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Lokalsport 15-minütiger Blackout des SVG führt zur 25:31-Niederlage
Sport Sport regional Lokalsport 15-minütiger Blackout des SVG führt zur 25:31-Niederlage
15:30 07.02.2010
Von Uwe Meier
Spielszenen aus der Partie ProVital Blomberg gegen SVG Celle. Katja Langkeit wird von der Celler Abwehr angegangen Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

„So ist das eben“, sagte Josephine Techert vom SVG Celle nach dem Spiel und haderte ein wenig mit dem fehlenden Glück. „Bei dem einen prallen die Bälle vom Pfosten ins Tor, bei den anderen eben nicht. Und bei uns sind die Bälle eben nicht rein gegangen.“ Damit sprach sie das Wurfpech ihres Teams an, dass insgesamt acht Mal nur die Umrandung des Tores getroffen hatten. Sicherlich ein Punkt, der ein besseres Ergebnis verhindert hatte. Doch letztlich war es die Phase zwischen der 16. und 30. Minute, in der beim Außenseiter gar nichts zusammen lief, ausschlaggebend dafür, weshalb man gegen den Tabellendritten letztlich keine Chance hatte. „Ja“, sagte Techert, „wir haben das Spiel ganz klar in der ersten Halbzeit verloren. Nach dem Wechsel haben wir super gekämpft. Aber als wir auf drei Tore dran waren, haben wir es nicht geschafft, weiter zu verkürzen. Da stand dann der Pfosten im Weg.“

Und so wusste man auf Celler Seite nicht so recht, ob man nun zufrieden sein konnte oder der verpassten Chance nachtrauern sollte, einen Favoriten hätte ins Straucheln bringen können. Immerhin hatte die SVG-Mannschaft Moral beweisen und damit im zweiten Abschnitt ein drohendes Debakel abwenden können. Doch zählbares gab es dafür nicht. Und so rangiert das Team umrahmt von den beiden direkten Mitkonkurrenten Sindelfingen und Trier auf dem zehnten Tabellenplatz. Sechs Begegnungen stehen noch an. In zwei Wochen geht es im Heimspiel gegen Oldenburg, bevor anschließend die Wochen der Wahrheit beginnen. Dann stehen nacheinander die Partien gegen Trier, Sindelfingen, Frankfurt und Dortmund auf dem Programm.

Sieben Tore waren einfach zu viel

Verkorkste erste Hälfte beraubt SVG-Team in Blomberg alles Chancen

CELLE (uwi). Die Niederlage war letztlich verdient. In den entscheidenen Situationen war Handball-Bundesligist SVG Celle im Auswärtsspiel beim klar favorisierten Tabellendritten Blomberg nicht abgeklärt genug gewesen. Die Summe der Ungereimtheiten war zu groß, um die Gastgeberinnen wirklich ärgern zu können.

Mit einem Minikader hatte Celle die Auswärtsfahrt antreten müssen. Neben den verletzten Denise Wichmann und Anna-Katharina Loest (Fussverletzung) sowie Luisa Grimm, die vorerst in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen soll, fehlte auch Waleria Galouza. Bei ihr ist eine alte Fußverletzung wieder aufgebrochen. Wie lange sie ausfallen wird, ist vollkommen ungewiss.

So standen Trainer Martin Kahle gerade einmal acht Feldspielerinnen zur Verfügung. Die schlugen sich über weite Strecken der Partie achtbar und ließen sich auch von einem 1:4 nach fünf Minuten vorerst nicht aus der Bahn werfen. Vielmehr hielt man die Partie offen. Zwar hatte Celle im Positionsangriff Probleme, doch dafür klappte beim SVG-Team das Gegenstoßspiel. In der 16. Minute war man beim 8:9 dran und hatte durch Jolanda Robben die Riesenchance zum Ausgleich. Doch ihr Wurf prallte er gegen die Unterkante der Latte, dann an den Innenpfosten und von dort zurück ins Feld.

Von diesem Zeitpunkt an lief bei den Gästen zwischenzeitlich gar nichts mehr zusammen. Besonders Blombergs Michaela Seiffert konnte in die folgenden Minuten nahezu nach Belieben Schalten und Walten. Insgesamt fünf Tore, die nur durch einen Siebentreffer von Renee Verschuren unterbrochen wurde, markierte die im rechten Rückraum agierende Blomberger Spielerin in Folge. Damit war sie maßgeblich daran beteiligt, dass die Gastgeberinnen auf 15:9 (25.) davonzog. „Da haben wir uns in der Abwehr zu leicht ausspielen lassen“, sagte Jolanda Robben. Tatsächlich agierte die SVG-Abwehr in dieser Phase viel zu nachlässig und ließ die nötige Aggressivität vermissen. Beim 12:19 zur Pause sah es überhaupt nicht gut aus für die Celler Mannschaft, der mit der bis dahin gezeigten Leistung die höchste Saisonniederlage drohte.

Doch das änderte sich mit dem Start in die zweite Hälfte. Zwar baute Blomberg den Vorsprung vorerst auf 22:14 (35.) aus, doch dann folgte die stärkste Phase des SVG. Tor um Tor holte das Team auf und nutzte dabei auch einige Fehler des Gegners zu Tempogegenstößen. Als dann in der 45. Minute sogar zwei Treffer in Unterzahl zum 21:24 gelangen, war Celle auf Schlagdistanz. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn bei diesem Spielstand ein Techert-Wurf in der 46. Minute nicht vom Pfosten zurück ins Feld geprallt wäre. „Sicher hben wir auch ein bisschen Pech gehabt“, sagte die sechsfahce Torschützin Robben. „Aber wir haben auch andere gute Chance nicht konsequent genutzt.

Anschließend bekam Blomberg wieder Oberwasser und steuerte, während Celle noch drei weitere mal den Pfosten traf, dem Sieg entgegen.

Trainerstimmen

Martin Kahle (SVG Celle): Leider haben wir in der ersten Halbzeit nicht ganz so gut gespielt. Sonst wäre hier mehr drin gewesen. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft Moral gezeigt, gekämpft und gezeigt, was möglicherweise drin gewesen wäre. Wir haben es geschafft, auf drei Tore zu verkürzen, mehr haben wir leider nicht geschafft. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat sich hier reingekniet. Wir werden nicht aufgeben und müssen die Punkte woanders holen.

Andre Fuhr (ProVital Blomberg): Ich fange mal mit dem Positiven an. Natürlich freue ich mich über die Punkte und darüber, dass wir jetzt wieder Dritter sind. Aber durch den Ausfall von Saskia Lang und das auch Mirja Mißling kaum eingesetzt werden konnte, mussten wir Umstellung vornehmen und hatten dadurch im Rückraum einige Probleme. Aufgeregt haben mich die Unmengen von technischen Fehlern. Dadurch haben wir uns das Leben lange Zeit unnötig schwer gemacht, zumal wir zwischenzeitlich eigentlich guten Handball gespielt haben.

ProVital Blomberg – SVG Celle 31:25 (19:12).

ProVital Blomberg: Nagel, Oldenburg – Urbannek, Krüger (1), Leppert (2), Seiffert (9), Mißling, Wohlbold (7), Neukamp (8/2), Langkeit (1), Ilyes (3).

SVG Celle: Jankovic, Lenz – Comans (2), Valyushek (4), Verschuren (3/2), Antonewitch (3), Steinfurth (1), Robben (6), Techert (3), Büttner (3).

Schiedsrichter: Markus Kropp / Sebastian Siebert; Siebenmeter: 2/2 – 2/2; Strafminuten: 6 – 6. Zuschauer: 800.

Torfolge: 2:0 (2.), 2:1 (3.), 4:1 (5.), 5:3 (9.), 7:3 (11.), 7:5 (12.), 9:6 (14.), 9:8 (18.), 10:8 (18.), 12:8 (21.), 12:9 (22.), 15:9 (25.), 15:10 (26.), 17:11 (28.), 19:12 (30.) – 20:12 (32.), 21:14 (35.), 22:14 (35.), 22:17 (37.), 24:17 (39.), 24:21 (45.), 26:21 (49.), 27:23 (51.), 28:24 (56.), 20:24 (57.), 31:25 (30.).