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Fußball überregional EM-Gastgeber 2024: Deutschland Favorit gegen Türkei
Sport Fußball überregional EM-Gastgeber 2024: Deutschland Favorit gegen Türkei
10:11 27.09.2018
Die Entscheidung über den EM-Gastgeber 2024 treffen die Mitglieder des UEFA-Exekutivkomitees in Nyon. Foto: Soeren Stache Quelle: Soeren Stache
Nyon

Nyon (dpa) - Mit Bundestrainer Joachim Löw, Botschafter Philipp Lahm und Präsident Reinhard Grindel will sich der Deutsche Fußball-Bund das nächste große Turnier nach dem WM-Sommermärchen 2006 sichern.

Am Donnerstagnachmittag entscheidet das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union in Nyon über den Gastgeber der EM 2024. Die deutschen Bewerber gehen als Favorit gegenüber dem einzigen Gegenkandidaten Türkei in die Abstimmung in der UEFA-Zentrale am Genfer See.

Für seine Kandidatur hatte der DFB die besseren Noten im Evaluationsbericht des Kontinentalverbands bekommen. Pluspunkte sind die bereits existierenden zehn Stadien, die wirtschaftliche Stabilität und das Thema Einhaltung von Menschenrechten, bei dem die Türkei in der Bewertung schlecht abschnitt. Bislang war Deutschland nur 1988 Ausrichter einer EM.

Die Türkei hatte sich erfolglos um die EM-Turniere 2008, 2012 sowie 2016 beworben und setzt unter anderem auf den Einfluss von Recep Tayyip Erdogan. Der Staatspräsident hatte sich diese Woche nochmals persönlich für die Kandidatur seines Landes eingesetzt und den DFB für den Umgang mit Ex-Nationalspieler Mesut Özil kritisiert.

Welche Chancen darf sich der DFB ausrechnen?

Auch kurz vor dem Zuschlag herrschte in beiden Lagern noch merkliche Anspannung. Im noblen Fünfsterne-Hotel der UEFA-Delegierten am Genfer See gut 20 Fahrminuten südlich des Hauptquartier des Kontinentalverbands wollte sich noch kein Wahlberechtigter öffentlich zu seiner Präferenz äußern. Weiterhin gilt die deutsche Kandidatur als favorisiert, auch wenn in UEFA-Kreisen ein enges Ergebnis erwartet wird. Am Mittwochabend stand ein Essen der Exko-Mitglieder an, danach ging es weiter um die letzten Stimmen.

Wie funktioniert die Wahl?

Aus der UEFA-Exekutive sind 17 Männer und die Französin Florence Hardouin wahlberechtigt. Der Schwede Lars-Christer Olsson wird krankheitsbedingt fehlen. Um die Teilnahme von Andrea Agnelli, Präsident von Juventus Turin, gab es langes Rätselraten. Zuletzt zeichnete sich ab, dass der Italiener, der Medienberichten zufolge eine türkische Lebensgefährtin hat, wahrscheinlich doch anwesend sein wird. Sollte es dennoch zu einem Unentschieden der Stimmen kommen, entscheidet das Votum von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der dem deutschen Lager zugerechnet wird.

Wie läuft der Wahltag ab?

Am Morgen um 9.00 Uhr trifft sich zunächst die UEFA-Exekutive zu einer für drei Stunden angesetzten regulären Sitzung, um diverse Sachthemen zu besprechen. Dabei soll es auch um einen möglichen Einsatz der Videobeweis-Technologie in der Champions League gehen. Für 13.00 Uhr ist die nicht-öffentliche Präsentation der beiden Bewerber geplant, dabei wird jeweils ein Video gezeigt, anschließend werden je 15 Minuten lang Fragen der Exko-Mitglieder beantwortet. Wer zuerst ran darf, wird ausgelost. Nicht vor 14.45 Uhr wird im Auditorium des Kontinentalverbands der Sieger von UEFA-Präsident Ceferin verkündet.

Wie sieht die deutsche Präsentation aus?

In seinem Werbevideo setzt der DFB unter anderem auf Legenden wie Uwe Seeler. Anschließend sind Lahm, Löw, Ex-Nationalspielerin und Integrationsbotschafterin Celia Sasic, Bewerbungsleiter Markus Stenger und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius auf der Bühne und beantworten Fragen. Darüber hinaus sind unter anderen Reinhard Rauball, Oliver Bierhoff, Karl-Heinz Rummenigge, Horst Hrubesch, Berti Vogts, Rudi Völler, Bibiana Steinhaus und Cacau mit in Nyon dabei.

Wie liefe eine EM 2024 in Deutschland ab?

Insgesamt wählte der DFB zehn Stadien aus, in denen die Europameisterschaft gespielt werden soll. Nur Düsseldorf ist als Standort vertreten, der keine Spiele bei der WM 2006 ausrichtete. Die weiteren Arenen sind in: Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt. Nürnberg, Hannover, Mönchengladbach und Bremen scheiterten in der deutschen Vorauswahl.

Von dpa Von Florian Lütticke und Arne Richter

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