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Fußball überregional «Sich aufopfern»: Kovac rechnet bei Boateng mit Lewi-Effekt
Sport Fußball überregional «Sich aufopfern»: Kovac rechnet bei Boateng mit Lewi-Effekt
13:11 31.08.2018
Bleibt wichtiger Baustein in der Bayern-Abwehr: Jérôme Boateng. Foto: Sven Hoppe Quelle: Sven Hoppe
München

München (dpa) - Den Kampf um Jérôme Boateng hat Niko Kovac gewonnen. Der Kroate wollte den in Kürze 30 Jahre alten Fußball-Nationalspieler nicht an Paris Saint-Germain verlieren.

Denn der Innenverteidiger ist für Kovac ein sehr wichtiger Baustein, um in seinem ersten Jahr als Trainer des FC Bayern die hochgesteckten Ziele beim deutschen Rekordmeister erreichen zu können. Boateng, Mats Hummels (29) und Niklas Süle (23): Eine so hochkarätige Innenverteidigerbesetzung suche in Europa wohl ihresgleichen, erklärte Kovac wenige Stunden vor dem Ablauf der Transferfrist in der Bundesliga.

«Das sind drei Weltklassespieler. Und diese Spieler sind keine Maschinen», sagte Kovac mit Blick auf die hohe Spielbelastung, die gerade Nationalspieler zu bewältigen hätten. «Deswegen bin ich froh, dass wir auf dieser Position eine Dreifachbesetzung haben», sagte Kovac vor dem Auswärtsspiel am Samstagabend (18.30 Uhr) beim VfB Stuttgart. Dort spielt in Weltmeister Benjamin Pavard übrigens ein zukünftiger Wunschverteidiger der Münchner. «Das ist ein toller Spieler», sagte Kovac mit einem Schmunzeln. «Wenn einer sieben Spiele bei der WM macht, dann ist da ein Haken dran», fügte er zur Qualität des 22 Jahre jungen Franzosen hinzu, der 2019 zum FCB kommen soll.

Aktuell ist Boateng für Kovac ein ganz wichtiger Bestandteil der Defensive. Angeblich bot PSG zuletzt 40 Millionen Euro für ihn - zu wenig. Der französische Meister mit Trainer Thomas Tuchel musste sich im Schlussverkauf mit dem Erwerb von Bayern-Reservist Juan Bernat (25) für geschätzte 15 Millionen Euro begnügen.

Mit Motivationsproblemen bei Boateng, der in Paris die wohl letzte große sportliche Herausforderung seiner Karriere suchen wollte, rechnet Kovac nicht. «Jérôme ist ein absoluter Vollprofi.» Kovac verwies explizit auf Torjäger Robert Lewandowski, der den FC Bayern auch nicht verlassen durfte. Der Pole bockte nicht lange, sondern schießt nun eben weiter seine Tore für den FC Bayern. «Bei Lewi hat man gesehen, wie schnell das geht. Jérôme ist hier und wird hier bleiben. Und er wird sich aufopfern für den Club», sagte Kovac.

Boateng wird sich dabei in Bundesliga und auch Champions League in ein ständiges Rotationsdreieck mit den Nationalelf-Kollegen Hummels und Süle einfügen müssen. Youngster Süle ist dabei für Kovac im zweiten Bayern-Jahr nicht mehr der Azubi, sondern auf Augenhöhe mit den zwei Weltmeistern von 2014. «Ich finde, alle drei sind auf einem Niveau. Und jeder muss spielen, um den Rhythmus zu haben.»

Nachdem Hummels beim 3:1 gegen Hoffenheim zum Auftakt aussetzen musste, dürfte es in Stuttgart Boateng oder Süle treffen. «Es ist egal, wen ich miteinander spielen lasse», bemerkte Kovac lapidar.

Neben Hummels wird auch Arjen Robben diesmal wieder in der Startelf erwartet. «Ich bin fit und bereit, dieses Jahr eine wichtige Rolle zu spielen», sagte der Niederländer. Auch mit 34 Jahren hasst er die Ersatzbank. «Mit meinem Ehrgeiz bin ich geboren», äußerte Robben.

Bis auf den verletzten Kingsley Coman hat Kovac beim Personal die freie Auswahl. Der Coach will unbedingt nachlegen in Stuttgart, wo er ein «schwieriges Spiel» erwartet. Beim VfB wachse nach Pokal-Aus und Liga-Fehlstart bereits der Druck, meinte Kovac: «Mit sechs Punkten in die Länderspielpause zu gehen, wäre schon von Wichtigkeit.»

Von dpa Von Klaus Bergmann

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