Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport 14:29 - Chancenlos in Leipzig
Sport Sport regional Lokalsport 14:29 - Chancenlos in Leipzig
19:48 26.02.2012
Von Uwe Meier
Spielszenen aus der Partie HC Leipzig gegen SVG Celle Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Trostlos, mutlos, chancenlos. Nicht den Hauch einer Chance hatte der SVG Celle in seinem Auswärtsspiel beim HC Leipzig. Die Niederlage mit 15-Toren Unterschied war letztlich sogar noch schmeichelhaft für die Gäste, die den Leipzigerinnen nichts Wirkungsvolles entgegen zustellen hatten. „Leipzig hat uns gezeigt, wie man Handball spielt“, fasste Celles Desiree Comans zusammen. Sie versuchte erst gar nicht, auch nur irgendetwas am Celler Spiel schönzureden. „In Sachen Schnelligkeit und Passgenauigkeit waren die mindestens zwei Klassen besser als wir.“

Das hört sich hart an, war aber zumindest in der ersten Halbzeit in allen Punkten zutreffend. Das SVG-Team war in den ersten dreißig Minuten für Leipzig nicht fiel mehr als ein lauer Trainingspartner. Die Gastgeberinnen waren auf Wiedergutmachung aus, spielten sich nach zuvor drei Niederlagen in Folge in beeindruckender Art und Weise den Frust von der Seele und schickten die Celler Mannschaft dabei von einer Verlegenheit in die Nächste.

Sicherlich hatte man sich aufseiten des Tabellenletzten beim Deutschen Meister von 2010 wenige Erfolgschancen ausgerechnet. Doch dass man der in Leipzig im Vorfeld der Partie angekündigten Rolle des Aufbaugegners in dieser Art und Weise gerecht werden würde, hatten sich die Celler sicherlich auch nicht träumen lassen. „Zum Glück sind es am Ende nur 15 Tore Unterschied geworden“, sagte Renee Verschuren. „Zur Pause musste man ja befürchten, dass wir hier mit 40 Gegentoren aus der Halle geschossen werden.“

Egal was das SVG-Team auch anstellte – Leipzig hatte stets eine passende Antwort parat und spielte mit den Gästen Katz und Maus. Dabei hatte der HCL leichtes Spiel. Denn nachdem in den ersten Minuten der Partie bei Celle gar nichts klappte, war das hinsichtlich des Vorhabens, die Partie zumindest einigermaßen ausgeglichen gestalten zu können, nicht unbedingt förderlich. Vielmehr wirkte das SVG-Team ziemlich überfordert. Die ohnehin schon hohe Fehlerquote stieg immer weiter an. „Nach der Anfangsphase war von unserem Selbstvertrauen nicht mehr viel zu sehen“, so Jessica Geier. „Sicher hatten wir uns etwas anderes vorgenommen. Doch nach dem Auftakt gingen bei allen die Köpfe runter. Das war ein blödes Gefühl.“

Nach dem verkorksten Beginn ging auch anschließend nichts zusammen. Der Rückstand wuchs minütlich. Und zumindest bis zur Pause kannte Leipzig keine Gnade und nutzte insbesondere die Unzulänglichkeiten der Celler Offensivbemühungen eiskalt aus, um auf und davon zu ziehen und eine trostlos wirkende SVG-Mannschaft zurück zulassen.

Zwei Wochen Zeit bleiben dem Celler Team nun, um sich von dieser Lehrstunde zu erholen. Dann steht das nächste Heimspiel auf dem Programm. Am Sonnabend, 10. März ist der FHC Frankfurt/Oder zu Gast in der HBG-Halle.

Nach sechs Minuten waren die Würfel gefallen

LEIPZIG. Die Entscheidung über Sieger und Verlierer war im Handball-Bundesligaspiel zwischen dem HC Leipzig und dem SVG Celle eigentlich schon nach fünf Minuten gefallen. Während sich die Celler Mannschaft vergeblich bemühte, ins Spiel zu finden und ihre hohe Fehlerquote in den Griff zu bekommen, hatte der HC Leipzig seine Tormaschine auf Hochtouren laufen lassen. 5:38 Minuten waren gerade einmal gespielt, da führten die Gastgeberinnen bereits mit 6:0.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Celle bereits seine Auszeit der ersten Halbzeit (4.) verbraucht und hatte anschließend die Abwehr von einer 5:1- auf eine 6:0-Formation umgestellt. Doch das zeigte wenig Wirkung. Leipzig war eindeutig tonangebend. Celle war angesichts des schnellen und deutlichen Rückstandes völlig verunsichert. Die bereits in der Vergangenheit auftretenden Probleme in der Offensive traten noch deutlicher zutage. Gegen eine konsequent zu Werke gehende HCL-Abwehr verpuffte Angriff auf Angriff wirkungslos. Dabei landeten Celler Zuspiele beim Gegner oder die wenig schwungvollen Torwürfe waren eine sichere Beute von Leipzig Nationaltorhüterin Katja Schülke. Anschließend ging es dann ganz schnell – zu schnell für Celle. Dazu gehörte zum einen das Gegenstoßspiel der Gastgeberinnen, die aber auch im Positionsspiel stark aufspielten. „Wir haben vorne nichts zustande gebracht und sind dann in die Gegenstöße gerannt“, erkannte Renee Verschuren. Das SVG-Team drohte zwischenzeitlich völlig auseinanderzufallen. Nichts ging, nichts klappte. Keine Auswechselungen zeigten Wirkung, keine Umstellung konnte den Leipziger Angriffswirbel stoppen. Der Rückstand wuchs immer weiter an. Das 6:18 zur Pause war genauso deutlich wie verdient.

Die Niederlage war auf keinen Fall mehr abzuwenden. Was blieb, war der Versuch, die Niederlage in einigermaßen in Grenzen zu halten. Zumindest dieser Versuch ging im zweiten Abschnitt auf. Allerdings bekam Celle dabei auch Unterstützung vom Gegner, der es angesichts der deutlichen Führung sichtbar ruhiger angehen ließ, dabei aber immer noch klar den Gegner beherrschte und den Spielrhythmus bestimmte. Der Sieg fiel in der Höhe vollkommen verdient aus. Es hätte auch noch sehr viel schlimmer kommen können.

Trainerstimmen

Martin Kahle (SVG Celle): Der Spielverlauf war so, wie man es erahnen konnte. Leipzig ist von Haus aus eine Klasse besser besetzt als wir. Und Leipzig war nach zuletzt drei Niederlagen auf Wiedergutmachung aus. Für uns liegt der Schwerpunkt sicherlich auf anderen Spielen. Allerdings hätte ich mir heute insbesondere in der ersten Halbzeit mehr Gegenwehr gewünscht. Allerdings spricht es für die Mannschaft, dass sie sich nach dem 6:18 zur Pause nicht hat hängen lassen. Sie hat zwar weiter Fehler gemacht, sie hat aber gekämpft.

Stefan Madsen (HC Leipzig): Ich bin wirklich zufrieden mit dem Spiel. Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt. Da waren wir sehr dominant und haben das Spiel jederzeit bestimmt. Nach den vorangegangenen Misserfolgen war das ein wichtiges Erfolgserlebnis für uns. Nun müssen wir diesen Schwung auch mitnehmen für unsere kommenden Aufgaben.