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Lokalsport 29:24 - SVG feiert endlich wieder einen Heimsieg
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18:13 07.04.2013
Von Uwe Meier
Celle Stadt

Aufgereiht und Hand in Hand standen die SVG-Spielerinnen in der Mitte der Spielfläche und feierten zusammen mit den Fans einen Heimsieg. Auf dieses Gefühl mussten Team und Fans drei Monate warten. Entsprechend erleichtert waren die Spielerinnen, die trotz einer keineswegs überzeugenden Vorstellung den SC Greven 09 mit 29:24 (15:13) besiegt hatten. Endlich wieder ein Heimsieg“, sagte Jolanda Robben. „Wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen“, meinte Renee Verschuren und Susanne Büttner fasste zusammen: „Es war wichtig, endlich mal wieder ein Heimspiel zu gewinnen.“

Mit diesem Gefühl kann die Celler Mannschaft nunmehr die noch anstehenden vier Begegnungen angehen. SV Union Halle-Neustadt (A), TV Nellingen (H), BSV Sachsen Zwickau (H) und FSV Mainz 05 (A) heißen die Gegner, die der SVG auf dem Weg zur Ziellinie noch aus dem Weg zu räumen hat.

Drei Punkte Rückstand hat der SVG Celle auf einen Aufstiegsplatz. Doch streben die Celler wirklich die kurzfristige Rückkehr in die 1. Liga an? Wohl kaum. „Wir müssen sparen. Und wir werden sparen.“ Sätze wie diese von Manager Joachim Niederlüke deuten die Richtung an, die der Verein gehen will und offenbar auch muss. Denn selbst wenn sportlich der Aufstieg geschafft werden würde, müsste das Team deutlich verstärkt werden. Und das erscheint beim angekündigten Sparkurs unmöglich.

Auf jeden Fall hat der SVG Celle aber die Lizenzunterlagen bei der HBVF, der Handball-Bundesliga Vereinigung-Frauen, eingereicht. Jetzt gilt es aber „nur“ noch, auch eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Doch in Sachen Vertragsverlängerungen oder Neuverpflichtungen tritt der SVG offenbar auf der Stelle. Bis auf Kathrin Schulz, die laut Niederlüke noch einen Vertrag bis 2014 hat, gibt es noch keine weitere Spielerin, bei der es sicher ist, dass sie zumindest ein weiteres Jahr für Celle auflaufen wird. „Ich habe mit allen infrage kommenden Spielerinnen gesprochen“, sagt Niederlüke über mögliche Vertragsverlängerungen. Die Tendenz sei positiv. „Aber letztlich zählt der unterschriebene Vertrag“, so der SVG-Manager. Und in diesem Punkt ist noch nichts in trockenen Tüchern. Auch in Sachen Neuverpflichtungen kann der Manager noch keine Erfolgsmeldung geben. „Wir sind mit drei möglichen Kandidatinnen in engeren Gesprächen“, verrät der Manager. Namen wollte er indes nicht nennen. In naher Zukunft hoffe man, mehr darüber sagen zu können, wie der Kader in der kommenden Saison aussehen wird. Ähnlich drückte sich auch Trainer Thomas Kahle zu einer entsprechenden Frage in der Pressekonferenz aus: „Sich zum jetzigen Zeitpunkt zur personellen Situation zu äußern, wäre verfehlt. Ich hoffe, dass in zwei bis drei Wochen mehr dazu gesagt werden kann“, so Kahle. Zu einem Zeitpunkt also, in der die laufende Saison fast schon vorbei ist. Die Zeit drängt.

Ohne Glanz die schwarze Serie beendet

CELLE. Ganz tief durchatmen durfte Trainer Thomas Kahle nach dem Abpfiff gegen den SC Greven 09. Endlich hatte er mit seinem Team die ersten Pluspunkte vor heimischem Publikum geholt. Nachdem er im Januar die Mannschaft übernommen hatte, war ihm das bei vier Anläufen noch nicht gelungen. Doch kurz vor seinem 60. Geburtstag am 16. April haben ihm seine Spielerinnen ein vorzeitiges Geschenk gemacht.

Überragend war die Vorstellung aber nicht, die der SVG beim 29:24 (15:13)-Sieg über den SC Greven 09 auf die Spielfläche „zauberte“. Dessen waren sich auch die Spielerinnen bewusst. „Wir haben nicht so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten“, meinte Jolanda Robben. Und auch Renee Verschuren, die nach fünfwöchiger Verletzungspause ihr Comeback feierte, fand die Leistung insgesamt schwach. „Wir haben im Angriff zu statisch gespielt. Und in der Abwehr waren wir oft zu abwartend und zu passiv.“

Das war wohl auch einer der Gründe, weshalb sich Celle nach neun Minuten einem 2:6 gegenübersah. Ein weiterer Grund dürfte aber gewesen sein, dass sich Celle gegen die offensiv ausgerichtete 4:2-Abwehr sehr schwer tat. Ohne Schwung und Tempo versuchte SVG die gegnerische Defensive zu überwinden. Doch was dabei herauskam, war nur Stückwerk. Zudem erlaubte sich Celle unzählige Pass- und Fangfehler. „Wir haben überhaupt nicht ins Spiel gefunden“, meinte Susanne Büttner. Erst nach einer Auszeit, in der Kahle sein Team neu einstellte, wurde es besser. In den folgenden Minuten agierte Celle mit Aggressivität in der Abwehr und mit mehr Bewegung im Angriff. Fünf Tore in Folge zur 7:6-Führung (14.) waren die Folge.

Dann aber verfielen die Gastgeberinnen wieder in den alten Trott und ließ unter anderem den gegnerischen Rückraum nach Belieben schalten und walten. Greven fand wieder ins Spiel und holte sich bis zur 22. Minute (9:11) die Führung zurück. Der SVG setzte hingegen seine Berg- und Talfahrt fort. Denn in den folgenden Minuten zog das Team die Zügel deutlich an und sorgte mit einem 6:0-Lauf für einen 15:11-Vorsprung.

Die Entscheidung war das allerdings noch lange nicht. Denn auch in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit brauchte der SVG lange, um seinen Rhythmus zu finden. Viermal hatte Greven den Ausgleich geschafft. Nach dem 19:19 (38.) schlug aber endgültig den Weg auf die Siegerstraße ein. Nach den Treffern zum 21:19 (39.) bauten die Gastgeberinnen die Führung kontinuierlich aus. Gegen einen nun konditionell abbauenden Gegner lag Celle nach 47 Minuten mit 26:21 in Front. Die Führung hätte bei einer konsequenteren Chancenverwertung deutlicher ausfallen müssen. Doch neben drei Siebenmetern und sechs Tempogegenstößen, ließ Celle im gesamten Spielverlauf weitere hochkarätige Einwurfmöglichkeiten ungenutzt. Der glanzlose Sieg war aber dennoch verdient.