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Fußball regional Zurück zu MTV Ahnsbeck: Lemp verlässt Oberligist TuS Celle FC
Sport Fußball regional Zurück zu MTV Ahnsbeck: Lemp verlässt Oberligist TuS Celle FC
17:30 18.12.2013
Von Heiko Hartung
Dynamisch, torgefährlich und meistens einen Schritt schneller - als der Gegenspieler – so werden die Fans des TuS Celle FC den scheidenden Stürmer Christopher Lemp in Erinnerung behalten. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Der Aufstieg in die Fünfte Liga, zwei Tore im Testspiel gegen Bundesligist Hannover 96, zuletzt die sportliche Talfahrt – in seinen zweieinhalb Jahren beim TuS Celle FC hat Christopher Lemp einige Höhen und Tiefen erlebt. Jetzt hat der 25-Jährige den Oberligisten verlassen. „Am Dienstag habe ich meinen Pass abgeholt“, erzählt der Stürmer. Künftig wird er für seinen Stammverein MTV Ahnsbeck in der Kreisliga auf Torejagd gehen. Den krassen sportlichen Abstieg begründet Lemp, dessen Zeit beim TuS FC auch durch eine schwere Sprunggelenksverletzung geprägt war, mit seiner beruflichen Situation als Industriekaufmann bei der Firma Achilles. „Ich will im Beruf vorankommen, vielleicht noch ein Studium anfangen. Das lässt sich nicht mit drei Trainingseinheiten pro Woche und den langen Auswärtsfahrten am Wochenende vereinbaren.“

Celles Sportlicher Leiter Jörg Klindworth spricht von einem „echten Verlust“, denn Lemp war zuletzt gut drauf, traf vor der Winterpause zweimal ins Tor. „Aber wir haben Christopher die Freigabe erteilt. Der Beruf geht ganz klar vor“, sagt Klindworth.

Nach aktuellem Stand ist Lemp der einzige Abgang in der Winterpause. „Sonst hat sich niemand bei mir gemeldet“, stellt der Sportliche Leiter fest. Auch Engin Kiy nicht. Dem 22-jährigen Mittelfeldspieler waren zuletzt Abwanderungsgedanken nachgesagt worden. Interesse besteht beim Ligakonkurrenten Lüneburger SK, bei dem Kiy vor der Saison bereits ein Probetraining absolviert hatte. Nach einer Auseinandersetzung mit dem inzwischen zurückgetretenen Trainer Uwe Hicksch hing seine Zukunft in Celle am seidenen Faden. „Die Sache ist abgehakt“, wischt Klindworth Bedenken beiseite. Allerdings ist die Wechselperiode noch lange nicht beendet.

In der will auch der TuS Celle noch aktiv werden. Schließlich gibt sich der Klub nicht kampflos mit dem letzten Platz in der Liga und dem damit verbundenen Abstieg ab. „Bevor wir neue Spieler verpflichten, muss aber der Trainerposten besetzt werden“, merkt Klindworth an. Interimscoach Eike Mach hatte klar zum Ausdruck gebracht, dass sein Engagement an der Seitenlinie zeitlich begrenzt ist. Bislang kassierten die Blau-Gelben aber nur „Körbe“. Nach Bröckels Coach Bernd Schäfer sagten SVG-Fitnesscoach Frank Stresing sowie der frühere TuS-Coach und Profi von Hannover 96, Peter Hayduk, ab. Auch der ehemalige TuS-Spieler und 96-Profi Jürgen Siegel hatte kein Interesse.

Nun steht Klindworth in Kontakt mit einem Kandidaten aus Hannover, dessen Namen er aber noch nicht nennen will. Nur so viel: „Es ist ein A-Lizenz-Inhaber mit einem in Fußballerkreisen bekannten Namen. Und er war früher Co-Trainer bei Hannover 96 – aber nicht zu Erstligazeiten“, orakelt Klindworth, der an eine Entscheidung vor Weihnachten nicht glaubt.

An Gerüchten, wonach Celle mit Hilger Wirtz verhandelt, sei indes nichts dran. „Der würde zwar gut zu uns passen“, räumt Klindworth ein. Aber er glaube nicht, dass der in Hambühren wohnende Wirtz, der auch ein kurzes Trainer-Intermezzo bei MTV Eintracht Celle vorzuweisen hat, seinen Übungsleiterposten beim Landesligisten OSV Hannover für die akut abstiegsbedrohten Celler aufgeben würde. Klindworth: „Sicher ist nur, dass wir zur Rückrunde einen neuen Trainer präsentieren – der vielleicht auch noch ein, zwei Spieler mitbringt.“

Nach dem passablen Saisonstart seien einige Akteure im Laufe der Hinrunde an ihre Grenzen gestoßen, bilanziert Klindworth die vergangenen Monate. Doch auch wenn die Lage mit 14 Punkten Abstand zum rettenden Ufer aussichtslos erscheint, bleibt er dabei: „Mit dieser Mannschaft muss man nicht absteigen. Vielleicht gibt ein neuer Trainer die entscheidenden Impulse.“