eine vertragliche Vereinbarung, also will ich mein Geld, dass mir bis zum Ende der Saison zusteht.“

Dass er von der Mannschaft rausgeschmissen wurde, mag bei seiner Forderung eine Rolle spielen: „Die Art und Weise war einfach unterste menschliche Schublade“, sagt er. Und dass der Verein so gar kein Interesse daran zeigt, ärgert ihn: „Man stelle sich vor, ein Robben, ein Gomez und ein Ribéry beschließen, den Trainer des FC Bayern zu feuern. Würde sich da die Vereinsführung etwa in vornehmer Zurückhaltung üben?“, so sein Vergleich zum Fußball.

Bei MPE Celle wehrt man sich gegen die Vorwürfe: „Die zuständigen Fachabteilungen handeln Trainerengagements unter sich aus und beenden diese auch selbstständig“, sagt der zuständige MTV Eintracht-Geschäftsführer Rolf-Peter Nieber. Zu den Geldforderungen des Ex-Trainers sagt er: „Wenn ihm noch etwas zusteht, soll Herr Prinz das auch erhalten.“ Seine Übungsleiterentschädigungen für die Wochen in denen er aktiv als Trainer tätig war, habe er erhalten, so Nieber.

„Etwas Schriftliches ist nie fixiert worden“, so Prinz. Aber die mündliche Absprache mit der Spielerin Sonja Stanke, die wiederum Rücksprache mit der Geschäftsführung gehalten habe, gelte, meint der 51-Jährige. Stanke, die das Engagement eingefädelt hatte, ist wütend: „Wenn das Ganze doch endlich gegessen wäre!“ wünscht sie sich. Die Chemie zwischen Prinz und der Mannschaft habe leider von Anfang an nicht gestimmt – „als Trainer und als Mensch“. Wenn er geblieben wäre, hätten mehrere Spielerinnen das Team verlassen. Abserviert habe ihn aber niemand. Im Gegenteil: „Es hat mehrere Gespräche gegeben, doch das hat nichts gebracht“, so Stanke. „Wir sind gestandenen Spielerinnen, da muss er als Trainer drauf eingehen“, findet sie. Da er das nicht wollte, musste man einen Schlussstrich ziehen.

Prinz hingegen lässt nicht locker: „Ich will mein Geld“, sagt er. Nach zwei Mahnungen gibt er dem Verein noch bis zum 2. Mai Zeit. „Dann geht es notfalls vor Gericht.“

Von Stephanie Sinagowitz