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Lokalsport 26:26 - Ausgleich Sekunden vor dem Abpfiff
Sport Sport regional Lokalsport 26:26 - Ausgleich Sekunden vor dem Abpfiff
15:14 14.04.2013
Von Uwe Meier
Celle

Die 2. Handball-Bundesliga Frauen ist auf die Zielgerade eingebogen. Und damit ist auch die Zeit der Entscheidungen angebrochen. Während die SG Bietigheim nach dem 29:25-Erfolg im Topspiel beim Ligazweiten HSG Bensheim-Auerbach den Aufstieg perfekt gemacht hat und damit endgültig für die 1. Liga planen kann, ist der Kampf der Verfolger voll entbrannt. Drei Mannschaften können sich noch Hoffnungen auf Rang zwei machen. Die besten Karten hat der momentane Ligazweite in der Hand. Allerdings ist den Bensheimern mit dem SVG Celle und Borussia Dortmund zwei Teams mit nur zwei Zählern Rückstand dicht auf den Fersen.

Am Tabellenende hat die SG 09 Kirchhof mit dem 30:29-Erfolg gegen BSV Sachsen Zwickau wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt verschafft. Drei Spieltage vor Abschluss der Serie hat die SG vier Punkte Vorsprung vor der auf Rang 13 liegenden HSG Ober-Eschbach, die Gefahr läuft, ein Jahr nach dem Aufstieg, wieder absteigen zu müssen. Auch für SC Greven 09 stehen trotz eines 29:29 gegen Rosengarten die Zeichen auf Zweitliga-Abschied. Für den TSV Travemünde steht indes der Gang in die 3. Liga schon seit längerem fest.

Auf Celler Seite war man sich nach dem Unentschieden in Halle nicht ganz im Klaren darüber, ob man sich nun über einen gewonnenen Punkt freuen oder einen in letzter Sekunden noch verloren gegangenen Sieg ärgern sollte. Für Evelyn Schulz war klar, dass „wir einen Punkt gewonnen haben“. Natürlich hätte man auch zwei Punkte mitnehmen können, aber das wäre vielleicht nicht ganz verdient gewesen“, so Schulz. Ganz klang das bei Silvia Szücs nicht. „Ich bin schon enttäuscht“, sagte die jüngste Spielerin in den Reihen des SVG. In erster Linie ärgerte sie sich darüber, dass sie den finalen Wurf ihrer Gegenspielerin Jacqueline Hummel zum 26:26 nicht hatte verhindern können. Gleichwohl musste sie eingestehen, dass der Punkt „nach der ganz, ganz schwachen ersten Hälfte schon irgendwie in Ordnung geht“. Auch Natasha Ahrens sah den Last-Minute-Gegentreffer mit gemischten Gefühlen. „Natürlich ist es ärgerlich, wenn man Sekunden vor Schluss den Gegentreffer zum Ausgleich kriegt“, sagte sie. „Aber es war auch so, dass unser Angriffsspiel lange Zeit eine wirkliche Katastrophe war.“

Nunmehr legt das Celler Team eine kurze Pause ein. Erst in zwei Wochen steht die Heimpartie gegen TV Nellingen an. Anschließend geht es noch in einem weiteren Heimspiel gegen BSV Sachsen Zwickau (4. Mai), bevor das letzte Auswärtsspiel der Saison beim FSV Mainz 05 (11. Mai) auf dem Programm steht. Und vielleicht haben es die handelnden Personen im Hintergrund, bis dahin endlich geschafft, Bewegung in Sachen Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen zu bringen.

Schwache Angriffsleistung sorgt für Probleme

HALLE. Glück und Pech lagen für Handball-Zweitligist SVG Celle im Auswärtsspiel beim SV Union Halle-Neustadt dicht beieinander. Glück insofern, dass Celle nach einer ganz schlechten ersten Hälfte und einem schwachen Start in die zweite Halbzeit nicht aussichtslos in Rückstand geraten war. Dann aber hatte sich der SVG in die Partie zurückgekämpft, hatte eine beeindruckende Aufholjagd gestartet und sich sogar eine Zwei-Tore-Führung geholt. Belohnt wurde das Celler Team für den Schlussspurt aber nicht. Vier Sekunden vor dem Ende kassierte der SVG den Ausgleichstreffer zum 26:26 (12:10).

Die Partie begann für Celle vielversprechend. Ein erfolgreich abgeschlossener Tempogegenstoß durch Bogna Dybul, sowie ein verwandelter Siebenmeter von Renee Verschuren sorgten in der zweiten Spielminute für eine 2:0-Führung. Doch dann ging beim Tabellendritten für lange Zeit gar nichts mehr zusammen. Insbesondere im Angriff war im Celler Spiel keine Ordnung zu finden. Dort agierten die Gäste harmlos und stellte die Abwehr der Gastgeberinnen vor keine Probleme. Die Celler Offensive agierte behäbig, ohne Schwung und mit viel zu wenig Bewegung. Gefahr für das Tor des SV Union Halle-Neustadt konnte so nicht aufkommen. Von gefährlichen Celler Torwürfen war ebenfalls nichts zu sehen. Vielmehr hatte Halles Torhüterin Anna Baranowska keine Schwierigkeiten durch Wurfversuche der SVG-Spielerinnen abzuwehren. Zudem erlaubte sich Celle einige technische Fehler. So war es nicht weiter verwunderlich das Halle die spielbestimmende Mannschaft war und nach zwölf Minuten mit 6:2 führte. Zumindest zeigte die Celler Defensive eine ordentliche Vorstellung. Die, und die schlechte Chancenverwertung der Gastgeberinnen, sorgte dafür, dass der Rückstand für Celle nicht noch deutlicher wurde. Der SVG markierte lange Zeit ausschließlich über den Gegenstoß seine Tore und hielt so die Partie offen. Erst in der 26. Minute gelang Silvia Szücs aus dem Positionsangriff heraus der erste Celler Treffer. Der 10:12-Rückstand zur Pause war angesichts des vom SVG-Team praktizierten „Standhandballs“ noch erträglich.

„Da lief gar nichts zusammen“, meinte Evelyn Schulz. „Wir haben viel zu überhastet agiert und unsere Angriffe nicht ausgespielt.“ das schwache Angriffsverhalten war in der Halbzeitpause das Hauptthema. Doch besser wurde es vorerst nicht. Zwar schaffte Celle drei Minuten nach dem Wiederanpfiff das 13:13, doch damit hatte es sich auch schon wieder. Anschließend übernahm Halle erneut das Kommando und holte sich die Führung (17:14/38.) zurück. Dann verloren die Gastgeberinnen mit Stefanie Hummel eine ihrer wichtigsten Spielerinnen. Sie hatte Bogna Dybul bei einer Abwehraktion von den Beinen geholt und erhielt dafür die Rote Karte (39.). Doch obwohl Celle in dieser Phase zwei Spielerinnen mehr auf dem Feld hatte, kassierte man weitere Gegentreffer. Halle sah beim 20:16 (43.) wie der sichere Sieger aus.

Doch die Partie nahm eine überraschende Wendung. Celle hatte plötzlich seine kämpferischen Qualitäten entdeckt. Im Angriffsspiel herrschte deutlich mehr Bewegung. Die Folge: SVG holte auf, schaffte das 20:20 (48.) und lag zwei Minuten später in Front. Halle schaffte zwar noch das 21:21 (51.), dann aber lag Celle ständig knapp vorn. So auch beim 26:24 (56.). Doch es sollte nicht für den Sieg reichen. 30 Sekunden vor dem Ende war der SVG im Ballbesitz. Die Schiedsrichter hatten bereits Zeitspiel angezeigt. SVG-Coach Thomas Kahle nahm eine Auszeit. Wieder auf dem Feld zurück, ging der Wurf von Waleria Galouza über das Tor. Noch 23 Sekunden. Celle versuchte, die Sekunden herunterticken zulassen. Dann nahm sich Halles Jacqueline ein Herz und traf vier Sekunden vor dem Ende zum letztlich gerechten 26:26.