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Fußball überregional Große Bühne, leere Bühne: Eintracht nach 1666 Tagen zurück
Sport Fußball überregional Große Bühne, leere Bühne: Eintracht nach 1666 Tagen zurück
06:01 20.09.2018
Cheftrainer Adi Hütter muss mit Eintracht Frankfurt unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen Marseille antreten. Foto: Arne Dedert Quelle: Arne Dedert

Marseille (dpa) - Malerischer und imposanter hätte der Ort für die erste Aufgabe in der Europa League für Eintracht Frankfurt kaum sein können, doch die Partie zwischen Vorjahresfinalist Marseille und Bundesligist Frankfurt findet heute unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Mehr noch: Eintracht-Fans dürfen zwischen 8.00 und 24.00 Uhr nicht einmal die Stadt betreten. «Wir fühlen uns um einen großen Europa-Auftritt betrogen», sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann.

Der Fußball-Tempel von Olympique Marseille fasst mehr als 65.000 Zuschauer, das EM-Stadion von 2016 liegt in unmittelbarer Nähe zum Mittelmeer und auch Ende September herrschen noch hochsommerliche Temperaturen. Wie gemalt für ein Fußballfest für den deutschen Pokalsieger, der in Europa traditionell besonders viele Fans bei Auswärtsspielen mitbringt - doch diesmal läuft es anders.

BITTE KEINE FANS: Damit hat Hellmann nicht ganz unrecht. Wie einst bei Girondins Bordeaux wäre die SGE wohl mit 10 000 oder noch mehr Fans ans Mittelmeer gereist. Stattdessen heißt es Aufenthaltsverbot und das ohne eigene Schuld, bestraft wurden schließlich nur die Gastgeber. «Unsere Fans wollen nicht nach Marseille, um Ärger zu suchen», stellte Hellmann klar. Trotzdem gilt: Bei Verstößen gegen das Verbot drohen Haftstrafen oder empfindliche Geldstrafen.

GEISTERSPIEL: Keine Heimfans, keine Gästefans, keine Besucher auf der Haupttribüne. Das Abschlusstraining vor leeren Rängen war im imposanten Stade Vélodrome quasi eine Generalprobe für den Spieltag. Auch am Donnerstag dürfte jedes Wort, jeder Ballkontakt und jede Anweisung zu hören sein. «Vorteil ist, dass die Spieler dich besser hören und verstehen können», sagte SGE-Trainer Adi Hütter. Für den Österreicher ist die Geisterkulisse «schade», zumal die Eintracht nach 1666 Tagen Pause erstmals wieder international spielt.

RÜCKKEHR NACH FRANKREICH: Kevin Trapp hier, Kevin Trapp da, Kevin Trapp überall. Am Mittwoch glänzte der Torwart in einer Art One-Man-Show bei der Pressekonferenz. Trapp sprach Deutsch, Trapp sprach Französisch, er übersetzte die Fragen und dann auch seine eigenen Antworten. «Es ist eine tolle Mannschaft, die immer versucht, Fußball zu spielen», sagte der 28-Jährige über Marseille, gegen die er mit Paris Saint-Germain stets erfolgreich war.

BEWÄLTIGUNG DES TIEFS: Fünf Pflichtspiele, vier Niederlagen - den Saisonstart hätte sich Eintracht Frankfurt anders vorgestellt. «Wir haben sehr viel Qualität, das können wir morgen auf internationaler Ebene beweisen», kündigte Trapp nun an. In der happigen Staffel mit Marseille, Lazio Rom und Apollon Limassol zählt jeder Punkt für das Weiterkommen. Doch geht es nach dem selbstbewussten Keeper, reicht ein Remis beim Vorjahreszweiten nicht aus. «Wir kommen hierher, um zu gewinnen, auch gegen Marseille», sagte Trapp.

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