Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional Zwei "Wölfinnen" aus Kreis Celle nehmen Profi-Fährte auf
Sport Fußball regional Zwei "Wölfinnen" aus Kreis Celle nehmen Profi-Fährte auf
17:57 20.07.2017
Von Carsten Richter
Celle-Landkreis

„Ich bin in Wolfsburg von Anfang an gut aufgenommen worden“, erzählt Jaimy, deren Fußballkarriere mit acht Jahren beim SSV Südwinsen begann und die bis vor einem Jahr für den VfL Westercelle kickte. Dabei ist es bei den „Wölfen“ für beide Spielerinnen nicht so einfach. „Wir sind in der Liga die einzige Mädchenmannschaft“, sagt Jaimy. „Die Jungs sind gefühlt zwei Köpfe größer.“ Dafür verlief die Saison aber ganz ordentlich: Mit dem fünften Platz landete der VfL im Mittelfeld der zehn Mannschaften umfassenden Liga.

Eine feste Position hat die Winserin nicht. Zu Beginn der Saison war sie Stürmerin, danach stand sie als Abwehrspielerin auf dem Platz. „Das liegt mir am meisten“, sagt Jaimy. Nun ist sie wieder vermehrt Angreiferin, was sie aber durchaus positiv sieht. „Es ist gut, alle Positionen zu testen.“ Immerhin liebäugelt die Nachwuchskickerin nach wie vor mit einer Profikarriere. „Es ist schon ein kleiner Traum, irgendwann mal in der Bundesliga zu spielen.“

Das ist auch das Enyas Ziel: „Ohne Druck und mit viel Spaß hat sie im vergangenen Jahr an einem Sichtungstraining für die Wolfsburger U15 teilgenommen“, sagt ihr Vater Hanko Heine. Über Turniere der Kreis- und Bezirksauswahl hat die junge Spielerin auf ihr Talent aufmerksam gemacht. Beim VfL spielt sie in der Innenverteidigung – eine Position, die ihr mittlerweile richtig gut gefällt. Und auf der sie auch in der Niedersachsenauswahl der U14-Juniorinnen kickt, in die sie zeitgleich mit dem Wechsel nach Wolfsburg berufen wurde.

Angefangen hat Enyas Fußballleidenschaft genau genommen schon mit vier Jahren. „Damals fing sie an, in unserem Garten zu kicken“, sagt ihr Vater. „Auch auf dem Schulhof spielte sie in jeder Pause Fußball und hat sich so die Anerkennung der Jungen verdient, die sie in ihre Mannschaft aufnahmen“, berichtet Heine. Enya blieb buchstäblich am Ball, ihre Eltern meldeten sie 2011 beim TuS Hermannsburg an, wo sie seitdem an Punktspielen der Jungen-Mannschaft teilnimmt. Auch in der kommenden Saison, wenn sie dann mit Jaimy Bourgonje in der Wolfsburger U17 spielt. „Sie versucht, das ein oder andere Punktspiel beim TuS mitzunehmen, weil sie weiß, wie wichtig das Training mit den Jungs für Schnelligkeit und Zweikampfverhalten ist“, sagt Enyas Vater.

Für beide Fußballerinnen und ihre Familien bedeutet das ehrgeizige Bundesliga-Ziel ein strammes Wochenprogramm. Montags geht es zum DFB-Juniorenstützpunkt nach Celle, dienstags und donnerstags wird in Wolfsburg trainiert – dazu kommen fünf Tage Schule. Sie hoffen daher, dass es künftig einen Shuttle gibt, der die Nachwuchsspielerinnen zum VfL bringt. „Das würde den zeitlichen und finanziellen Aufwand der Eltern enorm verringern“, sagt Heine. Auch Jaimy hofft darauf: „Dann könnte ich vielleicht sogar drei Mal pro Woche in Wolfsburg trainieren.“

Der Spaß am Fußball, Ehrgeiz und der Rückhalt ihrer Familien helfen den beiden Juniorinnen, ihren Traum von einer Profikarriere nicht aufzugeben. Und wer weiß, vielleicht messen sie sich in ein paar Jahren dann auch mit der europäischen Konkurrenz.