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Fußball überregional UEFA-Expansionskurs: So funktioniert der dritte Europacup
Sport Fußball überregional UEFA-Expansionskurs: So funktioniert der dritte Europacup
07:31 03.12.2018
Die UEFA führt ab 2021 einen dritten europäischen Pokal-Wettbewerb ein. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE Quelle: Jean-Christophe Bott
Dublin

Dublin (dpa) - Mit der Einführung des dritten Europacup-Wettbewerbs von 2021/22 an liegt die UEFA im Trend der großen Fußball-Expansion.

Für die deutschen Clubs ändert sich mit der Europa League 2 (EL 2) nicht viel - aber die Entwicklung hin zu immer mehr Spielen wirft manche Fragen auf. Wie weit lässt sich das Rad noch drehen?

Warum führt die UEFA einen weiteren Wettbewerb ein?

Der Wunsch nach einem neuen Wettbewerb kam von den in der European Club Association ECA organisierten Vereinen und speziell aus den Schwellenländern des europäischen Fußballs. Teams aus Ländern wie Rumänien, Österreich, Schweden oder Ungarn versprechen sich durch diesen Wettbewerb Zugang zu den prall gefüllten Geldtöpfen des Europacups, aber auch die Chance, in einem internationalen Wettbewerb länger dabei zu sein als nur in der Qualifikation oder bestenfalls der Gruppenphase. Die UEFA um Präsident Aleksander Ceferin nahm das Begehr gerne auf - neue Formate versprechen noch mehr Einnahmen.

Welche Konsequenzen hat das neue Format für die Bundesliga?

Die Folgen für den deutschen Fußball sind überschaubar. Bleibt die Bundesliga unter den vier Topnationen des Kontinents, nehmen weiterhin vier Teams an dem bewährten Format der Champions League teil. Zwei Teams sind weiter direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert - in der Regel der Pokalsieger und der Bundesliga-Fünfte.

Relevant wird die EL 2 für den Bundesliga-Sechsten oder -Siebten, sofern der Pokalsieger nicht in der Europa League spielt. Dieses Team muss sich künftig nicht mehr über drei Runden für die Gruppenphase der Europa League qualifizieren, sondern kann nach einer Playoff-Runde den Sprung in die EL 2 schaffen. Dort ist es dann der einzige deutsche Vertreter.

Wie ist die Haltung von UEFA-Vizepräsident und DFB-Chef Reinhard Grindel?

Ein Freund der sich immer schneller drehenden Fußball-Spirale ist der DFB-Boss nicht. Auch die EL 2 ist kein Lieblingsprojekt von Grindel. Er stimmte im Exko dennoch für die Einführung - aus politischen Gründen. Wenige Wochen nach dem EM-Zuschlag für 2024 das erste größere Projekt des Wahlvolks aus den kleinen Verbänden abzulehnen, hätte ihm als Signal der Arroganz ausgelegt werden können. Da die Folgen für den deutschen Fußball überschaubar bleiben, konnte Grindel wie seine Kollegen aus England oder Italien zustimmen und dies als Zeichen der Solidarität mit den kleinen und mittleren Verbänden verkaufen.

Wie funktioniert die Europa League 2?

Das Modell ist relativ simpel. 32 Teams qualifizieren sich nach einem nationalen Verteilungsschlüssel für die Gruppenphase, in der in acht Gruppen mit je vier Teams in Hin- und Rückspielen gespielt wird. Die Gruppenersten sind direkt für das Achtelfinale qualifiziert. Die Gruppenzweiten spielen in einer Zwischenrunde mit den Gruppendritten der Europa League weitere acht Teilnehmer des Achtelfinals aus. Anschließend geht es im K.o.-Prinzip weiter bis zum Finale.

Wann finden die Spiele der drei Wettbewerbe statt?

Die Champions League bleibt mit ihren exklusiven Slots am Dienstag und Mittwoch auch hier unberührt. Die Spiele in der Europa League und der EL 2 finden donnerstags statt - manche Partien beginnen dann bereits um 16.30 Uhr.

Wie weit ist es noch zu einer europäischen Super League?

Die drei Wettbewerbe haben Elemente einer europäischen Liga. Vor den K.o.-Phasen rutschen Teams in die tieferen Klassen ab. Die Sieger von Europa League und EL 2 bekommen in der folgenden Spielzeit das Startrecht in der höheren Klasse. Und die Endspiele werden Ende Mai zu einer Europapokal-Festwoche: mittwochs EL 2, donnerstags Europa League und samstags Champions League.

Mit welchen Wettbewerbs-Erweiterungen müssen Fans noch rechnen?

Bei der UEFA gibt es vorerst keine neuen Wettbewerbe in Planung. Aber spätestens im März 2019 wird Gianni Infantino seine Projekte finalisieren wollen. Der FIFA-Chef dringt auf eine reformierte Club-WM mit 24 statt sieben Teams und auf eine globale Nations League, in der die Kontinentalchampions der sechs Konföderationen eine Mini-WM bestreiten. Noch nicht vom Tisch ist auch die Erhöhung der WM-Teilnehmer von 32 auf 48 bereits bei der WM 2022 in Katar.

Von dpa Von Arne Richter

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