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Fußball regional Zwei in einem: TuS Celle FC verpflichtet Trainer und Torjäger
Sport Fußball regional Zwei in einem: TuS Celle FC verpflichtet Trainer und Torjäger
18:27 11.04.2016
Von Oliver Schreiber
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Celle Stadt

„Andreas ist ein typischer Mittelstürmer mit eingebauter Torgarantie. Er hat in 250 Regionalliga-Spielen um die 140 Tore geschossen. Mit seiner Erfahrung wird er uns weiterhelfen – sowohl auf dem Platz als auch außerhalb“, freut sich TuS-Geschäftsführer Sandy Peter Röhrbein, der nach der Demission von Coach Karsten Hutwelker auch das Traineramt übernommen hatte und es nach dieser Spielzeit an Gerdes-Wurpts weitergibt.

Bereits im Winter sollte der 1,90 Meter lange Angreifer den TuS FC verstärken, sein Wechsel scheiterte allerdings am Veto seines aktuellen Vereins BSV Schwarz-Weiß Rehden. Dort kam er in der Regionalliga Nord nur bis Anfang November zum Einsatz und erzielte in 14 meist kurzen Einsätzen drei Tore. Gerdes-Wurpts, der in Celles einen Zweijahresvertrag erhält, kann beruflich bedingt nicht mehr viermal die Woche unter Profibedingungen trainieren, daher ist er in Rehden nur noch Stand-by-Spieler.

„Ich freue mich sehr auf die Aufgabe in Celle. Der TuS FC ist ein geiler Verein mit viel Potenzial. Ich hoffe, dass die Jungs den Klassenerhalt noch schaffen“, sagt Gerdes-Wurpts, der in Bremen lebt und als Anlagenführer bei einem Honig-Produzenten tätig ist. Die Pendelei ist für ihn kein Problem. „Ich mache das im Prinzip schon meine gesamte Fußballer-Laufbahn lang. Ich fahre rund 55 Minuten nach Celle, fahrtechnisch verbessere ich mich sogar gegenüber Rehden. Da dauert es länger, weil ich viel über die Landstraße fahren muss“, so der gebürtige Emder schmunzelnd.

Gerdes-Wurpts, der unter anderem auch für seinen Heimatclub Kickers Emden, SV Meppen und BV Cloppenburg auf Torejagd ging, will die Celler wieder nach oben coachen und schießen. Seine Ziele sind ambitioniert: „Wenn wir absteigen sollten, wollen wir sofort wieder hoch. Und auch in der Landesliga wäre der Aufstieg das Ziel.“ Er soll zusammen mit Eike Mach und Philipp Nanaki das Trainerteam bilden, abschließende Gespräche mit Mach stehen aber noch aus. „Es wäre mir sehr wichtig, mit Eike zusammenzuarbeiten. Wenn das Spiel angepfiffen wird, bin ich in erster Linie Spieler und nicht Trainer. Insofern muss jemand das Spiel von außen coachen. Eike wäre der ideale Mann dafür“, meint Gerdes-Wurpts.

Entschuldigung nach Tumulten in Ottersberg

Die Tumulte beim TuS-Spiel in Ottersberg (3:3) schlagen indes weiter hohe Wellen. Die Celler wehren sich gegen die in diversen Medien verbreitete Darstellung, dass ausschließlich die Anhänger der Blau-Gelben für die 15-minütige Spielunterbrechung durch den Schiedsrichter verantwortlich gewesen sein sollen. „Das ist sehr einseitig betrachtet und entspricht auch nicht der Wahrheit. Es war auch keine Polizei vor Ort, die unseren angeblich randalierenden Fans einen Platzverweis erteilt hat. Es war vielmehr so, dass wir von alleine hinter den Zaun gegangen sind, um eine weitere Eskalation zu vermeiden“, erklärt Sportvorstand Peter Dohlich.

Der hatte nach eigenen Angaben mit seiner dreijährigen Tochter in einem Sandkasten neben dem Spielfeld mit einem der Ersatzbälle gespielt, während die Partie lief. Der Platzwart des TSV hatte offensichtlich etwas dagegen und riss Dohlichs Tochter den Ball aus der Hand. „Dabei hat sie sich die eigene Hand unter das Kinn geschlagen und natürlich angefangen zu weinen. Ich habe den Mann daraufhin weggestoßen und er fiel hin. Dadurch sind dann die Tumulte und Rangeleien entstanden, bei denen mich sogar ein Ottersberger Spieler attackieren wollte. Die ganze Sache ist sicherlich bedauerlich, aber uns die alleinige Schuld zuzuschieben, ist absolut nicht in Ordnung“, berichtet Dohlich. Inzwischen hat TuS Kontakt zum Ottersberger Vorstand aufgenommen und sich offiziell für die Vorfälle entschuldigt.